Lot Nr. 224 -


Otto Piene *


(Bad Laasphe 1928–2014 Berlin)
Ohne Titel, 1964, auf der Rückseite signiert, datiert Piene 64, auf dem Keilrahmen bezeichnet f. M. und mit Richtungspfeil, Feuergouache mit Perle auf Leinwand, 60 x 70 cm, gerahmt

Provenienz:
Privatsammlung, Deutschland

Literatur:
Siehe Annette Brunner, Otto Piene - Zero: Werke von 1957–1966,
Ausst.-Kat. Galerie Koch, Hannover 2013, S. 46 (ein anderes Werk mit Perle)

„Aber das Helle allein zu lobpreisen, scheint mir nicht mehr genug. Ich gehe das Dunkel selber an, ich durchleuchte es, ich mache es durchsichtig, ich nehme ihm seinen Schrecken, ich mache es zu einem Volumen von Kraft, bewegt von Atem wie mein Körper und ich nehme Rauch, damit es fliegen kann.“
Annette Brunner, Otto Piene Zero: Werke von 1957-1966, Ausstellungskatalog Galerie Koch, Hannover 2013, S. 38

Die ersten Rauchbilder Otto Pienes entstehen 1960. Die Rauchbilder verdanken ihre Entstehung dem Feuer, das durch das Verbrennen der Bindemittel und Sikkative Spuren von Ruß auf der Leinwand hinterläßt. Mittels seines roten Bildgrundes verbindet Otto Piene die Feuergouachen metaphorisch mit dem Feuer. „Der Rauch schlägt sich unmittelbar auf dem Bildfeld nieder. In seiner Unbegrenztheit versinnbildlicht es die Unendlichkeit des Raumes und verweist dergestalt auf den kosmischen Hintergrund Otto Pienes Schaffens.“ (ebd., S. 40)

Die Metaphorik der Farbe Schwarz, die das Zentrum dieser Feuer-Gouache beherrscht, verbindet sie mit dem Russ des sie umgebenden Feuers und verknüpft sie mit der Energie, der Wärme der roten Farbe. Die Feuergouache mit Perle erscheint einem wie ein Blick in die Hitze des Feuers und man verliert sich in ihrem Zentrum im Schwarz des Kosmos. „Die Perle verbindet sich ideell mit dem Mond. Ihr Glanz wird seit alters her mit ihm in Beziehung gesetzt, auch gilt sie aufgrund ihres Wachstums in der Abgeschlossenheit der Muschel als Symbol für das Licht in der Dunkelheit.“ (ebd. S. 46)

Auf die Frage ob die runde Form der Perle auf den isolierten Point - das isolierte Kraftfeld in der Gouache und auch auf Zero (Zero ist rund) verweise, antwortete Otto Piene nur: Die Perle ist ein Teil des ‚Mini-Universums‘ des Bildes. Interview von Ole Koch mit Otto Piene

„Und hell sollen meine Bilder sein, heller als die gegenwärtige Welt (…)“
„Aber das Helle allein zu lobpreisen, scheint mir nicht mehr genug. Ich gehe das Dunkel selber an, ich durchleuchte es, ich mache es durchsichtig, ich nehme ihm seinen Schrecken, ich mache es zu Volumen von Kraft, bewegt von Atem wie mein Körper und ich nehme Rauch, damit es fliegen kann.“
Otto Piene, 1963 in: Ausst. Kat. Kestner Gesellschaft Hannover, 1965, S. 118f.

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
+49-211-210 77 47

petra.schaepers@dorotheum.de

05.06.2019 - 17:00

Schätzwert:
EUR 180.000,- bis EUR 220.000,-

Otto Piene *


(Bad Laasphe 1928–2014 Berlin)
Ohne Titel, 1964, auf der Rückseite signiert, datiert Piene 64, auf dem Keilrahmen bezeichnet f. M. und mit Richtungspfeil, Feuergouache mit Perle auf Leinwand, 60 x 70 cm, gerahmt

Provenienz:
Privatsammlung, Deutschland

Literatur:
Siehe Annette Brunner, Otto Piene - Zero: Werke von 1957–1966,
Ausst.-Kat. Galerie Koch, Hannover 2013, S. 46 (ein anderes Werk mit Perle)

„Aber das Helle allein zu lobpreisen, scheint mir nicht mehr genug. Ich gehe das Dunkel selber an, ich durchleuchte es, ich mache es durchsichtig, ich nehme ihm seinen Schrecken, ich mache es zu einem Volumen von Kraft, bewegt von Atem wie mein Körper und ich nehme Rauch, damit es fliegen kann.“
Annette Brunner, Otto Piene Zero: Werke von 1957-1966, Ausstellungskatalog Galerie Koch, Hannover 2013, S. 38

Die ersten Rauchbilder Otto Pienes entstehen 1960. Die Rauchbilder verdanken ihre Entstehung dem Feuer, das durch das Verbrennen der Bindemittel und Sikkative Spuren von Ruß auf der Leinwand hinterläßt. Mittels seines roten Bildgrundes verbindet Otto Piene die Feuergouachen metaphorisch mit dem Feuer. „Der Rauch schlägt sich unmittelbar auf dem Bildfeld nieder. In seiner Unbegrenztheit versinnbildlicht es die Unendlichkeit des Raumes und verweist dergestalt auf den kosmischen Hintergrund Otto Pienes Schaffens.“ (ebd., S. 40)

Die Metaphorik der Farbe Schwarz, die das Zentrum dieser Feuer-Gouache beherrscht, verbindet sie mit dem Russ des sie umgebenden Feuers und verknüpft sie mit der Energie, der Wärme der roten Farbe. Die Feuergouache mit Perle erscheint einem wie ein Blick in die Hitze des Feuers und man verliert sich in ihrem Zentrum im Schwarz des Kosmos. „Die Perle verbindet sich ideell mit dem Mond. Ihr Glanz wird seit alters her mit ihm in Beziehung gesetzt, auch gilt sie aufgrund ihres Wachstums in der Abgeschlossenheit der Muschel als Symbol für das Licht in der Dunkelheit.“ (ebd. S. 46)

Auf die Frage ob die runde Form der Perle auf den isolierten Point - das isolierte Kraftfeld in der Gouache und auch auf Zero (Zero ist rund) verweise, antwortete Otto Piene nur: Die Perle ist ein Teil des ‚Mini-Universums‘ des Bildes. Interview von Ole Koch mit Otto Piene

„Und hell sollen meine Bilder sein, heller als die gegenwärtige Welt (…)“
„Aber das Helle allein zu lobpreisen, scheint mir nicht mehr genug. Ich gehe das Dunkel selber an, ich durchleuchte es, ich mache es durchsichtig, ich nehme ihm seinen Schrecken, ich mache es zu Volumen von Kraft, bewegt von Atem wie mein Körper und ich nehme Rauch, damit es fliegen kann.“
Otto Piene, 1963 in: Ausst. Kat. Kestner Gesellschaft Hannover, 1965, S. 118f.

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
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Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

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Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 05.06.2019 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 25.05. - 05.06.2019