Lot Nr. 21


André Masson *


(Balagny/Oise 1896–1987 Paris)
Le braconnier, 1931, signiert und datiert 31, Öl auf Leinwand, 73 x 60 cm, gerahmt

Die vorliegende Arbeit ist beim Comité André Masson registriert. Ein Fotozertifikat liegt bei.

Provenienz:
Paul Rosenberg Gallery (Nr. Ph 3032)
Marie Harriman Gallery, New York
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
Chicago, Max Ernst – André Masson, The Arts Club, Ausst.-Kat. Nr. 9 (mit dem Titel „The Poacher“)

Literatur:
Cahiers d’Art, Nr. 6, A propos des oeuvres récentes d’André Masson, Paris 1931, S. 231–242 mit Abb.
C. Morando, André Masson, Catalogue Raisonné de l’Oeuvre Peint, 1918–1941, ArtAcatos 2010, Bd. II, S. 92, Nr. 10 mit Abb.

Als sehr wandlungsfähiger Künstler war André Masson (Balagny, Oise 1896 - Paris 1987) Schöpfer eines vielseitigen Œuvres, das eine Reihe von Kunstströmungen umfasste, zu denen der Kubismus, der Surrealismus und sogar der Abstrakte Expressionismus zählen.
1924 lernte er André Breton kennen und schloss sich der Gruppe der Surrealisten an - eine qualvolle Beziehung, die mehrmals in die Brüche gehen sollte. Nach einem anfänglichen Bruch mit den Surrealisten 1928, experimentierte Masson während der 1930er willkürlich mit Themen wie dem Aufkeimen, Metamorphosen, Schlachten und Massakern, die er allesamt mit einem betonten Fokus auf Gewalt und Erotik ausarbeitete. Während dieses Jahrzehnts wandte sich Massons Werk hin zu losen und brodelnden Anhäufungen von traumhaften Darstellungen, die er mit einer halb-automatisierten Technik malte. Aufgrund seiner glühenden Liebe zu Nietzsche und Heraklit, versuchte Masson die Kraft der antiken Mythen in einer Art psychologischem Exorzismus seiner inneren Dämonen mittels seiner Kunst zu ergründen.Le braconnier versinnbildlicht diesen Stil; es glüht in seinem fieberhaften, nicht-linearen Rhythmus von Brandmalen, welche schwarze und groteske, irreal anmutende geometrische Erscheinungen versengen. Dieses kummervolle Jahrzehnt ließ Massons Kunst zunehmend gewalttätig und quälend werden.
Als ein Großteil der europäischen Surrealisten zwischen 1938 und 1947 nach New York versetzt wurde, kam es in Übersee zu einem bis dahin unvorstellbaren kulturellen Austausch. Masson, der wie andere Surrealisten vor dem Vichy-Regime in Frankreich flüchtete, kam 1941 in die Vereinigten Staaten. Obwohl er die Kriegsjahre in Roxbury, Connecticut, eng an der Seite von Alexander Calder verbrachte, stellte Masson regelmäßig in New York aus und stand mit seinen surrealistischen Kollegen und Mitgliedern der aufkeimenden New Yorker Schule in Austausch. Massons Exil erwies sich als fruchtbar, sowohl für seine Produktivität als auch für die Reife seines künstlerischen Schaffens und ließ ihn an Stücken arbeiten, die hinsichtlich ihres bildhaften und philosophischen Forschens zu seinen besten zählen.
Enfant effrayé par les ombres de la guerre dient dem Künstler in dieser Lebensphase des als Unterstützung. Er wendet sich arglos einer inneren Landschaft zu, weit weg von der Obszönität und Grausamkeit des Weltkriegs. Dennoch dem surrealistischen Automatismus treu ergeben, skizziert er die erschrockenen Züge des Kindes entschlossen, wobei die simple Farbpalette Blut und Chaos betont, das Böse, als scheinbar verschleiertes Echo von Pablo Picassos berühmtem Guernica.

Schlagworte:
André Masson, Andre Masson

Experte: Alessandro Rizzi Alessandro Rizzi
+39-02-303 52 41

alessandro.rizzi@dorotheum.it

04.06.2019 - 17:00

Schätzwert:
EUR 70.000,- bis EUR 100.000,-

André Masson *


(Balagny/Oise 1896–1987 Paris)
Le braconnier, 1931, signiert und datiert 31, Öl auf Leinwand, 73 x 60 cm, gerahmt

Die vorliegende Arbeit ist beim Comité André Masson registriert. Ein Fotozertifikat liegt bei.

Provenienz:
Paul Rosenberg Gallery (Nr. Ph 3032)
Marie Harriman Gallery, New York
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
Chicago, Max Ernst – André Masson, The Arts Club, Ausst.-Kat. Nr. 9 (mit dem Titel „The Poacher“)

Literatur:
Cahiers d’Art, Nr. 6, A propos des oeuvres récentes d’André Masson, Paris 1931, S. 231–242 mit Abb.
C. Morando, André Masson, Catalogue Raisonné de l’Oeuvre Peint, 1918–1941, ArtAcatos 2010, Bd. II, S. 92, Nr. 10 mit Abb.

Als sehr wandlungsfähiger Künstler war André Masson (Balagny, Oise 1896 - Paris 1987) Schöpfer eines vielseitigen Œuvres, das eine Reihe von Kunstströmungen umfasste, zu denen der Kubismus, der Surrealismus und sogar der Abstrakte Expressionismus zählen.
1924 lernte er André Breton kennen und schloss sich der Gruppe der Surrealisten an - eine qualvolle Beziehung, die mehrmals in die Brüche gehen sollte. Nach einem anfänglichen Bruch mit den Surrealisten 1928, experimentierte Masson während der 1930er willkürlich mit Themen wie dem Aufkeimen, Metamorphosen, Schlachten und Massakern, die er allesamt mit einem betonten Fokus auf Gewalt und Erotik ausarbeitete. Während dieses Jahrzehnts wandte sich Massons Werk hin zu losen und brodelnden Anhäufungen von traumhaften Darstellungen, die er mit einer halb-automatisierten Technik malte. Aufgrund seiner glühenden Liebe zu Nietzsche und Heraklit, versuchte Masson die Kraft der antiken Mythen in einer Art psychologischem Exorzismus seiner inneren Dämonen mittels seiner Kunst zu ergründen.Le braconnier versinnbildlicht diesen Stil; es glüht in seinem fieberhaften, nicht-linearen Rhythmus von Brandmalen, welche schwarze und groteske, irreal anmutende geometrische Erscheinungen versengen. Dieses kummervolle Jahrzehnt ließ Massons Kunst zunehmend gewalttätig und quälend werden.
Als ein Großteil der europäischen Surrealisten zwischen 1938 und 1947 nach New York versetzt wurde, kam es in Übersee zu einem bis dahin unvorstellbaren kulturellen Austausch. Masson, der wie andere Surrealisten vor dem Vichy-Regime in Frankreich flüchtete, kam 1941 in die Vereinigten Staaten. Obwohl er die Kriegsjahre in Roxbury, Connecticut, eng an der Seite von Alexander Calder verbrachte, stellte Masson regelmäßig in New York aus und stand mit seinen surrealistischen Kollegen und Mitgliedern der aufkeimenden New Yorker Schule in Austausch. Massons Exil erwies sich als fruchtbar, sowohl für seine Produktivität als auch für die Reife seines künstlerischen Schaffens und ließ ihn an Stücken arbeiten, die hinsichtlich ihres bildhaften und philosophischen Forschens zu seinen besten zählen.
Enfant effrayé par les ombres de la guerre dient dem Künstler in dieser Lebensphase des als Unterstützung. Er wendet sich arglos einer inneren Landschaft zu, weit weg von der Obszönität und Grausamkeit des Weltkriegs. Dennoch dem surrealistischen Automatismus treu ergeben, skizziert er die erschrockenen Züge des Kindes entschlossen, wobei die simple Farbpalette Blut und Chaos betont, das Böse, als scheinbar verschleiertes Echo von Pablo Picassos berühmtem Guernica.

Schlagworte:
André Masson, Andre Masson

Experte: Alessandro Rizzi Alessandro Rizzi
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Auktion: Klassische Moderne
Datum: 04.06.2019 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 25.05. - 04.06.2019