Lot Nr. 31


Amédée Ozenfant *


(Saint-Quentin 1886 – 1966 Cannes)
Nature morte, verre et carafe, 1925, signiert Ozenfant, Aquarell, Gouache auf festem Papier, 36 x 27 cm, gerahmt

Provenienz:
Der Künstler
Sammlung Jean Bauret
Galerie Berri-Lardy, Paris –
dort im Jahr 1974 erworben
Europäische Privatsammlung

Literatur:
Pierre Guénégan, Amédée Ozenfant 1886–1966, catalogue raisonné des œuvres sur papier, London, 2016, Nr. 1925/OP-008, Abb. S. 82 und 253

Diese Komposition ist von der puristischen Ästhetik, die Amédée Ozenfant und Le Corbusier 1918 entwickelten, geprägt. Sie beruht auf dem Kubismus von vor 1914, insbesondere auf der kalten und rationalen Interpretation von Juan Gris. Sie wiesen den späteren Kubismus als zu dekorativ und unordentlich ab. Sie meinten, dass das Chaos der natürlichen Welt durch die organisierenden Mechanismen des menschlichen Geistes vertrieben werden sollte. Diese Überzeugung wurde zu einem moralischen Gebot, und Ozenfant und Le Corbusier versuchten diesem mit ihrer Arbeit zu folgen.
Ozenfant beschrieb die Funktion des rationalen Denkens mit folgender Metapher: „Eine Linse konzentriert die diffusen Strahlen der Sonne und erzeugt Feuer, indem sie diese Strahlen konvergiert. Zu konvergieren heißt, etwas Natürliches zu verfeinern, um es konzentrierter, kompakter, durchdringender und intensiver zu machen: es hilft dabei, die Manifestationen dieses Phänomens zu ermöglichen und es so für die Menschheit wirksam und nützlich zu machen.“ Ozenfants Anwendung dieses Prinzips in „Nature morte, verre et carafe“ [Stilleben mit Glas und Karaffe] ergibt eine Komposition, die klar und geometrisch ist. Der Purismus mit seinem Prinzip der Rationalität statt des Dekorativen, ist der Beginn einer neuen Ästhetik, die im Funktionalismus weitergeführt wird. www.guggenheim.org

Schlagworte:
Amédée Ozenfant, Amedee Ozenfant

Expertin: Mag. Patricia Pálffy Mag. Patricia Pálffy
+43-1-515 60-386

patricia.palffy@dorotheum.at

04.06.2019 - 17:00

Schätzwert:
EUR 40.000,- bis EUR 60.000,-

Amédée Ozenfant *


(Saint-Quentin 1886 – 1966 Cannes)
Nature morte, verre et carafe, 1925, signiert Ozenfant, Aquarell, Gouache auf festem Papier, 36 x 27 cm, gerahmt

Provenienz:
Der Künstler
Sammlung Jean Bauret
Galerie Berri-Lardy, Paris –
dort im Jahr 1974 erworben
Europäische Privatsammlung

Literatur:
Pierre Guénégan, Amédée Ozenfant 1886–1966, catalogue raisonné des œuvres sur papier, London, 2016, Nr. 1925/OP-008, Abb. S. 82 und 253

Diese Komposition ist von der puristischen Ästhetik, die Amédée Ozenfant und Le Corbusier 1918 entwickelten, geprägt. Sie beruht auf dem Kubismus von vor 1914, insbesondere auf der kalten und rationalen Interpretation von Juan Gris. Sie wiesen den späteren Kubismus als zu dekorativ und unordentlich ab. Sie meinten, dass das Chaos der natürlichen Welt durch die organisierenden Mechanismen des menschlichen Geistes vertrieben werden sollte. Diese Überzeugung wurde zu einem moralischen Gebot, und Ozenfant und Le Corbusier versuchten diesem mit ihrer Arbeit zu folgen.
Ozenfant beschrieb die Funktion des rationalen Denkens mit folgender Metapher: „Eine Linse konzentriert die diffusen Strahlen der Sonne und erzeugt Feuer, indem sie diese Strahlen konvergiert. Zu konvergieren heißt, etwas Natürliches zu verfeinern, um es konzentrierter, kompakter, durchdringender und intensiver zu machen: es hilft dabei, die Manifestationen dieses Phänomens zu ermöglichen und es so für die Menschheit wirksam und nützlich zu machen.“ Ozenfants Anwendung dieses Prinzips in „Nature morte, verre et carafe“ [Stilleben mit Glas und Karaffe] ergibt eine Komposition, die klar und geometrisch ist. Der Purismus mit seinem Prinzip der Rationalität statt des Dekorativen, ist der Beginn einer neuen Ästhetik, die im Funktionalismus weitergeführt wird. www.guggenheim.org

Schlagworte:
Amédée Ozenfant, Amedee Ozenfant

Expertin: Mag. Patricia Pálffy Mag. Patricia Pálffy
+43-1-515 60-386

patricia.palffy@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Klassische Moderne
Datum: 04.06.2019 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 25.05. - 04.06.2019