Lot Nr. 34 -


Wilhelm Lehmbruck


(Duisburg 1881–1919 Berlin)
Badendes Mädchen (Badende), Gips 1902/05, Bronzeguss wohl vor 1910, signiert W. LeHmbruck, Bronze, patiniert, H: 64 cm

Provenienz:
Karl und Faber, München Mai 1978, Auktion 147, Nr. 1702
Sammlung Dr. Büsen, Nordrhein-Westfalen
Privatsammlung, Deutschland

Literatur:
Schubert, Dietrich, Wilhelm Lehmbruck – Catalogue raisonné der Skulpturen (1898–1919), Worms 2001, S. 162 ff, Nr. 12 – C. I./4, p. 165

Wir danken Herrn Prof. Dietrich Schubert, Universität Heidelberg, für seine freundliche Unterstützung bei der Katalogisierung dieses Werkes.

Die Kunstakademie Düsseldorf besitzt einen bereits 1905 erworbenen Bronzeguss von Wilhelm Lehmbrucks Skulptur „Badende“. Er studierte dort von 1901 bis 1906 und schuf die „Badende“ während seiner Studienzeit ab 1902.

Die Plastik Badende (1902–1905) zeigt besonders anschaulich, wie sich Wilhelm Lehmbruck mit dem Stilpluralismus der Gründerzeit und dem Neoklassizismus auseinandersetzte. Die Glätte der Oberflächen, die Idealisierung weiblicher Schönheit, die Proportionen der Figur, die Pose aber auch die Zeitlosigkeit bezeugen die traditionelle Ausbildung, die Lehmbruck in Düsseldorf erhielt.
Die meisten seiner Plastiken, sind freistehend und allansichtig gestaltet. Sie müssen vom Betrachter umrundet werden um die Gesamtheit der Figur erfassen zu können. Ihr strenger Formenaufbau ist den Prinzipien der Skulptur seit der Klassischen Antike Griechenlands verpflichtet: Wilhelm Lehmbruck unterscheidet zwischen dem Stand- und dem Spielbein und festgelegte Proportionen – von ihm selbst als „Maß“ bezeichnet - bestimmen die Körperformen. Eine leichte Drehung, der nach links abgeknickte Oberkörper und der abgespreizte rechte Ellbogen der Badenden brechen die strenge Tektonik der Plastik auf. Die weichen Rundungen des nackten Körpers, wie auch die in die Hüfte gestützte rechte Hand und die an der Wade ruhende linke Hand entsprechen dem Gesamteindruck der ruhigen Haltung der Badenden, den Wilhelm Lehmbruck uns vermitteln möchte.

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
+49-211-210 77 47

petra.schaepers@dorotheum.de

04.06.2019 - 17:00

Schätzwert:
EUR 45.000,- bis EUR 55.000,-

Wilhelm Lehmbruck


(Duisburg 1881–1919 Berlin)
Badendes Mädchen (Badende), Gips 1902/05, Bronzeguss wohl vor 1910, signiert W. LeHmbruck, Bronze, patiniert, H: 64 cm

Provenienz:
Karl und Faber, München Mai 1978, Auktion 147, Nr. 1702
Sammlung Dr. Büsen, Nordrhein-Westfalen
Privatsammlung, Deutschland

Literatur:
Schubert, Dietrich, Wilhelm Lehmbruck – Catalogue raisonné der Skulpturen (1898–1919), Worms 2001, S. 162 ff, Nr. 12 – C. I./4, p. 165

Wir danken Herrn Prof. Dietrich Schubert, Universität Heidelberg, für seine freundliche Unterstützung bei der Katalogisierung dieses Werkes.

Die Kunstakademie Düsseldorf besitzt einen bereits 1905 erworbenen Bronzeguss von Wilhelm Lehmbrucks Skulptur „Badende“. Er studierte dort von 1901 bis 1906 und schuf die „Badende“ während seiner Studienzeit ab 1902.

Die Plastik Badende (1902–1905) zeigt besonders anschaulich, wie sich Wilhelm Lehmbruck mit dem Stilpluralismus der Gründerzeit und dem Neoklassizismus auseinandersetzte. Die Glätte der Oberflächen, die Idealisierung weiblicher Schönheit, die Proportionen der Figur, die Pose aber auch die Zeitlosigkeit bezeugen die traditionelle Ausbildung, die Lehmbruck in Düsseldorf erhielt.
Die meisten seiner Plastiken, sind freistehend und allansichtig gestaltet. Sie müssen vom Betrachter umrundet werden um die Gesamtheit der Figur erfassen zu können. Ihr strenger Formenaufbau ist den Prinzipien der Skulptur seit der Klassischen Antike Griechenlands verpflichtet: Wilhelm Lehmbruck unterscheidet zwischen dem Stand- und dem Spielbein und festgelegte Proportionen – von ihm selbst als „Maß“ bezeichnet - bestimmen die Körperformen. Eine leichte Drehung, der nach links abgeknickte Oberkörper und der abgespreizte rechte Ellbogen der Badenden brechen die strenge Tektonik der Plastik auf. Die weichen Rundungen des nackten Körpers, wie auch die in die Hüfte gestützte rechte Hand und die an der Wade ruhende linke Hand entsprechen dem Gesamteindruck der ruhigen Haltung der Badenden, den Wilhelm Lehmbruck uns vermitteln möchte.

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
+49-211-210 77 47

petra.schaepers@dorotheum.de


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Klassische Moderne
Datum: 04.06.2019 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 25.05. - 04.06.2019