Lot Nr. 5


Tisch, Giacomo Manzu *


1946/48, Nuss, skulptural bearbeitet in Form von gebündelten Ästen, umwickelt mit Bronzekordeln und Olivenblättern, Tischplatte aus böhmischem Kristallglas, Höhe 72,5 cm, 200 x 137 cm. (DRAX)

Der Tisch war eine Einzelanfertigung für die Villa Sanremo von Alice Lampugnani in Bordighera und wurde von Giacomo Manzù in der Tischlerwerkstatt von Eugenio Gritti in Bergamo ausgeführt.

Mit einem Zertifikat von Inge Manzù, Ardea 12. 10. 2012, Archivnummer 30/2012 sowie einer handschriftlichen Bestätigung der Provenienz von Carla Lampugnani, datiert 27. 9. 2012.

Provenienz:
Alice Lampugnani, Villa Sanremo, Bordighera, Italien - Familienbesitz bis 2009

Vgl. Lit.:
Manzù. Le opere per Alice Lampugnani, Katalog LAMe Vincenza-Verona 2004
B. Cinelli-D. Colombo, Manzu. Dialoghi sulla Spiritualita co Lucio Fontana, Kat. Museo Nazionale di Castel Sant Angel Roma/ Museo Giacomo Manzu, Ardea, Electa 2016, p. 67/68, 71 (Grande Ritratto di Signora- M. de Michele, Giacomo Manzu 1908-1991, Milano 1971, Abb. 55/56 (Sedia con aragosta, 1966), Abb. 57 (Sedia con ramo di vita e pera, 1966), Abb. 11 Abb. 117 (Porta d Amore, Dom v Salzburg, 1958), Abb. 118, Abb 127 (Porta della Morte, St. Peter in Rom, 1964)

Alice Lampugnani, für deren Villa Giacomo Manzù diesen Esstisch schuf, war in dieser Zeit eine enge Freundin und Mäzenin des Künstlers, die ihn zu einer Fülle von Zeichnungen und Studien inspirierte. Der intellektuelle Austausch zwischen den beiden gipfelte in Manzùs exemplarischem Werk „Grande Ritratto di Signora“ von 1946, für das Alice Lampugnani Auftraggeberin und Modell in einem war. Diese lebensgroße Bronzeskulptur begründete nicht zuletzt seinen künstlerischen Ruhm, der 1947 zum Auftrag für die große Porta della Morte am Petersdom in Rom führte und ihm in der Folge den 1. Preis der Biennale von Venedig 1948 einbrachte. 2003 widmete das LAMeC in Vincenza der fruchtbaren Verbindung des Künstlers mit seiner Sammlerin die Ausstellung „Manzù – le opere per Alice Lampugnani“, in der rund 50 Werke gezeigt wurden. Ihre Villa in Bordighera beherbergte neben dem großen Tisch viele weitere Ausstattungsdetails von Manzù wie Lampen, Türstopper und Rahmen aus Bronze und Kupfer und Marmorbrunnen.  

In dem Tisch mit den gebündelten Ästen und Astgabeln nimmt Manzù in einer frühen Form das Motiv der „Tralci di Vita“ (Zweige des Lebens) auf, das ihn in verschiedenen Ausformungen und Themata über zwei Jahrzehnte immer wieder beschäftigt. Beginnend mit den botanischen Studien der frühen 1940er Jahre findet sich dieses Naturmotiv ebenso in Details an den großen Bronzetoren von St. Peter in Rom und am Salzburg Dom bis hin zur Werkgruppe der dreidimensionalen auf Stühlen angeordneten Bronzestilleben der 1960er Jahre. 

02.10.2019 - 16:00

Schätzwert:
EUR 80.000,- bis EUR 120.000,-

Tisch, Giacomo Manzu *


1946/48, Nuss, skulptural bearbeitet in Form von gebündelten Ästen, umwickelt mit Bronzekordeln und Olivenblättern, Tischplatte aus böhmischem Kristallglas, Höhe 72,5 cm, 200 x 137 cm. (DRAX)

Der Tisch war eine Einzelanfertigung für die Villa Sanremo von Alice Lampugnani in Bordighera und wurde von Giacomo Manzù in der Tischlerwerkstatt von Eugenio Gritti in Bergamo ausgeführt.

Mit einem Zertifikat von Inge Manzù, Ardea 12. 10. 2012, Archivnummer 30/2012 sowie einer handschriftlichen Bestätigung der Provenienz von Carla Lampugnani, datiert 27. 9. 2012.

Provenienz:
Alice Lampugnani, Villa Sanremo, Bordighera, Italien - Familienbesitz bis 2009

Vgl. Lit.:
Manzù. Le opere per Alice Lampugnani, Katalog LAMe Vincenza-Verona 2004
B. Cinelli-D. Colombo, Manzu. Dialoghi sulla Spiritualita co Lucio Fontana, Kat. Museo Nazionale di Castel Sant Angel Roma/ Museo Giacomo Manzu, Ardea, Electa 2016, p. 67/68, 71 (Grande Ritratto di Signora- M. de Michele, Giacomo Manzu 1908-1991, Milano 1971, Abb. 55/56 (Sedia con aragosta, 1966), Abb. 57 (Sedia con ramo di vita e pera, 1966), Abb. 11 Abb. 117 (Porta d Amore, Dom v Salzburg, 1958), Abb. 118, Abb 127 (Porta della Morte, St. Peter in Rom, 1964)

Alice Lampugnani, für deren Villa Giacomo Manzù diesen Esstisch schuf, war in dieser Zeit eine enge Freundin und Mäzenin des Künstlers, die ihn zu einer Fülle von Zeichnungen und Studien inspirierte. Der intellektuelle Austausch zwischen den beiden gipfelte in Manzùs exemplarischem Werk „Grande Ritratto di Signora“ von 1946, für das Alice Lampugnani Auftraggeberin und Modell in einem war. Diese lebensgroße Bronzeskulptur begründete nicht zuletzt seinen künstlerischen Ruhm, der 1947 zum Auftrag für die große Porta della Morte am Petersdom in Rom führte und ihm in der Folge den 1. Preis der Biennale von Venedig 1948 einbrachte. 2003 widmete das LAMeC in Vincenza der fruchtbaren Verbindung des Künstlers mit seiner Sammlerin die Ausstellung „Manzù – le opere per Alice Lampugnani“, in der rund 50 Werke gezeigt wurden. Ihre Villa in Bordighera beherbergte neben dem großen Tisch viele weitere Ausstattungsdetails von Manzù wie Lampen, Türstopper und Rahmen aus Bronze und Kupfer und Marmorbrunnen.  

In dem Tisch mit den gebündelten Ästen und Astgabeln nimmt Manzù in einer frühen Form das Motiv der „Tralci di Vita“ (Zweige des Lebens) auf, das ihn in verschiedenen Ausformungen und Themata über zwei Jahrzehnte immer wieder beschäftigt. Beginnend mit den botanischen Studien der frühen 1940er Jahre findet sich dieses Naturmotiv ebenso in Details an den großen Bronzetoren von St. Peter in Rom und am Salzburg Dom bis hin zur Werkgruppe der dreidimensionalen auf Stühlen angeordneten Bronzestilleben der 1960er Jahre. 


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Design
Datum: 02.10.2019 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 27.09. - 02.10.2019