Lot Nr. 558


Carl Morgenstern


(Frankfurt am Main 1811-1893)
Blick auf die Bucht von Palermo mit dem Monte Pellegrino, Sizilien, rückseitig am Keilrahmen Stempel der Kunsthandlung J. P. Schneider, Frankfurt, sowie etliche Nummernetiketten, Öl auf Papier auf Leinwand, 31 x 44 cm, gerahmt, (Rei)

Provenienz:
Sammlung Luise Morgenstern geb. Bansa (1824-1913), Frankfurt am Main, Witwe des Künstlers;
deren Nachlass-Auktion, Frankfurter Kunstverein, 19. November 1918; Los 37;
Kunsthändler Wilhelm Frankfurt am Main (laut Auktionskatalog Hahn, Auftraggeber 535, sowie Nr. auf der Rückseite);
Kunsthaus Heinrich Hahn, Frankfurt am Main, 3. Dezember 1940, Los 85b;
Kunsthandlung J. P. Schneider jr., Frankfurt am Main, 1993;
Privatsammlung Deutschland.

Abgebildet und Verzeichnet in:
Carl Morgenstern, Austellungskatalog, Kunsthandlung J. P. Schneider, Frankfurt/Main, 14. Juni bis 10. Juli 1993, Nr.12. Carl Morgenstern und die Landschaftsmalerei seiner Zeit, Ausstellungskatalog Museum Giersch, Frankfurt/Main 2011, S. 71, Abb. 27.

Der Blick auf die Bucht von Palermo mit dem Monte Pellegrino im Hintergrund gehört zu einer Gruppe von Ölskizzen auf Papier, die Carl Morgenstern auf seiner ersten Italienreise 1834/35 anfertigte. Die Frische und Qualität dieser unmittelbaren Eindrücke aus Süditalien bezeugen Morgensterns großes malerisches Können und begeistern bis heute.

Carl Morgenstern stammte aus einer angesehen Frankfurter Malerfamilie. Seine Ausbildung erhielt er bei seinem Vater, den Landschaftsmaler Johann Friedrich Morgenstern (1777-1844). In jungen Jahren stand Morgenstern in engem Kontakt zu Künstlerkollegen wie Carl Rottmann, Heinrich Bürkel und seinem Cousin Christian Ernst Bernhard Morgenstern, die ihn besonders zu Naturstudien im Freien anregten.
1834 begab sich Carl Morgenstern auf seine erste Italienreise, die sein Schaffen entscheidend prägte.
Nach einigen Monaten in Rom, in denen sich der junge Maler in deutschen und internationalen Künstlerkreisen bewegte, reiste er im Sommer 1835 mit einer Gruppe von Malerfreunden über Neapel entlang der Küste nach Sizilien.
Auf dieser Reise entstanden eine Reihe von Ölstudien und Skizzen, die größtenteils erst nach dem Tode Morgensterns auf den Markt kamen, da sie ihm im Atelier als Grundlage und Referenzmaterial für größere Bilder dienten.

Die vorliegende Ansicht hielt Morgenstern sicherlich direkt vor Ort in Öl auf Papier fest. Die Kaschierung auf Leinwand nahm er vermutlich selbst erst nach seiner Rückkehr nach Frankfurt vor.
Warmes, südliches Licht ergießt sich über die Bucht von Palermo und streift den einsamen Mönch im Vordergrund, der dem Betrachter den Rücken zuwendet und somit gleichsam zur Identifikationsfigur wird. Das reine Blau des Himmels und des Meeres werden von zarten, goldenen Schleiern des Abendlichtes durchzogen. Diese klare Farbstimmung und die ausgewogene Komposition verleihen dem Werk eine große Ruhe und Anziehungskraft. Es vereint die typische Frische und Unmittelbarkeit einer Skizze mit der Ausgewogenheit einer fertigen Komposition.

Expertin: Mag. Dimitra Reimüller Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355

19c.paintings@dorotheum.at

23.10.2019 - 17:00

Schätzwert:
EUR 10.000,- bis EUR 15.000,-

Carl Morgenstern


(Frankfurt am Main 1811-1893)
Blick auf die Bucht von Palermo mit dem Monte Pellegrino, Sizilien, rückseitig am Keilrahmen Stempel der Kunsthandlung J. P. Schneider, Frankfurt, sowie etliche Nummernetiketten, Öl auf Papier auf Leinwand, 31 x 44 cm, gerahmt, (Rei)

Provenienz:
Sammlung Luise Morgenstern geb. Bansa (1824-1913), Frankfurt am Main, Witwe des Künstlers;
deren Nachlass-Auktion, Frankfurter Kunstverein, 19. November 1918; Los 37;
Kunsthändler Wilhelm Frankfurt am Main (laut Auktionskatalog Hahn, Auftraggeber 535, sowie Nr. auf der Rückseite);
Kunsthaus Heinrich Hahn, Frankfurt am Main, 3. Dezember 1940, Los 85b;
Kunsthandlung J. P. Schneider jr., Frankfurt am Main, 1993;
Privatsammlung Deutschland.

Abgebildet und Verzeichnet in:
Carl Morgenstern, Austellungskatalog, Kunsthandlung J. P. Schneider, Frankfurt/Main, 14. Juni bis 10. Juli 1993, Nr.12. Carl Morgenstern und die Landschaftsmalerei seiner Zeit, Ausstellungskatalog Museum Giersch, Frankfurt/Main 2011, S. 71, Abb. 27.

Der Blick auf die Bucht von Palermo mit dem Monte Pellegrino im Hintergrund gehört zu einer Gruppe von Ölskizzen auf Papier, die Carl Morgenstern auf seiner ersten Italienreise 1834/35 anfertigte. Die Frische und Qualität dieser unmittelbaren Eindrücke aus Süditalien bezeugen Morgensterns großes malerisches Können und begeistern bis heute.

Carl Morgenstern stammte aus einer angesehen Frankfurter Malerfamilie. Seine Ausbildung erhielt er bei seinem Vater, den Landschaftsmaler Johann Friedrich Morgenstern (1777-1844). In jungen Jahren stand Morgenstern in engem Kontakt zu Künstlerkollegen wie Carl Rottmann, Heinrich Bürkel und seinem Cousin Christian Ernst Bernhard Morgenstern, die ihn besonders zu Naturstudien im Freien anregten.
1834 begab sich Carl Morgenstern auf seine erste Italienreise, die sein Schaffen entscheidend prägte.
Nach einigen Monaten in Rom, in denen sich der junge Maler in deutschen und internationalen Künstlerkreisen bewegte, reiste er im Sommer 1835 mit einer Gruppe von Malerfreunden über Neapel entlang der Küste nach Sizilien.
Auf dieser Reise entstanden eine Reihe von Ölstudien und Skizzen, die größtenteils erst nach dem Tode Morgensterns auf den Markt kamen, da sie ihm im Atelier als Grundlage und Referenzmaterial für größere Bilder dienten.

Die vorliegende Ansicht hielt Morgenstern sicherlich direkt vor Ort in Öl auf Papier fest. Die Kaschierung auf Leinwand nahm er vermutlich selbst erst nach seiner Rückkehr nach Frankfurt vor.
Warmes, südliches Licht ergießt sich über die Bucht von Palermo und streift den einsamen Mönch im Vordergrund, der dem Betrachter den Rücken zuwendet und somit gleichsam zur Identifikationsfigur wird. Das reine Blau des Himmels und des Meeres werden von zarten, goldenen Schleiern des Abendlichtes durchzogen. Diese klare Farbstimmung und die ausgewogene Komposition verleihen dem Werk eine große Ruhe und Anziehungskraft. Es vereint die typische Frische und Unmittelbarkeit einer Skizze mit der Ausgewogenheit einer fertigen Komposition.

Expertin: Mag. Dimitra Reimüller Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355

19c.paintings@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts
Datum: 23.10.2019 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 12.10. - 23.10.2019