Lot Nr. 15


Scipione Pulzone, gen. Il Gaetano


(Gaeta 1544–1598 Rom)
Bildnis der Clelia Farnese,
Öl auf Leinwand, 48,5 x 38 cm, gerahmt

Provenienz:
Palazzo Farnese, Rom (ursprünglich Teil einer Gruppe von sieben Gemälden);
Privatsammlung, Neapel, 1998;
Auktion, Porro, Mailand, 3. April 2003, Lot 2;
europäische Privatsammlung

Literatur:
A. Vannugli, Scipione Pulzone ritrattista. Traccia per un catalogo ragionato, in: A. Acconci, A. Zuccari, Scipione Pulzone: Da Gaeta a Roma alle Corti europee, Ausstellungskatalog, Rom 2013, S. 51, S. 324–327, Nr. 25, 34

Das vorliegende Gemälde ist in der Fototeca Zeri unter Nr. 29127 (als Scipione Pulzone) verzeichnet. Zeri hält fest, dass es einst Teil einer Serie von sieben Damenporträts ähnlicher Abmessungen war, die um 1580 entstanden ist und sich vormals im Palazzo Farnese in Rom befand.

Während seines Romaufenthalts 1581 berichtete der französische Philosoph Michel de Montaigne in seinem Journal de voyage von einem Besuch im Palazzo der Cesarini bei San Pietro in Vincoli: „Il y a aussi les portraits des plus belles dames romaines vivantes et de la signora Clelia-Fascia Farnèse, sa femme, qui est, sinon la plus agréable, sans comparaison la plus amaible femme qui fût pour lors à Rome, ni que je sache ailleurs.“

Clelia Farnese (1557–1613) war die uneheliche Tochter des „gran cardinale“ Alessandro Farnese und die Nichte von Papst Paul III. Sie erhielt ihre Erziehung am Hof von Urbino durch ihre Tante, die Herzogin Vittoria Farnese. Im Alter von nur acht Jahren wurde sie dem sechzehnjährigen römischen Adeligen Giovan Giorgio Cesarini versprochen. Ihre beachtliche Mitgift bestand aus 30.000 Scudi in bar sowie Schmuck; 1571 feierte man Hochzeit. Giovan Giorgio war bekannt für seinen zügellosen Lebenswandel, der auch seiner Gemahlin missfiel. Clelia Farnese war eine starke Persönlichkeit und nahm jede Gelegenheit war, um das freizügige Verhalten ihres Mannes öffentlich anzuprangern, wie aus mehreren Briefen an ihren Vater hervorgeht. Clelia wurde in der römischen Gesellschaft wegen ihrer Anmut und Schönheit gerühmt und bald zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der Stadt; sogar Torquato Tasso widmete ihr einen Lobgesang.

Clelia, die die Bewunderung ihrer zahlreichen Verehrer unverhohlen genoss, nachdem sie 1585 Witwe geworden war, fühlte sich offenbar zu Kardinal Ferdinando de’ Medici hingezogen. 1597 zwang sie ihr Vater daher, Rom zu verlassen und den Marchese Marco Pio di Savoia zu heiraten, mit dem sie sich in Sassuolo niederlassen sollte, was bedeutete, dass ihr früheres reges gesellschaftliches Leben und die sie umgebenden Skandale und verleumdenden Gerüchte Geschichte waren. 1601 kehrte Clelia nach Rom zurück, wo sie bis zu ihrem Tod 1613 lebte. In seinem römischen Tagebuch pries sie Giacinto Gigli mit folgenden Worten: „Sie war die schönste Frau ihrer Zeit, sie war die Tochter von Kardinal Alessandro Farnese, von dem man sagte, er hätte drei besonders schöne Dinge, die unmöglich zu haben seien. Diese waren der Palazzo de’ Farnesi, die Kirche Gesù, die er hatte erbauen lassen, und Signorina Clelia, seine Tochter“ [„Fu questa la più bella donna che si trovasse a suo tempo, et fu figliola del Cardinal Alessandro Farnese, del quale si soleva dire, che tre cose estremamente belle haveva questo Cardinale, che era quasi impossibile di poterle arrivare. Queste erano il Palazzo de’ Farnesi, la Chiesa del Giesù da lui fabricata, et la Sig.ra Clelia sua figliola“]’.

22.10.2019 - 17:00

Erzielter Preis: **
EUR 42.800,-
Schätzwert:
EUR 20.000,- bis EUR 30.000,-

Scipione Pulzone, gen. Il Gaetano


(Gaeta 1544–1598 Rom)
Bildnis der Clelia Farnese,
Öl auf Leinwand, 48,5 x 38 cm, gerahmt

Provenienz:
Palazzo Farnese, Rom (ursprünglich Teil einer Gruppe von sieben Gemälden);
Privatsammlung, Neapel, 1998;
Auktion, Porro, Mailand, 3. April 2003, Lot 2;
europäische Privatsammlung

Literatur:
A. Vannugli, Scipione Pulzone ritrattista. Traccia per un catalogo ragionato, in: A. Acconci, A. Zuccari, Scipione Pulzone: Da Gaeta a Roma alle Corti europee, Ausstellungskatalog, Rom 2013, S. 51, S. 324–327, Nr. 25, 34

Das vorliegende Gemälde ist in der Fototeca Zeri unter Nr. 29127 (als Scipione Pulzone) verzeichnet. Zeri hält fest, dass es einst Teil einer Serie von sieben Damenporträts ähnlicher Abmessungen war, die um 1580 entstanden ist und sich vormals im Palazzo Farnese in Rom befand.

Während seines Romaufenthalts 1581 berichtete der französische Philosoph Michel de Montaigne in seinem Journal de voyage von einem Besuch im Palazzo der Cesarini bei San Pietro in Vincoli: „Il y a aussi les portraits des plus belles dames romaines vivantes et de la signora Clelia-Fascia Farnèse, sa femme, qui est, sinon la plus agréable, sans comparaison la plus amaible femme qui fût pour lors à Rome, ni que je sache ailleurs.“

Clelia Farnese (1557–1613) war die uneheliche Tochter des „gran cardinale“ Alessandro Farnese und die Nichte von Papst Paul III. Sie erhielt ihre Erziehung am Hof von Urbino durch ihre Tante, die Herzogin Vittoria Farnese. Im Alter von nur acht Jahren wurde sie dem sechzehnjährigen römischen Adeligen Giovan Giorgio Cesarini versprochen. Ihre beachtliche Mitgift bestand aus 30.000 Scudi in bar sowie Schmuck; 1571 feierte man Hochzeit. Giovan Giorgio war bekannt für seinen zügellosen Lebenswandel, der auch seiner Gemahlin missfiel. Clelia Farnese war eine starke Persönlichkeit und nahm jede Gelegenheit war, um das freizügige Verhalten ihres Mannes öffentlich anzuprangern, wie aus mehreren Briefen an ihren Vater hervorgeht. Clelia wurde in der römischen Gesellschaft wegen ihrer Anmut und Schönheit gerühmt und bald zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der Stadt; sogar Torquato Tasso widmete ihr einen Lobgesang.

Clelia, die die Bewunderung ihrer zahlreichen Verehrer unverhohlen genoss, nachdem sie 1585 Witwe geworden war, fühlte sich offenbar zu Kardinal Ferdinando de’ Medici hingezogen. 1597 zwang sie ihr Vater daher, Rom zu verlassen und den Marchese Marco Pio di Savoia zu heiraten, mit dem sie sich in Sassuolo niederlassen sollte, was bedeutete, dass ihr früheres reges gesellschaftliches Leben und die sie umgebenden Skandale und verleumdenden Gerüchte Geschichte waren. 1601 kehrte Clelia nach Rom zurück, wo sie bis zu ihrem Tod 1613 lebte. In seinem römischen Tagebuch pries sie Giacinto Gigli mit folgenden Worten: „Sie war die schönste Frau ihrer Zeit, sie war die Tochter von Kardinal Alessandro Farnese, von dem man sagte, er hätte drei besonders schöne Dinge, die unmöglich zu haben seien. Diese waren der Palazzo de’ Farnesi, die Kirche Gesù, die er hatte erbauen lassen, und Signorina Clelia, seine Tochter“ [„Fu questa la più bella donna che si trovasse a suo tempo, et fu figliola del Cardinal Alessandro Farnese, del quale si soleva dire, che tre cose estremamente belle haveva questo Cardinale, che era quasi impossibile di poterle arrivare. Queste erano il Palazzo de’ Farnesi, la Chiesa del Giesù da lui fabricata, et la Sig.ra Clelia sua figliola“]’.


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+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister I
Datum: 22.10.2019 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 12.10. - 22.10.2019


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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