Lot Nr. 64 -


Pietro Muttoni, gen. Pietro della Vecchia


(Venedig oder Vicenza 1602/03–1678 Venedig)
Herodes mit dem Haupt Johannes’ des Täufers,
Öl auf Leinwand, 81 x 93,5 cm, gerahmt

Provenienz:
Sammlung Papafava, Padua;
Kunsthandel, Mailand, 1990er-Jahre;
Privatsammlung, Italien, bis 2019;
dort erworben durch den jetzigen Besitzer

Literatur:
B. Aikema, Pietro della Vecchia and the Heritage of the Renaissance in Venice, Florenz 1990, S. 132, Nr. 107

Pietro della Vecchias Oeuvre zeichnet sich durch seine große stilistische Bandbreite aus, die Neuinterpretationen angefangen von den großen venezianischen Meister des 16. Jahrhunderts bis hin zu Caravaggio umfasst. Das vorliegende Gemälde verrät den Einfluss des Letzteren, mit dessen Arbeiten Vecchia während seines Romaufenthalts in den frühen 1620er-Jahren in Berührung kam. Das vorliegende Werk, das weder signiert noch datiert ist, ist in die zweite Hälfte der 1630er-Jahre einzuordnen.

Die von Pietro Vecchia dargestellten Bildthemen muten sonderbar an – zuweilen erotisch oder außerhalb des Kanons, ganz im Einklang mit der damaligen freigeistigen Kultur Venedigs. Das vorliegende Gemälde präsentiert sich eher mehrdeutig oder eigentlich provokant: Das abgetrennte Haupt des heiligen Johannes wird von Herodes gehalten, neben dem seine alternde Frau Herodias steht. Herodes ist als „Bravo“ in der für Vecchia typischen Manier der pseudo-giorgionesken Bildtradition dargestellt, während die gealterte Herodias an Giorgiones berühmte Vecchia (Alte) denken lässt (Galleria dell’Accademia, Venedig).

Die Bildfindung entspricht mit ihrer eigenartigen und herausfordernden Darstellung den Erwartungen eines offen eingestellten Publikums, etwa der berühmten venezianischen Freidenker-Akademie der Incogniti.

22.10.2019 - 17:00

Schätzwert:
EUR 25.000,- bis EUR 35.000,-

Pietro Muttoni, gen. Pietro della Vecchia


(Venedig oder Vicenza 1602/03–1678 Venedig)
Herodes mit dem Haupt Johannes’ des Täufers,
Öl auf Leinwand, 81 x 93,5 cm, gerahmt

Provenienz:
Sammlung Papafava, Padua;
Kunsthandel, Mailand, 1990er-Jahre;
Privatsammlung, Italien, bis 2019;
dort erworben durch den jetzigen Besitzer

Literatur:
B. Aikema, Pietro della Vecchia and the Heritage of the Renaissance in Venice, Florenz 1990, S. 132, Nr. 107

Pietro della Vecchias Oeuvre zeichnet sich durch seine große stilistische Bandbreite aus, die Neuinterpretationen angefangen von den großen venezianischen Meister des 16. Jahrhunderts bis hin zu Caravaggio umfasst. Das vorliegende Gemälde verrät den Einfluss des Letzteren, mit dessen Arbeiten Vecchia während seines Romaufenthalts in den frühen 1620er-Jahren in Berührung kam. Das vorliegende Werk, das weder signiert noch datiert ist, ist in die zweite Hälfte der 1630er-Jahre einzuordnen.

Die von Pietro Vecchia dargestellten Bildthemen muten sonderbar an – zuweilen erotisch oder außerhalb des Kanons, ganz im Einklang mit der damaligen freigeistigen Kultur Venedigs. Das vorliegende Gemälde präsentiert sich eher mehrdeutig oder eigentlich provokant: Das abgetrennte Haupt des heiligen Johannes wird von Herodes gehalten, neben dem seine alternde Frau Herodias steht. Herodes ist als „Bravo“ in der für Vecchia typischen Manier der pseudo-giorgionesken Bildtradition dargestellt, während die gealterte Herodias an Giorgiones berühmte Vecchia (Alte) denken lässt (Galleria dell’Accademia, Venedig).

Die Bildfindung entspricht mit ihrer eigenartigen und herausfordernden Darstellung den Erwartungen eines offen eingestellten Publikums, etwa der berühmten venezianischen Freidenker-Akademie der Incogniti.


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister I
Datum: 22.10.2019 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 12.10. - 22.10.2019