Lot Nr. 66


Giovanni Battista Salvi, gen. Il Sassoferrato


(Sassoferrato 1609–1685 Rom)
Betende Muttergottes,
Öl auf Kupfer, 22 x 17,5 cm, gerahmt

Provenienz:
europäische Privatsammlung

Wir danken François Macé de Lépinay, der die Zuschreibung des vorliegenden Gemäldes auf Grundlage einer hochaufgelösten Digitalfotografie bestätigt hat.

Dieses kleine auf Kupfer gemalte Werk gehört zu den berühmtesten Sujets im Oeuvre Sassoferratos. Die Muttergottes ist hier betend dargestellt, mit gefalteten Händen; ihr Blick ist gesenkt, das Haupt leicht geneigt. Sie trägt den typischen blauen Mantel mit einem weißen Schleier über Kopf und Schultern, was den Elfenbeinton ihrer Haut unterstreicht.

Die elegante Komposition, der emailartige Farbauftrag und die Reinheit der Darstellung sprechen für die hohe Ausführungsqualität des Werks. Das kleine Format und insbesondere der Bildträger Kupfer machen aus dem Gemälde eine kostbare Preziose. Es ist daher wahrscheinlich, dass das Werk im privaten Gebetsraum eines hochrangigen Prälaten angebracht war.

Im Laufe seines Schaffens hat Sassoferrato die betende Muttergottes wiederholt gemalt, sodass es davon zahlreiche Fassungen gibt, etwa das auf Leinwand gemalte Bild größeren Formats, das in der Accademia Carrara in Bergamo aufbewahrt wird (Inv.-Nr. 81LC00215).

Die Schlichtheit und Nüchternheit der Komposition machen das Werk zu einem der wirkungsvollsten und ikonenhaftesten Bilder des 17. Jahrhunderts, als der Marienkult aufgrund der Direktiven der Gegenreformation neuen Zulauf fand. Vor diesem Hintergrund erlangte Sassoferratos Schaffen eindringlicher, aber behutsam dargestellter religiöser Themen großen Erfolg. Der Anspruch des Künstlers, ein zeitloses Schönheitsideal wiederherzustellen, ging auf die Hochrenaissance, insbesondere auf Raffael, zurück und beförderte eine Wiederbelebung des Andachtsgenres.

Giovanni Battista Salvi, nach seiner Heimatstatt in den Marken „Il Sassoferrato“ benannt, war hauptsächlich in Mittelitalien tätig. Nach einer ersten Ausbildung bei seinem Vater begab er sich auf die unverzichtbare Studienreise nach Rom, wo er in die Werkstatt Domenichinos eintrat. Diese Erfahrung brachte ihn in direkten Kontakt mit klassizistischen Malern wie den Carracci und Guido Reni und weckte seine Bewunderung für die Kunst der Renaissance, deren Nachahmung er anstrebte. Sassoferratos Malweise zeichnet sich durch eine verfeinerte Archaik aus, die sich auf die großen Meister des 15. und 16. Jahrhunderts beruft. Sassoferrato war als Porträtist sehr geschätzt, doch wurde er vor allem für seine überaus eleganten religiösen Kabinettbilder berühmt, die sich – wie auch das vorliegende Werk – durch eine ruhige und private Intimität auszeichnen.

22.10.2019 - 17:00

Erzielter Preis: **
EUR 137.500,-
Schätzwert:
EUR 60.000,- bis EUR 80.000,-

Giovanni Battista Salvi, gen. Il Sassoferrato


(Sassoferrato 1609–1685 Rom)
Betende Muttergottes,
Öl auf Kupfer, 22 x 17,5 cm, gerahmt

Provenienz:
europäische Privatsammlung

Wir danken François Macé de Lépinay, der die Zuschreibung des vorliegenden Gemäldes auf Grundlage einer hochaufgelösten Digitalfotografie bestätigt hat.

Dieses kleine auf Kupfer gemalte Werk gehört zu den berühmtesten Sujets im Oeuvre Sassoferratos. Die Muttergottes ist hier betend dargestellt, mit gefalteten Händen; ihr Blick ist gesenkt, das Haupt leicht geneigt. Sie trägt den typischen blauen Mantel mit einem weißen Schleier über Kopf und Schultern, was den Elfenbeinton ihrer Haut unterstreicht.

Die elegante Komposition, der emailartige Farbauftrag und die Reinheit der Darstellung sprechen für die hohe Ausführungsqualität des Werks. Das kleine Format und insbesondere der Bildträger Kupfer machen aus dem Gemälde eine kostbare Preziose. Es ist daher wahrscheinlich, dass das Werk im privaten Gebetsraum eines hochrangigen Prälaten angebracht war.

Im Laufe seines Schaffens hat Sassoferrato die betende Muttergottes wiederholt gemalt, sodass es davon zahlreiche Fassungen gibt, etwa das auf Leinwand gemalte Bild größeren Formats, das in der Accademia Carrara in Bergamo aufbewahrt wird (Inv.-Nr. 81LC00215).

Die Schlichtheit und Nüchternheit der Komposition machen das Werk zu einem der wirkungsvollsten und ikonenhaftesten Bilder des 17. Jahrhunderts, als der Marienkult aufgrund der Direktiven der Gegenreformation neuen Zulauf fand. Vor diesem Hintergrund erlangte Sassoferratos Schaffen eindringlicher, aber behutsam dargestellter religiöser Themen großen Erfolg. Der Anspruch des Künstlers, ein zeitloses Schönheitsideal wiederherzustellen, ging auf die Hochrenaissance, insbesondere auf Raffael, zurück und beförderte eine Wiederbelebung des Andachtsgenres.

Giovanni Battista Salvi, nach seiner Heimatstatt in den Marken „Il Sassoferrato“ benannt, war hauptsächlich in Mittelitalien tätig. Nach einer ersten Ausbildung bei seinem Vater begab er sich auf die unverzichtbare Studienreise nach Rom, wo er in die Werkstatt Domenichinos eintrat. Diese Erfahrung brachte ihn in direkten Kontakt mit klassizistischen Malern wie den Carracci und Guido Reni und weckte seine Bewunderung für die Kunst der Renaissance, deren Nachahmung er anstrebte. Sassoferratos Malweise zeichnet sich durch eine verfeinerte Archaik aus, die sich auf die großen Meister des 15. und 16. Jahrhunderts beruft. Sassoferrato war als Porträtist sehr geschätzt, doch wurde er vor allem für seine überaus eleganten religiösen Kabinettbilder berühmt, die sich – wie auch das vorliegende Werk – durch eine ruhige und private Intimität auszeichnen.


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old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister I
Datum: 22.10.2019 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 12.10. - 22.10.2019


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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