Lot Nr. 96


Alessandro Magnasco


(Genua 1667–1749)
Venus und Amor mit verbundenen Augen in der Schmiede des Vulkan,
Öl auf Leinwand, 117 x 170,2 cm, gerahmt

Provenienz:
Auktion, Christie’s, New York, 19. April 2007, Lot 95;
Fondazione Famiglia Teruzzi, Villa Regina Margherita, Bordighera;
Kunsthandel, Italien;
dort erworben durch den jetzigen Besitzer

Literatur:
A. Scarpa, M. Lupo (Hg.), Villa Regina Margherita, Guida al Museo, Mailand 2011, S. 118f., Abb. 48

Die vorliegende Komposition zeigt den Augenblick, in dem die Göttin Venus ihren Gemahl Vulkan, den Gott des Feuers, bittet, für ihren Sohn Äneas, der gegen Latium in den Krieg zieht, eine Rüstung zu fertigen. Venus hatte sich allerdings in Mars verliebt und den blinden Schmied Vulkan zum Hahnrei gemacht. Sich des Ehebruchs seiner Frau bewusst, fertigte Vulkan ein fein gesponnenes Netz, um Venus und ihren Liebhaber zu fangen und sich zu rächen. Anstelle des jungen Mars, der nicht anwesend ist, hebt Cupido triumphierend einen einzelnen Pfeil hoch, während er sich auf den glänzenden Panzer stützt. Vor dem Hintergrund der für die Geschichte zentralen Themen Liebe und Betrug verweist der mit verbundenen Augen dargestellte Cupido in Verbindung mit dem Motiv der Dunkelheit auf Venus’ Untreue.

Das vorliegende Gemälde ist das einzige bekannte mythologische Werk Alessandro Magnascos. Obgleich die Malweise für den Künstler charakteristisch ist, hebt sich das Bild sowohl technisch als auch thematisch von seinem übrigen Œuvre ab. Die breiten, lockeren Pinselstriche für Züge und Kleider der Figuren verleihen in Verbindung mit den gedämpften Erdfarben der Komposition Dynamik und Lebendigkeit. Die monumentale körperliche Präsenz der drei Figuren beherrscht die Bildoberfläche. Hell leuchten ihre im Licht liegenden Körper im Dunkel der Schmiede Vulkans. Die Anordnung der Bildelemente deckt sich mit der zweier anderer bekannter Werke Magnascos, der Darbringung Christi im Tempel im Wadsworth Atheneum in Hartford und des Gemäldes Der heilige Ambrosius verwehrt Theodosius das Betreten der Kirche im Art Institute of Chicago. Das vorliegende Bild lässt sich in das erste Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts, wahrscheinlich in die Florentiner Zeit des Künstlers, datieren.

22.10.2019 - 17:00

Erzielter Preis: **
EUR 62.800,-
Schätzwert:
EUR 50.000,- bis EUR 70.000,-

Alessandro Magnasco


(Genua 1667–1749)
Venus und Amor mit verbundenen Augen in der Schmiede des Vulkan,
Öl auf Leinwand, 117 x 170,2 cm, gerahmt

Provenienz:
Auktion, Christie’s, New York, 19. April 2007, Lot 95;
Fondazione Famiglia Teruzzi, Villa Regina Margherita, Bordighera;
Kunsthandel, Italien;
dort erworben durch den jetzigen Besitzer

Literatur:
A. Scarpa, M. Lupo (Hg.), Villa Regina Margherita, Guida al Museo, Mailand 2011, S. 118f., Abb. 48

Die vorliegende Komposition zeigt den Augenblick, in dem die Göttin Venus ihren Gemahl Vulkan, den Gott des Feuers, bittet, für ihren Sohn Äneas, der gegen Latium in den Krieg zieht, eine Rüstung zu fertigen. Venus hatte sich allerdings in Mars verliebt und den blinden Schmied Vulkan zum Hahnrei gemacht. Sich des Ehebruchs seiner Frau bewusst, fertigte Vulkan ein fein gesponnenes Netz, um Venus und ihren Liebhaber zu fangen und sich zu rächen. Anstelle des jungen Mars, der nicht anwesend ist, hebt Cupido triumphierend einen einzelnen Pfeil hoch, während er sich auf den glänzenden Panzer stützt. Vor dem Hintergrund der für die Geschichte zentralen Themen Liebe und Betrug verweist der mit verbundenen Augen dargestellte Cupido in Verbindung mit dem Motiv der Dunkelheit auf Venus’ Untreue.

Das vorliegende Gemälde ist das einzige bekannte mythologische Werk Alessandro Magnascos. Obgleich die Malweise für den Künstler charakteristisch ist, hebt sich das Bild sowohl technisch als auch thematisch von seinem übrigen Œuvre ab. Die breiten, lockeren Pinselstriche für Züge und Kleider der Figuren verleihen in Verbindung mit den gedämpften Erdfarben der Komposition Dynamik und Lebendigkeit. Die monumentale körperliche Präsenz der drei Figuren beherrscht die Bildoberfläche. Hell leuchten ihre im Licht liegenden Körper im Dunkel der Schmiede Vulkans. Die Anordnung der Bildelemente deckt sich mit der zweier anderer bekannter Werke Magnascos, der Darbringung Christi im Tempel im Wadsworth Atheneum in Hartford und des Gemäldes Der heilige Ambrosius verwehrt Theodosius das Betreten der Kirche im Art Institute of Chicago. Das vorliegende Bild lässt sich in das erste Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts, wahrscheinlich in die Florentiner Zeit des Künstlers, datieren.


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister I
Datum: 22.10.2019 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 12.10. - 22.10.2019


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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