Lot Nr. 52 V


1965 Mercedes-Benz 230 SL


Chassis: 113042-10-009541,
Motor: 127981-10-008098,
Papiere: Österreichischer Typenschein

Wiener Auslieferung, nur drei eingetragene Halter
Weitgehend unrestauriert, lückenlos dokumentiert
Außergewöhnlich seltene Farbkombination
Matching Numbers


Auf dem Genfer Automobilsalon 1963 stellte Mercedes-Benz seinen neuen SL vor. Der sollte den Spagat schaffen gleich zwei Vorgänger abzulösen, das Überauto 300 SL und den etwas schwachbrüstigen 190 SL. Hinsichtlich des Marktsegments orientierte man sich an letzterem, die Zeit der Einzelstücke war vorbei. Aber man spendierte der modernen Karosse von Paul Bracq einen Motor, der schon mit der Flosse leicht fertig wurde und in neuer, aufgebohrter Einspritzer-Version, drehfreudig und kraftvoll, den 230 SL zum richtigen Sportwagen machte. Es gab natürlich auch diesen SL wieder mit Coupédach, dessen konkaver Form die Baureihe seinen Rufnamen verdankt: Pagode.

Am 12. Juli 1963, also ein paar Monate nach der Präsentation, bestellte sich ein Apotheker aus Mariahilf einen der neuen 230 SL. Als Farbe wählte er Schwarz (040) und dazu ein graues Interieur, eine Kombination, die, warum auch immer, höchst selten war, obwohl sie wunderschön ist. Als Extras wählte er den Quersitz im Fond und eine Überdruck-Klimaanlage. Damit kostete der SL abzüglich 3% Abstandsrabatt schlappe 194.260 Schilling, wie aus der noch vorliegenden Originalrechnung hervorgeht. Abstandsrabatt heißt, dass der Apotheker ein Jahr und acht Monate auf seinen neuen Mercedes warten und dabei bereits knapp die Hälfte anzahlen durfte. Am 18. März 1965 war es dann so weit und er konnte den 230 SL endlich zulassen. Gut Ding braucht eben Weile. Eine Weile behielt er ihn auch, denn erst 26 Jahre später verließ die Pagode die Familie. Und bis heute folgten nur zwei weitere Halter. All die Jahre hat der Mercedes überdauert, ohne je restauriert werden zu müssen. Das originale Serviceheft ist Zeugnis für den ordentlichen Umgang mit ihm. Sicherlich wurde einmal das Lackkleid erneuert und zuletzt bekam das originale Interieur ein neues, wunderschön gemachtes Ledergestühl spendiert, doch steht vor uns ein SL, der auf charmanteste Weise zeigt, dass er zwar stets gehegt und gepflegt wurde, aber auch an einem solchen Auto die Zeit nicht gänzlich spurlos vorüber geht. Manche nennen es Patina, andere Ausstrahlung. Hier ist jedenfalls ausreichend davon.
Diesen 230 SL muss man verstehen können. Er ist etwas ganz außergewöhnliches, sei es mit der Geschichte, die er erzählt, sei es, ob seiner Farbkombination oder ob des herrlich originalen Zustands. Aus jeder Hinsicht sucht er seinesgleichen, und das wohl vergeblich, denn einen zweiten solchen gibt es nicht!

19.10.2019 - 16:00

Schätzwert:
EUR 70.000,- bis EUR 90.000,-

1965 Mercedes-Benz 230 SL


Chassis: 113042-10-009541,
Motor: 127981-10-008098,
Papiere: Österreichischer Typenschein

Wiener Auslieferung, nur drei eingetragene Halter
Weitgehend unrestauriert, lückenlos dokumentiert
Außergewöhnlich seltene Farbkombination
Matching Numbers


Auf dem Genfer Automobilsalon 1963 stellte Mercedes-Benz seinen neuen SL vor. Der sollte den Spagat schaffen gleich zwei Vorgänger abzulösen, das Überauto 300 SL und den etwas schwachbrüstigen 190 SL. Hinsichtlich des Marktsegments orientierte man sich an letzterem, die Zeit der Einzelstücke war vorbei. Aber man spendierte der modernen Karosse von Paul Bracq einen Motor, der schon mit der Flosse leicht fertig wurde und in neuer, aufgebohrter Einspritzer-Version, drehfreudig und kraftvoll, den 230 SL zum richtigen Sportwagen machte. Es gab natürlich auch diesen SL wieder mit Coupédach, dessen konkaver Form die Baureihe seinen Rufnamen verdankt: Pagode.

Am 12. Juli 1963, also ein paar Monate nach der Präsentation, bestellte sich ein Apotheker aus Mariahilf einen der neuen 230 SL. Als Farbe wählte er Schwarz (040) und dazu ein graues Interieur, eine Kombination, die, warum auch immer, höchst selten war, obwohl sie wunderschön ist. Als Extras wählte er den Quersitz im Fond und eine Überdruck-Klimaanlage. Damit kostete der SL abzüglich 3% Abstandsrabatt schlappe 194.260 Schilling, wie aus der noch vorliegenden Originalrechnung hervorgeht. Abstandsrabatt heißt, dass der Apotheker ein Jahr und acht Monate auf seinen neuen Mercedes warten und dabei bereits knapp die Hälfte anzahlen durfte. Am 18. März 1965 war es dann so weit und er konnte den 230 SL endlich zulassen. Gut Ding braucht eben Weile. Eine Weile behielt er ihn auch, denn erst 26 Jahre später verließ die Pagode die Familie. Und bis heute folgten nur zwei weitere Halter. All die Jahre hat der Mercedes überdauert, ohne je restauriert werden zu müssen. Das originale Serviceheft ist Zeugnis für den ordentlichen Umgang mit ihm. Sicherlich wurde einmal das Lackkleid erneuert und zuletzt bekam das originale Interieur ein neues, wunderschön gemachtes Ledergestühl spendiert, doch steht vor uns ein SL, der auf charmanteste Weise zeigt, dass er zwar stets gehegt und gepflegt wurde, aber auch an einem solchen Auto die Zeit nicht gänzlich spurlos vorüber geht. Manche nennen es Patina, andere Ausstrahlung. Hier ist jedenfalls ausreichend davon.
Diesen 230 SL muss man verstehen können. Er ist etwas ganz außergewöhnliches, sei es mit der Geschichte, die er erzählt, sei es, ob seiner Farbkombination oder ob des herrlich originalen Zustands. Aus jeder Hinsicht sucht er seinesgleichen, und das wohl vergeblich, denn einen zweiten solchen gibt es nicht!


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 10.00 - 16.00
oldtimer@dorotheum.at

+43 1 515 60 428
Auktion: Klassische Fahrzeuge
Datum: 19.10.2019 - 16:00
Auktionsort: Messezentrum Salzburg
Besichtigung: 18.10. - 19.10.2019