Lot Nr. 64 V


1989 Ferrari F40


Chassis: ZFFGJ34B000080719,
Motor: 16926,
Papiere: Deutscher Fahrzeugbrief

Früher F40 mit Schiebefenster
Ausgeliefert ohne Kat und ohne verstellbares Fahrwerk
Fast 25 Jahre im Besitz von Fritz Neuser
Original 22.500 Kilometer


Es gibt nur ganz wenige Autos, die jedem, wirklich jedem ein Begriff sind. Eines davon ist der Ferrari F40. Und fast jeder hatte einen, auch wenn es nur 1.311 Glückliche waren, die ihren F40 im Maßstab 1:1 besaßen. Der F40 braucht nicht viele Worte, denn Worte können nie beschreiben, wie sich ein F40 anfühlt, deshalb hier nun ein kurzer Versuch sich einer Legende anzunähern.

Die Geschichte begann wie so oft im Wettkampf. Porsche beeindruckte die Fachwelt Anfang der 1980er mit dem 959, einem Raumschiff von einem Auto, das obendrein 1986 sogar noch die Rallye Paris-Dakar gewann. Um in der Gruppe B dagegen halten zu können, begann man schon 1984 in Maranello damit die Möglichkeiten des 288 GTO auszureizen. Das Ergebnis war 1986 der 288 GTO Evoluzione und war da schon obsolet. Die FIA hatte das Ende der Gruppe B besiegelt, zu viele hatten in diesem Wahnsinn des Wettrüstens ihr Leben verloren. So stand man bei Ferrari mit einer Handvoll Rennautos da, für die es keine weitere Verwendung gab.

Da abzusehen war, dass Porsche den 959 bald in Serie bringen würde, musste ein Nachfolger des 288 GTO her. Und plötzlich machten die überflüssigen Evoluzione wieder Sinn. Der Zugang war jedoch ein gänzlich anderer als in Zuffenhausen. Man wollte ein puristisches Auto, kein Science Fiction Experiment. Es war das letzte große Herzensprojekt des Commendatore und das sollte alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Und genau das tat er.

Als Ferrari den F40 zum vierzigjährigen Firmenjubiläum präsentierte, war das Staunen groß. Im Studio von Pininfarina war ein Sportwagen entstanden, wie ihn vorher noch nie jemand gesehen hatte. Unter der kohlefaserverstärkten Kunststoffhülle steckte reinste Rennsporttechnik. Der 3-Liter V8 wurde von einem Paar Turboladern zwangsbeatmet und leistete schon am Papier sagenhafte 478 PS. Tatsächlich sollen es noch mehr gewesen sein, und das ganze völlig ungefiltert, ohne jedweden elektronischen Schnick-Schnack für Fahranfänger.

Dass er 4,1 Sekunden für den Sprint auf 100 brauchte, lag an den Hinterreifen, die die Urgewalt nicht auf die Straße brachten. Die 200 erreichte er nach 11 Sekunden, und auf der Teststrecke in Fiorano unterbot der den Rekord seines Vorgängers um die Ewigkeit von 6,4 Sekunden.

Eigentlich waren nur 450 Stück geplant, aber so ein Ereignis konnte und wollte sich niemand entgehen lassen, auch wenn das Preisschild ihn für Normalsterbliche unerreichbar machte. 1.315 Stück entstanden letztlich, bis 1992 die Produktion endete, fast ausschließlich in Rosso Corsa. Über die Jahre wurde auch der F40 weiter entwickelt, manche würden sagen verweichlicht. Auf die Schiebefenster folgten komfortable Kurbelfenster, dann wurde natürlich mit Katalysatoren die Leistung beschnitten und zur Abwehr von Straßenschwellen gab es letztlich ein verstellbares Fahrwerk. Selbstredend kann der Purist auf all dies gerne verzichten.

Nach Enzo Ferraris Tod 1988 verkam der F40 zum Spekulationsobjekt. Die Preise für Wartelistenplätze und Gebrauchtwagen stiegen in schier schwindelerregende Höhen. Auch das gehört zum Mythos F40, auch wenn es das eigentliche Thema grandios verfehlt. Der F40 war einfach die Quintessenz eines Rennwagens für die Straße. Zeitgemäß war er gewiss nicht, zeitlos auf alle Fälle!

Dieser Ferrari F40 wurde am 2. Juni 1989 über den Ferrari-Konzessionär Symbol Car S.p.A. an seinen ersten Besitzer in Valenza im Piemont ausgeliefert. Damit kam er gerade noch ohne jegliche Beschneidungen und Verweichlichungen aus. Sein Erstbesitzer ging sogar noch einen Schritt weiter und spendierte dem F40 1993 den “GT Kit“ von Michelotto, der ihn entsprechend des Reglements der Italienischen GT Meisterschaft zum GTN machte. Dazu gehören ein verstellbarer Zusatz-Heckspoiler oder etwa die wuchtigen BBS-Räder. Beim Umbau in Italien half damals ein Mechaniker von Fritz Neuser. Der ist in Ferrari-Kreisen kein Unbekannter, gehört ihm doch seit gefühlten Ewigkeiten die Niederlassung im bayrischen Nürnberg. Bis Jänner 1994 blieb der F40 beim Erstbesitzer, der ihn stets sorgfältig warten ließ und auch alle Rückrufaktionen mitmachte, ehe er ihn mit 12.480 Kilometer auf der Uhr an eben jenen Fritz Neuser verkaufte.

Für Fritz Neuser war dieser F40 keine Handelsware, sondern sein privates Vergnügen. Noch heute trägt er am Heck das alte Kennzeichen N-F 40. In Nürnberg setzte der F40 sein beschauliches Leben fort und wie man aus Rechnungen und dem Serviceheft ablesen kann, ist der Ferrari bis heute erst 22.500 Kilometer gelaufen. Und das sieht man dem F40 auch an. Unterm roten Lackkleid sieht man rundum die Kevlar-Struktur durch und unter den gewaltigen Hauben präsentiert er sich in tadellosem Zustand. Genau so, wie man es sich vorstellt, wenn der Chef der Ferrari-Niederlassung auf sein Auto schaut.

Wer in jungen Jahren mit kleineren Maßstäben auskommen musste, hat hier nun die Gelegenheit die Legende F40 in 1:1 sein Eigen zu nennen, noch dazu ein spezielles Exemplar von bester Provenienz, die für höchste Qualität steht!

19.10.2019 - 16:00

Erzielter Preis: **
EUR 876.600,-
Schätzwert:
EUR 750.000,- bis EUR 950.000,-

1989 Ferrari F40


Chassis: ZFFGJ34B000080719,
Motor: 16926,
Papiere: Deutscher Fahrzeugbrief

Früher F40 mit Schiebefenster
Ausgeliefert ohne Kat und ohne verstellbares Fahrwerk
Fast 25 Jahre im Besitz von Fritz Neuser
Original 22.500 Kilometer


Es gibt nur ganz wenige Autos, die jedem, wirklich jedem ein Begriff sind. Eines davon ist der Ferrari F40. Und fast jeder hatte einen, auch wenn es nur 1.311 Glückliche waren, die ihren F40 im Maßstab 1:1 besaßen. Der F40 braucht nicht viele Worte, denn Worte können nie beschreiben, wie sich ein F40 anfühlt, deshalb hier nun ein kurzer Versuch sich einer Legende anzunähern.

Die Geschichte begann wie so oft im Wettkampf. Porsche beeindruckte die Fachwelt Anfang der 1980er mit dem 959, einem Raumschiff von einem Auto, das obendrein 1986 sogar noch die Rallye Paris-Dakar gewann. Um in der Gruppe B dagegen halten zu können, begann man schon 1984 in Maranello damit die Möglichkeiten des 288 GTO auszureizen. Das Ergebnis war 1986 der 288 GTO Evoluzione und war da schon obsolet. Die FIA hatte das Ende der Gruppe B besiegelt, zu viele hatten in diesem Wahnsinn des Wettrüstens ihr Leben verloren. So stand man bei Ferrari mit einer Handvoll Rennautos da, für die es keine weitere Verwendung gab.

Da abzusehen war, dass Porsche den 959 bald in Serie bringen würde, musste ein Nachfolger des 288 GTO her. Und plötzlich machten die überflüssigen Evoluzione wieder Sinn. Der Zugang war jedoch ein gänzlich anderer als in Zuffenhausen. Man wollte ein puristisches Auto, kein Science Fiction Experiment. Es war das letzte große Herzensprojekt des Commendatore und das sollte alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Und genau das tat er.

Als Ferrari den F40 zum vierzigjährigen Firmenjubiläum präsentierte, war das Staunen groß. Im Studio von Pininfarina war ein Sportwagen entstanden, wie ihn vorher noch nie jemand gesehen hatte. Unter der kohlefaserverstärkten Kunststoffhülle steckte reinste Rennsporttechnik. Der 3-Liter V8 wurde von einem Paar Turboladern zwangsbeatmet und leistete schon am Papier sagenhafte 478 PS. Tatsächlich sollen es noch mehr gewesen sein, und das ganze völlig ungefiltert, ohne jedweden elektronischen Schnick-Schnack für Fahranfänger.

Dass er 4,1 Sekunden für den Sprint auf 100 brauchte, lag an den Hinterreifen, die die Urgewalt nicht auf die Straße brachten. Die 200 erreichte er nach 11 Sekunden, und auf der Teststrecke in Fiorano unterbot der den Rekord seines Vorgängers um die Ewigkeit von 6,4 Sekunden.

Eigentlich waren nur 450 Stück geplant, aber so ein Ereignis konnte und wollte sich niemand entgehen lassen, auch wenn das Preisschild ihn für Normalsterbliche unerreichbar machte. 1.315 Stück entstanden letztlich, bis 1992 die Produktion endete, fast ausschließlich in Rosso Corsa. Über die Jahre wurde auch der F40 weiter entwickelt, manche würden sagen verweichlicht. Auf die Schiebefenster folgten komfortable Kurbelfenster, dann wurde natürlich mit Katalysatoren die Leistung beschnitten und zur Abwehr von Straßenschwellen gab es letztlich ein verstellbares Fahrwerk. Selbstredend kann der Purist auf all dies gerne verzichten.

Nach Enzo Ferraris Tod 1988 verkam der F40 zum Spekulationsobjekt. Die Preise für Wartelistenplätze und Gebrauchtwagen stiegen in schier schwindelerregende Höhen. Auch das gehört zum Mythos F40, auch wenn es das eigentliche Thema grandios verfehlt. Der F40 war einfach die Quintessenz eines Rennwagens für die Straße. Zeitgemäß war er gewiss nicht, zeitlos auf alle Fälle!

Dieser Ferrari F40 wurde am 2. Juni 1989 über den Ferrari-Konzessionär Symbol Car S.p.A. an seinen ersten Besitzer in Valenza im Piemont ausgeliefert. Damit kam er gerade noch ohne jegliche Beschneidungen und Verweichlichungen aus. Sein Erstbesitzer ging sogar noch einen Schritt weiter und spendierte dem F40 1993 den “GT Kit“ von Michelotto, der ihn entsprechend des Reglements der Italienischen GT Meisterschaft zum GTN machte. Dazu gehören ein verstellbarer Zusatz-Heckspoiler oder etwa die wuchtigen BBS-Räder. Beim Umbau in Italien half damals ein Mechaniker von Fritz Neuser. Der ist in Ferrari-Kreisen kein Unbekannter, gehört ihm doch seit gefühlten Ewigkeiten die Niederlassung im bayrischen Nürnberg. Bis Jänner 1994 blieb der F40 beim Erstbesitzer, der ihn stets sorgfältig warten ließ und auch alle Rückrufaktionen mitmachte, ehe er ihn mit 12.480 Kilometer auf der Uhr an eben jenen Fritz Neuser verkaufte.

Für Fritz Neuser war dieser F40 keine Handelsware, sondern sein privates Vergnügen. Noch heute trägt er am Heck das alte Kennzeichen N-F 40. In Nürnberg setzte der F40 sein beschauliches Leben fort und wie man aus Rechnungen und dem Serviceheft ablesen kann, ist der Ferrari bis heute erst 22.500 Kilometer gelaufen. Und das sieht man dem F40 auch an. Unterm roten Lackkleid sieht man rundum die Kevlar-Struktur durch und unter den gewaltigen Hauben präsentiert er sich in tadellosem Zustand. Genau so, wie man es sich vorstellt, wenn der Chef der Ferrari-Niederlassung auf sein Auto schaut.

Wer in jungen Jahren mit kleineren Maßstäben auskommen musste, hat hier nun die Gelegenheit die Legende F40 in 1:1 sein Eigen zu nennen, noch dazu ein spezielles Exemplar von bester Provenienz, die für höchste Qualität steht!


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 10.00 - 16.00
oldtimer@dorotheum.at

+43 1 515 60 428
Auktion: Klassische Fahrzeuge
Datum: 19.10.2019 - 16:00
Auktionsort: Messezentrum Salzburg
Besichtigung: 18.10. - 19.10.2019


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.