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Lot Nr. 306 -


Domenico Fetti


(Rom 1589–1624 Venedig)
Der heilige Hieronymus,
Öl auf Leinwand, 96,5 x 75 cm, gerahmt

Provenienz:
Harry W. Hind, Los Altos, Kalifornien;
dessen Schenkung an das Triton Museum of Art, Santa Clara, Kalifornien, 1977;
Kunsthandel, Kalifornien, 2018;
dort erworben durch den jetzigen Besitzer

Wir danken Chiara Marin für die Bestätigung der Zuschreibung des vorliegenden Gemäldes.

Die vorliegende Darstellung des heiligen Hieronymus ist thematisch und stilistisch mit einer Serien von halbfigurigen Heiligenbildern verwandt, die Fetti zwischen 1615 und 1620 schuf (siehe E. Safarik, Fetti, Mailand, 1990, S. 181–183, S. 186–188). Zu dieser Serie gehörte auch eine vergleichbare Komposition mit dem heiligen Hieronymus, die sich heute in der Royal Collection in Hampton Court befindet. Bei beiden Gemälden zeichnet sich die Malweise durch eine kraftvolle und abwechslungsreiche Pinselführung aus, doch macht die Farbigkeit des vorliegenden Gemäldes einen etwas weniger düsteren Eindruck. Die rote Kasel des Heiligen und die weißen Ärmel bringen die Komposition zum Leuchten. Der als Dreiviertelfigur dargestellte Heilige stützt sich mit dem rechten Ellbogen auf einen schmucklosen Holztisch und meditiert über dem Kruzifix.

Haar, Bart und Faltenwurf zeichnen sich in der Wiedergabe durch schnell hingeworfene Pinselstriche aus, was darauf hindeutet, dass das Bild im selben Zeitraum entstanden ist wie die Serie in Hampton Court. Die schmucklose Komposition, die von den Falten gebildeten dichten Schatten und die Versunkenheit des Heiligen verraten den Einfluss Caravaggios, der hier von einem nordeuropäischen Realismus gemäßigt wird. Die virtuose und lockere Pinselführung sorgt für eine ausdrucksstarke und innovative Anmutung.

Domenico Fetti war einer der bedeutendsten Künstler im Italien des frühen 17. Jahrhunderts. Seine künstlerische Laufbahn begann in Rom, wo er als Gehilfe in der Werkstatt von Ludovico Cigoli tätig war. 1614 zog der junge Fetti nach Mantua, wo ihn die Gonzaga auf Wunsch von Großherzog Ferdinando als Hofmaler beschäftigten. Die Familie besaß schon damals eine wichtige Sammlung von Werken venezianischer Meister der Renaissance, darunter Tizian, Veronese, Tintoretto und Bassano. Diese venezianische Farbigkeit schlug sich auch auf Fettis eigenen Malstil nieder.

22.10.2019 - 18:30

Erzielter Preis: **
EUR 46.709,-
Schätzwert:
EUR 50.000,- bis EUR 70.000,-

Domenico Fetti


(Rom 1589–1624 Venedig)
Der heilige Hieronymus,
Öl auf Leinwand, 96,5 x 75 cm, gerahmt

Provenienz:
Harry W. Hind, Los Altos, Kalifornien;
dessen Schenkung an das Triton Museum of Art, Santa Clara, Kalifornien, 1977;
Kunsthandel, Kalifornien, 2018;
dort erworben durch den jetzigen Besitzer

Wir danken Chiara Marin für die Bestätigung der Zuschreibung des vorliegenden Gemäldes.

Die vorliegende Darstellung des heiligen Hieronymus ist thematisch und stilistisch mit einer Serien von halbfigurigen Heiligenbildern verwandt, die Fetti zwischen 1615 und 1620 schuf (siehe E. Safarik, Fetti, Mailand, 1990, S. 181–183, S. 186–188). Zu dieser Serie gehörte auch eine vergleichbare Komposition mit dem heiligen Hieronymus, die sich heute in der Royal Collection in Hampton Court befindet. Bei beiden Gemälden zeichnet sich die Malweise durch eine kraftvolle und abwechslungsreiche Pinselführung aus, doch macht die Farbigkeit des vorliegenden Gemäldes einen etwas weniger düsteren Eindruck. Die rote Kasel des Heiligen und die weißen Ärmel bringen die Komposition zum Leuchten. Der als Dreiviertelfigur dargestellte Heilige stützt sich mit dem rechten Ellbogen auf einen schmucklosen Holztisch und meditiert über dem Kruzifix.

Haar, Bart und Faltenwurf zeichnen sich in der Wiedergabe durch schnell hingeworfene Pinselstriche aus, was darauf hindeutet, dass das Bild im selben Zeitraum entstanden ist wie die Serie in Hampton Court. Die schmucklose Komposition, die von den Falten gebildeten dichten Schatten und die Versunkenheit des Heiligen verraten den Einfluss Caravaggios, der hier von einem nordeuropäischen Realismus gemäßigt wird. Die virtuose und lockere Pinselführung sorgt für eine ausdrucksstarke und innovative Anmutung.

Domenico Fetti war einer der bedeutendsten Künstler im Italien des frühen 17. Jahrhunderts. Seine künstlerische Laufbahn begann in Rom, wo er als Gehilfe in der Werkstatt von Ludovico Cigoli tätig war. 1614 zog der junge Fetti nach Mantua, wo ihn die Gonzaga auf Wunsch von Großherzog Ferdinando als Hofmaler beschäftigten. Die Familie besaß schon damals eine wichtige Sammlung von Werken venezianischer Meister der Renaissance, darunter Tizian, Veronese, Tintoretto und Bassano. Diese venezianische Farbigkeit schlug sich auch auf Fettis eigenen Malstil nieder.


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister II
Datum: 22.10.2019 - 18:30
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 12.10. - 22.10.2019


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer (für Lieferland Österreich)

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.