Lot Nr. 1334


"Der Scheider auf dem Ziegenbock" als Tafelaufsatz,


Porzellan, farbig und gold staffiert, Schneider und Ziegenbock tragen einen Zwicker auf der Nase, der Schneider einen schwarzen Dreispitz mit Goldborte und Perücke mit schwarzer Zopfmasche, auf blauem Taschenriemen mit Goldborten Brosche mit gemalter Schere und Zwirnspule, seitlich hängen roter und grüner Wollknäuel herab, er trägt weißes Rüschenhemd, prächtigen gelben Rock mit bunten indianischen Blumenzweigen, reichen Goldborten und Goldspitzen, Taschen und Manschetten mit Goldknöpfen und Goldborten, darunter helle Weste mit feinen bunt gemalten Rosenbordüren und Sternchenblüten, Rock und Weste mit großen goldenen Knöpfen und Borten, rückseitig goldene Kordeln als Verschluß, unter dem Rock einen Maßstab, rückseitig auf dem Riemen Tasche mit Nähutensilien, am rechten Zeigefinger trägt er einen Smaragdring, der Ziegenbock auf seinem Rücken braunen Ledergurt mit Nadelpolster, vorderseitig 2 Weinflaschen an seinem Hals und Bügeleisen sowie Schere auf den Hörnern, korallenrote Hosen mit weißen Stulpen und schwarzen Stiefeln mit braunen Lederriemen, Höhe 43 cm, Länge 44 cm, Zügel fehlt, sehr guter Zustand Meißen, unterglasurblaue Schwertermarke 2. Hälfte 19. Jh., Modellnr. 107, Formernr. 148, Modell von Johann Joachim Kändler 1737 (Ru)

Lit.:
Otto Walcha, Anekdotisches Porzellan, 1981, S 10-12 mit Abbildung. Der Legende nach ist der Dargestellte der Hof-Schneider August III., der seinen großen Wunsch und seine Bitte August III. überbrachte. Der Hofschneider bat eines Tages ihm anstelle eines Honorars für die gelieferte Arbeit die Möglichkeit zu verschaffen an der Hoftafel zu erscheinen. Man wies ihn nicht brüsk zurück, sondern ersuchte ihn, nach einigen Wochen sich wieder im königlichen Schloss einzufinden. Dem Schneider winkte die Morgenröte einer erhörten Ehre. Dann wurde der Auftrag für die Gruppe an die Meißner Manufaktur erteilt. Als dann der Hofschneider an dem Tage, an welchen man ihn zur Teilnahme an der Hoftafel aufgefordert hatte erschien, wurde er feierlich von einem Raum in den anderen geführt, um seine Spannung bis zum kaum Ertragbaren zu steigern. Es wird sein Erstaunen und seine Enttäuschung zunächst recht rief gegriffen haben, als er im Saal auf einem festlich gedeckten Tisch sein Ebenbild in Porzellan erblicken mußte.

Lit.:
Bergmann 1-3000, S 9, Kat. Nr. 1000;

Expertin: Ursula Rohringer Ursula Rohringer
+43-1-515 60-382

ursula.rohringer@dorotheum.at

24.10.2019 - 14:00

Schätzwert:
EUR 18.000,- bis EUR 24.000,-

"Der Scheider auf dem Ziegenbock" als Tafelaufsatz,


Porzellan, farbig und gold staffiert, Schneider und Ziegenbock tragen einen Zwicker auf der Nase, der Schneider einen schwarzen Dreispitz mit Goldborte und Perücke mit schwarzer Zopfmasche, auf blauem Taschenriemen mit Goldborten Brosche mit gemalter Schere und Zwirnspule, seitlich hängen roter und grüner Wollknäuel herab, er trägt weißes Rüschenhemd, prächtigen gelben Rock mit bunten indianischen Blumenzweigen, reichen Goldborten und Goldspitzen, Taschen und Manschetten mit Goldknöpfen und Goldborten, darunter helle Weste mit feinen bunt gemalten Rosenbordüren und Sternchenblüten, Rock und Weste mit großen goldenen Knöpfen und Borten, rückseitig goldene Kordeln als Verschluß, unter dem Rock einen Maßstab, rückseitig auf dem Riemen Tasche mit Nähutensilien, am rechten Zeigefinger trägt er einen Smaragdring, der Ziegenbock auf seinem Rücken braunen Ledergurt mit Nadelpolster, vorderseitig 2 Weinflaschen an seinem Hals und Bügeleisen sowie Schere auf den Hörnern, korallenrote Hosen mit weißen Stulpen und schwarzen Stiefeln mit braunen Lederriemen, Höhe 43 cm, Länge 44 cm, Zügel fehlt, sehr guter Zustand Meißen, unterglasurblaue Schwertermarke 2. Hälfte 19. Jh., Modellnr. 107, Formernr. 148, Modell von Johann Joachim Kändler 1737 (Ru)

Lit.:
Otto Walcha, Anekdotisches Porzellan, 1981, S 10-12 mit Abbildung. Der Legende nach ist der Dargestellte der Hof-Schneider August III., der seinen großen Wunsch und seine Bitte August III. überbrachte. Der Hofschneider bat eines Tages ihm anstelle eines Honorars für die gelieferte Arbeit die Möglichkeit zu verschaffen an der Hoftafel zu erscheinen. Man wies ihn nicht brüsk zurück, sondern ersuchte ihn, nach einigen Wochen sich wieder im königlichen Schloss einzufinden. Dem Schneider winkte die Morgenröte einer erhörten Ehre. Dann wurde der Auftrag für die Gruppe an die Meißner Manufaktur erteilt. Als dann der Hofschneider an dem Tage, an welchen man ihn zur Teilnahme an der Hoftafel aufgefordert hatte erschien, wurde er feierlich von einem Raum in den anderen geführt, um seine Spannung bis zum kaum Ertragbaren zu steigern. Es wird sein Erstaunen und seine Enttäuschung zunächst recht rief gegriffen haben, als er im Saal auf einem festlich gedeckten Tisch sein Ebenbild in Porzellan erblicken mußte.

Lit.:
Bergmann 1-3000, S 9, Kat. Nr. 1000;

Expertin: Ursula Rohringer Ursula Rohringer
+43-1-515 60-382

ursula.rohringer@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Möbel und dekorative Kunst, Skulpturen und Antiquitäten, Glas und Porzellan
Datum: 24.10.2019 - 14:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 12.10. - 24.10.2019