Lot Nr. 308 -


Jiro Takamatsu


(Tokio 1936–1998)
Shadow Nr. 226, 1968, auf der Rückseite signiert, nummeriert, datiert JIRO TAKAMATSU 1968, No. 226, Acryl, Emaillefarbe, Metallhaken auf Karton, 33 x 24 x 8 cm, in Plexiglasbox

Provenienz:
Galerie Tokyo, Tokyo – dort im Jahre 1968 vom Vorbesitzer erworben

Literatur:
Vergleiche: Jiro Takamatsu, Shadow Paintings Drawings, Tokio 1999, S. 35 (Farbabbildung eines ähnlichen Gemäldes aus 1969)

Jiro Takamatsu war in den 1960er und 1970er Jahren einer der einflussreichsten und wichtigsten zeitgenössischen Künstler Japans. Mit Hilfe von Fotografie, Skulptur, Malerei, Zeichnung und Performance brachte er seine Ideen zum Ausdruck und betrieb grundlegende Studien zu den philosophischen und materiellen Ursprüngen von Kunst. Takamatsu arbeitete fast vier Jahrzehnte lang inspiriert von Minimalismus, Surrealismus und Dada.
„Nichts ist sichtbar auf einer weiß gestrichenen Leinwand, aber manchmal, wenn ein Schatten von etwas.... ein Schatten des Malers, der vor der Leinwand steht.... projiziert wird, besteht die Notwendigkeit, ihn darzustellen, indem man der Kontur des Schattens folgt... Aber selbst wenn ich eine weiße, frisch gespannte Leinwand als Kunstwerk an sich betrachtete, vermochte sie meine Sensibilität, Wahrnehmung oder Ideologie nicht auszudrücken. Es war ein absoluter Widerspruch. Was diesen Widerspruch bis zu einem gewissen Grad löste, war, der Kontur des tatsächlichen Schattens zu folgen, der mit Pinsel und Farbe über die Leinwand projiziert wurde.
Ein Gemälde kann jedoch nicht nur aus einem einzigen Thema bestehen. Ein Werk wird nur dann real, wenn verschiedene Elemente wie Realität, Existenz, Sensibilität, Wahrnehmung, Emotion, Gedächtnis, Theorie, Logik, Konzept und Idee miteinander verschmelzen und irgendwo auftauchen. Meine „Shadow“-Serie enthält verschiedene Elemente. Sie werden oft interpretiert durch Aussagen wie Abwesenheit, Illusion und Realität oder Gemälde an sich, und ich habe mich auch sicherlich mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Wenn ich jedoch heute darüber nachdenke, war vor allem die Identifikation mit der Existenz der Zweidimensionalität oder der Oberfläche wichtig. Durch diese Identifikation kann der Frage der Abwesenheit nichts hinzugefügt werden.“
Jiro Takamatsu, 22. April 1987, in: Jiro Takamatsu Shadow Paintings Drawings, Tokio 1999, S. 65

„Schatten, als Schatten von etwas, zeigt Realität, aber hat als Abbild auch den Aspekt des Verschwindens und des Unwirklichen.“

Jiro Takamatsu Shadow Paintings Drawings, Tokio 1999, S. 10

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
+49-211-210 77 47

petra.schaepers@dorotheum.de

27.11.2019 - 18:00

Schätzwert:
EUR 70.000,- bis EUR 80.000,-

Jiro Takamatsu


(Tokio 1936–1998)
Shadow Nr. 226, 1968, auf der Rückseite signiert, nummeriert, datiert JIRO TAKAMATSU 1968, No. 226, Acryl, Emaillefarbe, Metallhaken auf Karton, 33 x 24 x 8 cm, in Plexiglasbox

Provenienz:
Galerie Tokyo, Tokyo – dort im Jahre 1968 vom Vorbesitzer erworben

Literatur:
Vergleiche: Jiro Takamatsu, Shadow Paintings Drawings, Tokio 1999, S. 35 (Farbabbildung eines ähnlichen Gemäldes aus 1969)

Jiro Takamatsu war in den 1960er und 1970er Jahren einer der einflussreichsten und wichtigsten zeitgenössischen Künstler Japans. Mit Hilfe von Fotografie, Skulptur, Malerei, Zeichnung und Performance brachte er seine Ideen zum Ausdruck und betrieb grundlegende Studien zu den philosophischen und materiellen Ursprüngen von Kunst. Takamatsu arbeitete fast vier Jahrzehnte lang inspiriert von Minimalismus, Surrealismus und Dada.
„Nichts ist sichtbar auf einer weiß gestrichenen Leinwand, aber manchmal, wenn ein Schatten von etwas.... ein Schatten des Malers, der vor der Leinwand steht.... projiziert wird, besteht die Notwendigkeit, ihn darzustellen, indem man der Kontur des Schattens folgt... Aber selbst wenn ich eine weiße, frisch gespannte Leinwand als Kunstwerk an sich betrachtete, vermochte sie meine Sensibilität, Wahrnehmung oder Ideologie nicht auszudrücken. Es war ein absoluter Widerspruch. Was diesen Widerspruch bis zu einem gewissen Grad löste, war, der Kontur des tatsächlichen Schattens zu folgen, der mit Pinsel und Farbe über die Leinwand projiziert wurde.
Ein Gemälde kann jedoch nicht nur aus einem einzigen Thema bestehen. Ein Werk wird nur dann real, wenn verschiedene Elemente wie Realität, Existenz, Sensibilität, Wahrnehmung, Emotion, Gedächtnis, Theorie, Logik, Konzept und Idee miteinander verschmelzen und irgendwo auftauchen. Meine „Shadow“-Serie enthält verschiedene Elemente. Sie werden oft interpretiert durch Aussagen wie Abwesenheit, Illusion und Realität oder Gemälde an sich, und ich habe mich auch sicherlich mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Wenn ich jedoch heute darüber nachdenke, war vor allem die Identifikation mit der Existenz der Zweidimensionalität oder der Oberfläche wichtig. Durch diese Identifikation kann der Frage der Abwesenheit nichts hinzugefügt werden.“
Jiro Takamatsu, 22. April 1987, in: Jiro Takamatsu Shadow Paintings Drawings, Tokio 1999, S. 65

„Schatten, als Schatten von etwas, zeigt Realität, aber hat als Abbild auch den Aspekt des Verschwindens und des Unwirklichen.“

Jiro Takamatsu Shadow Paintings Drawings, Tokio 1999, S. 10

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
+49-211-210 77 47

petra.schaepers@dorotheum.de


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 27.11.2019 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 16.11. - 27.11.2019