Lot Nr. 309 -


Jan J. Schoonhoven *


(Delft 1914–1994)
R 87–3, 1987, auf der Rückseite signiert, betitelt, datiert und bezeichnet Jan J. Schoonhoven 1987, dort mit den Maßangaben, Karton, Latexfarbe, Holz, 42 x 24 x 4,8 cm, in Plexiglasbox

Wir danken Antoon Melissen, Amsterdam/Berlin für die wissenschaftliche Unterstützung bei der Katalogisierung des vorliegenden Werkes. Die vorliegende Arbeit wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis der Reliefs Jan Schoonhovens aufgenommen.

Provenienz:
Galerie m, Bochum - direkt vom Künstler
dort vom Vorbesitzer erworben

Seit den frühen achtziger Jahren lässt sich Jan Schoonhoven bei der Ideenfindung für seine Werke von seiner direktesten Umgebung beeinflussen – dem historischen Zentrum seiner Heimatstadt Delft. Jan Schoonhoven durchstreift die Stadt, wobei er Zeigefinger und Daumen als Sehrahmen verwendet, auf der Suche nach geeigneten Motiven. Er notiert die Kanäle, die Giebelfelder von bestimmten Häusern, die historischen Hausdächer, die kleinsten Details der Stadt, die für ihn von besonderem Interesse sind und die in besonderer Weise geformten Türme und Fassaden, die er alle von seinem Mitarbeiter Aad in t’Veld fotografieren lässt.
Schoonhoven proklamiert, dass Reliefs wie R 87-3, in ihrer rhythmisierten und konkreten Form, sich wieder genau den Prototypen der ZERO Kunst annähern. Bereits 1965 hatte er selbst in „De nieuwe stijl“ geschrieben: „Dinge akzeptieren, so wie sie sind und nicht aus persönlichen Gründen zu ändern; Änderungen nur vorzunehmen, wenn sie notwendig sind, um die Realität intensiver darzustellen”.
Hier treffen eine Geometrie der ‚Intention‘ und eine Geometrie des ‚Zufalls‘ in einem kalkulierten Modell aufeinander – ein Modell das nichtsdestotrotz auf ‚Reflektionen‘ von Dächern und Fassaden, Wellen im Wasser und den Spiegelungen von Häusern in den Kanälen zurückzuführen ist. Diese Arbeit strahlt ‚Delft‘ aus, und das obwohl die direkte Verbindung zum Original abgetrennt wurde. Das Relief ist ein Simulacrum, eine Kopie ohne Original, das als autonome Schöpfung agiert.“
Antoon Melissen, Jan Schoonhoven, Rotterdam 2015, S. 162

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
+49-211-210 77 47

petra.schaepers@dorotheum.de

27.11.2019 - 18:00

Schätzwert:
EUR 60.000,- bis EUR 70.000,-

Jan J. Schoonhoven *


(Delft 1914–1994)
R 87–3, 1987, auf der Rückseite signiert, betitelt, datiert und bezeichnet Jan J. Schoonhoven 1987, dort mit den Maßangaben, Karton, Latexfarbe, Holz, 42 x 24 x 4,8 cm, in Plexiglasbox

Wir danken Antoon Melissen, Amsterdam/Berlin für die wissenschaftliche Unterstützung bei der Katalogisierung des vorliegenden Werkes. Die vorliegende Arbeit wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis der Reliefs Jan Schoonhovens aufgenommen.

Provenienz:
Galerie m, Bochum - direkt vom Künstler
dort vom Vorbesitzer erworben

Seit den frühen achtziger Jahren lässt sich Jan Schoonhoven bei der Ideenfindung für seine Werke von seiner direktesten Umgebung beeinflussen – dem historischen Zentrum seiner Heimatstadt Delft. Jan Schoonhoven durchstreift die Stadt, wobei er Zeigefinger und Daumen als Sehrahmen verwendet, auf der Suche nach geeigneten Motiven. Er notiert die Kanäle, die Giebelfelder von bestimmten Häusern, die historischen Hausdächer, die kleinsten Details der Stadt, die für ihn von besonderem Interesse sind und die in besonderer Weise geformten Türme und Fassaden, die er alle von seinem Mitarbeiter Aad in t’Veld fotografieren lässt.
Schoonhoven proklamiert, dass Reliefs wie R 87-3, in ihrer rhythmisierten und konkreten Form, sich wieder genau den Prototypen der ZERO Kunst annähern. Bereits 1965 hatte er selbst in „De nieuwe stijl“ geschrieben: „Dinge akzeptieren, so wie sie sind und nicht aus persönlichen Gründen zu ändern; Änderungen nur vorzunehmen, wenn sie notwendig sind, um die Realität intensiver darzustellen”.
Hier treffen eine Geometrie der ‚Intention‘ und eine Geometrie des ‚Zufalls‘ in einem kalkulierten Modell aufeinander – ein Modell das nichtsdestotrotz auf ‚Reflektionen‘ von Dächern und Fassaden, Wellen im Wasser und den Spiegelungen von Häusern in den Kanälen zurückzuführen ist. Diese Arbeit strahlt ‚Delft‘ aus, und das obwohl die direkte Verbindung zum Original abgetrennt wurde. Das Relief ist ein Simulacrum, eine Kopie ohne Original, das als autonome Schöpfung agiert.“
Antoon Melissen, Jan Schoonhoven, Rotterdam 2015, S. 162

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
+49-211-210 77 47

petra.schaepers@dorotheum.de


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 27.11.2019 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 16.11. - 27.11.2019