Lot Nr. 310


Adolf Luther *


(Uerdingen 1912–1990 Krefeld)
Hohlspiegelobjekt (in vier Reihen), 1990, auf der Rückseite signiert, datiert Luther 90, 8 x 4 halblucente rechteckige Hohlspiegel, Spiegel, Plexiglas, Holz, auf der Rückseite Stempel: energetische Plastik und sehen ist schön, 93 x 159 x 9 cm, in Originalplexiglasbox

Die vorliegende Arbeit ist bei der Adolf Luther Stiftung, Krefeld, unter der Archiv-Nr. HSP 90/010 registriert

Provenienz:
Galerie Kremer-Tengelmann, ehemals Gelsenkirchen, direkt vom Künstler – dort vom jetzigen Besitzer erworben
Privatsammlung, Deutschland

Adolf Luther geht von einem freien, offenen, indeterminierten Weltbild aus, das neben dem klassischen perspektivischen besteht. Das Licht stellt er in seinem Werk als plastisches Medium vor, das einen indeterminierten Raum im Raum bildet. Mit der seriellen Aneinanderreihung der Hohlspiegel, wie auch bei dem Werk mit den 8 x 4 halbtransparenten halblucenten Hohlspiegeln, „beabsichtigt Luther eine Simplizität, um jeden ästhetischen Eigenwert wie dieser durch individuelle Komposition bedingt ist, auszuschließen. Denn die Hohlspiegelobjekte dienen erstens als Instrumente. Sie sind offen gegen den Raum vor ihnen, den sie […] sowohl reflektieren als auch optisch dynamisieren. Die instrumentale Funktion besteht darin, dass die Hohlspiegel einerseits eine vorgegebene Wirklichkeit vervielfachen als eine Vielzahl von wirklichkeitsfremden, oft umgekehrten und den Beschauer irritierenden Erscheinungen und dass sie andererseits eine Art reiner Phänomenalität im Raume erzeugen und damit den Raum selbst in einen sonst unsichtbaren, lichterfüllten Energiebereich transformieren. […] Luthers Kunstwollen zielt darauf ab, durch Instrumente, die als solche vom Künstler erst zu erfinden sind, das Licht als Energie im Raum zu erweisen. Unter diesem Anspruch ist Luthers Kunstwollen naturbezogen nicht im Sinne der Mimesis, sondern in der Absicht darauf sichtbar zu machen, was Teil der Natur selbst ist.“
Max Imdahl, Bemerkungen über Luthers Spiegelobjekte, in Ausst. Kat. Luther Städtische Kunsthalle Düsseldorf, 1974, S. 5

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
+49-211-210 77 47

petra.schaepers@dorotheum.de

27.11.2019 - 18:00

Schätzwert:
EUR 35.000,- bis EUR 45.000,-

Adolf Luther *


(Uerdingen 1912–1990 Krefeld)
Hohlspiegelobjekt (in vier Reihen), 1990, auf der Rückseite signiert, datiert Luther 90, 8 x 4 halblucente rechteckige Hohlspiegel, Spiegel, Plexiglas, Holz, auf der Rückseite Stempel: energetische Plastik und sehen ist schön, 93 x 159 x 9 cm, in Originalplexiglasbox

Die vorliegende Arbeit ist bei der Adolf Luther Stiftung, Krefeld, unter der Archiv-Nr. HSP 90/010 registriert

Provenienz:
Galerie Kremer-Tengelmann, ehemals Gelsenkirchen, direkt vom Künstler – dort vom jetzigen Besitzer erworben
Privatsammlung, Deutschland

Adolf Luther geht von einem freien, offenen, indeterminierten Weltbild aus, das neben dem klassischen perspektivischen besteht. Das Licht stellt er in seinem Werk als plastisches Medium vor, das einen indeterminierten Raum im Raum bildet. Mit der seriellen Aneinanderreihung der Hohlspiegel, wie auch bei dem Werk mit den 8 x 4 halbtransparenten halblucenten Hohlspiegeln, „beabsichtigt Luther eine Simplizität, um jeden ästhetischen Eigenwert wie dieser durch individuelle Komposition bedingt ist, auszuschließen. Denn die Hohlspiegelobjekte dienen erstens als Instrumente. Sie sind offen gegen den Raum vor ihnen, den sie […] sowohl reflektieren als auch optisch dynamisieren. Die instrumentale Funktion besteht darin, dass die Hohlspiegel einerseits eine vorgegebene Wirklichkeit vervielfachen als eine Vielzahl von wirklichkeitsfremden, oft umgekehrten und den Beschauer irritierenden Erscheinungen und dass sie andererseits eine Art reiner Phänomenalität im Raume erzeugen und damit den Raum selbst in einen sonst unsichtbaren, lichterfüllten Energiebereich transformieren. […] Luthers Kunstwollen zielt darauf ab, durch Instrumente, die als solche vom Künstler erst zu erfinden sind, das Licht als Energie im Raum zu erweisen. Unter diesem Anspruch ist Luthers Kunstwollen naturbezogen nicht im Sinne der Mimesis, sondern in der Absicht darauf sichtbar zu machen, was Teil der Natur selbst ist.“
Max Imdahl, Bemerkungen über Luthers Spiegelobjekte, in Ausst. Kat. Luther Städtische Kunsthalle Düsseldorf, 1974, S. 5

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
+49-211-210 77 47

petra.schaepers@dorotheum.de


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 27.11.2019 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 16.11. - 27.11.2019