Lot Nr. 336 -


Roy Lichtenstein


(New York 1923–1997)
Brushstroke I, 1986, auf der Rückseite signiert rf lichtenstein, mit I A-12 bezeichnet, Acryl, Lack auf Kirschholz, Nr. 7 aus der Edition von 10 Exemplaren (auf dem Etikett eingeritzt), produziert und veröffentlicht von Tyler Graphics Ltd., Bedford Village, 132,1 x 40,6 x 20,3 cm,

Provenienz:
Tyler Graphics, Mount Kisco
Privatsammlung, New York - dort vom Vorbesitzer erworben

Literatur:
Frederic Tuten, Roy Lichtenstein, Brushstrokes, Six Painted Reliefs, New York,1986, o. S. (Abb. ein anderes Exemplar)
Georges Celant, Roy Lichtenstein Sculptor, Ausst.-Kat., Venedig, Fondazione Emilio e Annabianca Vedova, 2013, S. 180–181, Nr. 141 (Farbabb. ein anderes Exemplar)

Das bildhauerische Werk, das Roy Lichtenstein hervorgebracht hat, geht vornehmlich auf Motive aus seinen Gemälden zurück. Die dreidimensionalen Plastiken, bei denen er teilweise sogar die schwarzen Konturen und Schattenraster überträgt, beruhen auf der Umsetzung seiner zweidimensionalen Bildmotive. Roy Lichtenstein experimentiert bei der Umsetzung der Gemälde mit dreidimensionalen Explosionsformen als Wandreliefs, Tischplastiken und freistehenden Großskulpturen. Vor allem bei den „Brushstrokes“ wird das Element der ‚malerischen‘ Plastik ad absurdum geführt. Mehrere ineinander laufende, aus Holz gefertigte Pinselstriche sind vertikal, diagonal und horizontal angelegt und miteinander verbunden. Sie fügen sich zu einer dreidimensionalen raumgreifenden Plastik zusammen. Das linear und frontal ausgerichtete Brushstroke Wandrelief wird durch den sich stetig verändernden Schattenwurf auf der dahinterliegenden Wand zu einem permanent mit dem Betrachter agierenden Kunstwerk.

„Die Art von Organisation, um die es meiner Meinung nach bei ihr geht, hat mit dem Prinzip des Standorts, bezogen auf die Entfernung und Orientierung des Künstlers zu tun. Die Plastik mag eine äußere Form haben, aber diese ist auch Veränderungen unterworfen, die einen Kontrast erzeugen. … Ein solcher Kontrast liegt etwa in einem Schattenwurf oder in einer Illusion eines Schattenwurfs, er kann aber auch anderswie geschaffen werden. Wenn man nun eine Plastik dreht oder selbst den Standort wechselt, nimmt man sie ständig anders wahr. Ihre Wirkung verdankt sie eher der Beziehung von Kontrast zu Kontrast als der von Volumen zu Volumen. Obwohl ich mir darüber im Klaren bin, daß die Plastik dreidimensional ist, handelt es sich deshalb für mich stets um eine zweidimensionale Beziehung, ebenso zweidimensional wie bei einer Zeichnung.“
Roy Lichtenstein, zitiert aus: Diane Waldman, Roy Lichtenstein, Ausstellungskatalog Haus der Kunst, München 14.10.1994-9.1.1995 und Deichtorhallen, Hamburg 9.2-30.4.1995, Ostfildern 1994, S. 326

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
+49-211-210 77 47

petra.schaepers@dorotheum.de

27.11.2019 - 18:00

Schätzwert:
EUR 120.000,- bis EUR 140.000,-

Roy Lichtenstein


(New York 1923–1997)
Brushstroke I, 1986, auf der Rückseite signiert rf lichtenstein, mit I A-12 bezeichnet, Acryl, Lack auf Kirschholz, Nr. 7 aus der Edition von 10 Exemplaren (auf dem Etikett eingeritzt), produziert und veröffentlicht von Tyler Graphics Ltd., Bedford Village, 132,1 x 40,6 x 20,3 cm,

Provenienz:
Tyler Graphics, Mount Kisco
Privatsammlung, New York - dort vom Vorbesitzer erworben

Literatur:
Frederic Tuten, Roy Lichtenstein, Brushstrokes, Six Painted Reliefs, New York,1986, o. S. (Abb. ein anderes Exemplar)
Georges Celant, Roy Lichtenstein Sculptor, Ausst.-Kat., Venedig, Fondazione Emilio e Annabianca Vedova, 2013, S. 180–181, Nr. 141 (Farbabb. ein anderes Exemplar)

Das bildhauerische Werk, das Roy Lichtenstein hervorgebracht hat, geht vornehmlich auf Motive aus seinen Gemälden zurück. Die dreidimensionalen Plastiken, bei denen er teilweise sogar die schwarzen Konturen und Schattenraster überträgt, beruhen auf der Umsetzung seiner zweidimensionalen Bildmotive. Roy Lichtenstein experimentiert bei der Umsetzung der Gemälde mit dreidimensionalen Explosionsformen als Wandreliefs, Tischplastiken und freistehenden Großskulpturen. Vor allem bei den „Brushstrokes“ wird das Element der ‚malerischen‘ Plastik ad absurdum geführt. Mehrere ineinander laufende, aus Holz gefertigte Pinselstriche sind vertikal, diagonal und horizontal angelegt und miteinander verbunden. Sie fügen sich zu einer dreidimensionalen raumgreifenden Plastik zusammen. Das linear und frontal ausgerichtete Brushstroke Wandrelief wird durch den sich stetig verändernden Schattenwurf auf der dahinterliegenden Wand zu einem permanent mit dem Betrachter agierenden Kunstwerk.

„Die Art von Organisation, um die es meiner Meinung nach bei ihr geht, hat mit dem Prinzip des Standorts, bezogen auf die Entfernung und Orientierung des Künstlers zu tun. Die Plastik mag eine äußere Form haben, aber diese ist auch Veränderungen unterworfen, die einen Kontrast erzeugen. … Ein solcher Kontrast liegt etwa in einem Schattenwurf oder in einer Illusion eines Schattenwurfs, er kann aber auch anderswie geschaffen werden. Wenn man nun eine Plastik dreht oder selbst den Standort wechselt, nimmt man sie ständig anders wahr. Ihre Wirkung verdankt sie eher der Beziehung von Kontrast zu Kontrast als der von Volumen zu Volumen. Obwohl ich mir darüber im Klaren bin, daß die Plastik dreidimensional ist, handelt es sich deshalb für mich stets um eine zweidimensionale Beziehung, ebenso zweidimensional wie bei einer Zeichnung.“
Roy Lichtenstein, zitiert aus: Diane Waldman, Roy Lichtenstein, Ausstellungskatalog Haus der Kunst, München 14.10.1994-9.1.1995 und Deichtorhallen, Hamburg 9.2-30.4.1995, Ostfildern 1994, S. 326

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
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Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 27.11.2019 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 16.11. - 27.11.2019