Lot Nr. 338


Alex Katz


(Brooklyn/New York 1927 geb.)
Houston (Vormals Washington Square), 1999, auf der Überlappung signiert, betitelt und datiert 1999, Öl auf Leinwand, 244,6 x 305 cm

Provenienz:
Galerie Thaddaeus Ropac, Paris
Europäische Privatsammlung
Sotheby’s, London, 13. Februar 2014, Los 346
ebendort durch den jetzigen Besitzer erworben

Ausgestellt:
Salzburg, Galerie Thaddaeus Ropac, Alex Katz: Marines & More, 1999 mit Abb.
Baden Baden, Museum Frieder Burda, Sammlung Frieder Burda, 2004–5, S. 77, Nr. 44 mit Abb.
Neuss, Langen Foundation; Spanbroek, Sheringa Museum of Realist Art, Alex Katz in Europäischen Sammlungen, 2006–7, S. 78–79 mit Abb.
Mönchsberg, Museum der Moderne, Alex Katz: New York/Maine, 2013, S. 130 mit Abb.

„Die Leute denken, dass das, was sie sehen, echt ist und zwar für immer. Aber es ist nicht wahr. Was du siehst, ist von deiner Kultur abhängig. Zum Beispiel, als ich ein Kind war, war der Washington Square wie ein schwaches Aquarell. Stimmt’s? Und jetzt ist es ein Fernseher. Wenn jemand von außerhalb den Washington Square sieht, dann sieht der kein schwaches Aquarell, er sieht einen Fernseher und sagt: „Wow, es ist so echt!“
Aus, Alex Katz - The Smartest People Bought My Work, von Emma Brockes, The Guardian 29/10/2018)

Katz’ Gemälde sind fast zu gleichen Teilen Porträts und Landschaftsmalereien. Wobei es in seinem Werk zwei verschiedene Landschaftsmalereien gibt: jene von Maine, wo er jedes Jahr mehrere Monate verbringt, und die Ansichten von New York, die er in den 1960er Jahren malte und die hauptsächlich die Nachbarschaft von Soho zeigen, in der er lebt und in der er sein Studio hat.
Dieses Gemälde stellt die Houston Street dar, die wichtigste Ost-West-Verbindung in der Innenstadt von Manhattan, die die Insel von Osten nach Westen durchquert. Die Houston Street, benannt nach William Houston, einem Delegierten des Kontinentalkongresses Ende 1700, begrenzt den Bezirk von SoHo, was für South of Houston steht.
Stilistisch scheint dieses Werk an die weicheren Kanten und die Komposition eines impressionistischen Kunstwerks zu erinnern. Katz hat sich Monets Kunst oft angesehen und in einem kürzlich erschienenen Interview bestätigte er, dass es in der Nähe seines Hauses in Maine einen Teich mit Seerosen gibt: „Ich schaue sie mir seit 50 Jahren an, aber wegen Monet habe ich sie nie angerührt.“
(Aus: ‚Alex Katz on his works, worries and wife.‘ Interview mit dem Künstler am Vorabend seiner Ausstellung in der National Portrait Gallery in London, 2010, Phaidon)

Tatsächlich hat er erst in den letzten Jahren Arbeiten für eine Ausstellung im Musée de l’Orangerie in Paris ausgeführt, die sich mit Monets Seerosen befasst (Alex Katz. Waterlilies - Homage to Monet series 2009-2010, Paris 14/5-2/9/2019).

Der Hauptunterschied zwischen seinen letzten Seerosen und diesem Gemälde liegt in den Rändern, und dass seine jüngeren Arbeiten härter geworden sind. Im selben Interview sagte er: „Ich fühle mich, als hätte ich mich in den letzten 10 Jahren auf harte Ränder hinzubewegt.  Als ich anfing, einige dieser großen Landschaften zu machen, waren einige dieser Striche sehr hart und es sah gut aus. Ich dachte über Kanten und harte Kanten nach und merkte, wie ein wirklich guter Maler eine harte Kante malen kann, ohne dass sie beschreibend werden, denn wenn etwas beschreibend wird, dann hat es keine innere Masse oder Volumen.“
(Aus: ‚Alex Katz on his works, worries and wife.‘ Interview mit dem Künstler am Vorabend seiner Ausstellung in der National Portrait Gallery, Phaidon)

Katz scheint in seinem Werk trotz der Kanten ein Gefühl der Abstraktion und eine Faszination für die impressionistische Kunst aufrechtzuerhalten. Technisch sind die meisten seiner Bilder realistisch, aber wie er behauptet, malt er das, was vor ihm liegt: Die Leute denken, dass das, was sie sehen, echt ist und zwar für immer. Aber es ist nicht wahr. Was du siehst, ist von deiner Kultur abhängig. Zum Beispiel, als ich ein Kind war, war der Washington Square wie ein schwaches Aquarell. Stimmt’s? Und jetzt ist es ein Fernseher. Wenn jemand von außerhalb den Washington Square sieht, dann sieht der kein schwaches Aquarell, er sieht einen Fernseher und sagt: „Wow, es ist so echt!“
Aus, Alex Katz - The Smartest People Bought My Work, von Emma Brockes, The Guardian 29/10/2018)

Experten: Flaminia Allvin Flaminia Allvin
+390669923671

flaminia.allvin@dorotheum.it

27.11.2019 - 18:00

Schätzwert:
EUR 200.000,- bis EUR 250.000,-

Alex Katz


(Brooklyn/New York 1927 geb.)
Houston (Vormals Washington Square), 1999, auf der Überlappung signiert, betitelt und datiert 1999, Öl auf Leinwand, 244,6 x 305 cm

Provenienz:
Galerie Thaddaeus Ropac, Paris
Europäische Privatsammlung
Sotheby’s, London, 13. Februar 2014, Los 346
ebendort durch den jetzigen Besitzer erworben

Ausgestellt:
Salzburg, Galerie Thaddaeus Ropac, Alex Katz: Marines & More, 1999 mit Abb.
Baden Baden, Museum Frieder Burda, Sammlung Frieder Burda, 2004–5, S. 77, Nr. 44 mit Abb.
Neuss, Langen Foundation; Spanbroek, Sheringa Museum of Realist Art, Alex Katz in Europäischen Sammlungen, 2006–7, S. 78–79 mit Abb.
Mönchsberg, Museum der Moderne, Alex Katz: New York/Maine, 2013, S. 130 mit Abb.

„Die Leute denken, dass das, was sie sehen, echt ist und zwar für immer. Aber es ist nicht wahr. Was du siehst, ist von deiner Kultur abhängig. Zum Beispiel, als ich ein Kind war, war der Washington Square wie ein schwaches Aquarell. Stimmt’s? Und jetzt ist es ein Fernseher. Wenn jemand von außerhalb den Washington Square sieht, dann sieht der kein schwaches Aquarell, er sieht einen Fernseher und sagt: „Wow, es ist so echt!“
Aus, Alex Katz - The Smartest People Bought My Work, von Emma Brockes, The Guardian 29/10/2018)

Katz’ Gemälde sind fast zu gleichen Teilen Porträts und Landschaftsmalereien. Wobei es in seinem Werk zwei verschiedene Landschaftsmalereien gibt: jene von Maine, wo er jedes Jahr mehrere Monate verbringt, und die Ansichten von New York, die er in den 1960er Jahren malte und die hauptsächlich die Nachbarschaft von Soho zeigen, in der er lebt und in der er sein Studio hat.
Dieses Gemälde stellt die Houston Street dar, die wichtigste Ost-West-Verbindung in der Innenstadt von Manhattan, die die Insel von Osten nach Westen durchquert. Die Houston Street, benannt nach William Houston, einem Delegierten des Kontinentalkongresses Ende 1700, begrenzt den Bezirk von SoHo, was für South of Houston steht.
Stilistisch scheint dieses Werk an die weicheren Kanten und die Komposition eines impressionistischen Kunstwerks zu erinnern. Katz hat sich Monets Kunst oft angesehen und in einem kürzlich erschienenen Interview bestätigte er, dass es in der Nähe seines Hauses in Maine einen Teich mit Seerosen gibt: „Ich schaue sie mir seit 50 Jahren an, aber wegen Monet habe ich sie nie angerührt.“
(Aus: ‚Alex Katz on his works, worries and wife.‘ Interview mit dem Künstler am Vorabend seiner Ausstellung in der National Portrait Gallery in London, 2010, Phaidon)

Tatsächlich hat er erst in den letzten Jahren Arbeiten für eine Ausstellung im Musée de l’Orangerie in Paris ausgeführt, die sich mit Monets Seerosen befasst (Alex Katz. Waterlilies - Homage to Monet series 2009-2010, Paris 14/5-2/9/2019).

Der Hauptunterschied zwischen seinen letzten Seerosen und diesem Gemälde liegt in den Rändern, und dass seine jüngeren Arbeiten härter geworden sind. Im selben Interview sagte er: „Ich fühle mich, als hätte ich mich in den letzten 10 Jahren auf harte Ränder hinzubewegt.  Als ich anfing, einige dieser großen Landschaften zu machen, waren einige dieser Striche sehr hart und es sah gut aus. Ich dachte über Kanten und harte Kanten nach und merkte, wie ein wirklich guter Maler eine harte Kante malen kann, ohne dass sie beschreibend werden, denn wenn etwas beschreibend wird, dann hat es keine innere Masse oder Volumen.“
(Aus: ‚Alex Katz on his works, worries and wife.‘ Interview mit dem Künstler am Vorabend seiner Ausstellung in der National Portrait Gallery, Phaidon)

Katz scheint in seinem Werk trotz der Kanten ein Gefühl der Abstraktion und eine Faszination für die impressionistische Kunst aufrechtzuerhalten. Technisch sind die meisten seiner Bilder realistisch, aber wie er behauptet, malt er das, was vor ihm liegt: Die Leute denken, dass das, was sie sehen, echt ist und zwar für immer. Aber es ist nicht wahr. Was du siehst, ist von deiner Kultur abhängig. Zum Beispiel, als ich ein Kind war, war der Washington Square wie ein schwaches Aquarell. Stimmt’s? Und jetzt ist es ein Fernseher. Wenn jemand von außerhalb den Washington Square sieht, dann sieht der kein schwaches Aquarell, er sieht einen Fernseher und sagt: „Wow, es ist so echt!“
Aus, Alex Katz - The Smartest People Bought My Work, von Emma Brockes, The Guardian 29/10/2018)

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kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 27.11.2019 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 16.11. - 27.11.2019