Lot Nr. 343


Hermann Nitsch *


(Wien 1938 geb.)
Schüttbild, 1984, auf der Rückseite signiert, datiert Hermann Nitsch 1984 und mit Schriftzug (von fremder Hand): „Torino 1984 Nitsch“, Dispersion auf Jute, 190 x 290 cm, gerahmt

Ausgestellt und im Katalog farbig abgebildet:
Hermann Nitsch, La Pittura dell’Orgien Mysterien Theater, Galleria Franz Paludetto, Turin 1984, Nr. 4/3
Die 17. Malaktion fand im April 1984 in der Galleria Franz Paludetto in Turin statt -
siehe: Hermann Nitsch, Das Gesamtkunstwerk des Orgien Mysterien Theaters, Verlag der Buchhandlung Walther König, 2015, S. 490 (Raumansicht der 17. Malaktion)

Provenienz:
Galleria Franz Paludetto, Turin
Privatsammlung, Italien

“alles was ist, das sein, ist bewegung und verwandlung.”
Hermann Nitsch

Noch 1963 war ich der Meinung, dass meine Malerei sich vollkommen in das O.M. Theater hineinentwickelt und aufgelöst hat. Ich wollte nicht mehr malen und dachte, die theatralische Aktion überträfe zwangsläufig alle Malerei. Heute weiß ich, dass Malaktionen und Aktionen des O.M. Theaters sich gegenseitig brauchen. Ich muss immer wieder in das „wohltemperierte Klavier“ der Malerei greifen, um mein Theater noch besser und intensiver realisieren zu können.
Es folgten weitere große Malaktionen 1984 und 1986 in Turin, Neapel und Prinzendorf. Haben sie sich von der Malrenaissance des Jahres 1983 grundsätzlich unterschieden?
Ich hoffe, dass es möglich ist, in periodischer Wiederkehr das Problem der Malerei immer wieder auf mich zu nehmen. Diese Malerei soll ja die gesamte psychophysische Stimmung der malenden Person direkt seismographieren. So werden die Resultate zwangsläufig immer anders. 1983 war es die Weiträumigkeit und Monumentalität der Schüttung, die mich interessierte. Diesen Sommer bestimmte mich mehr das sensible Auskosten und die Detailbewältigung der großen Fläche. Die Grundsituation ist immer eine andere und es stellen sich immer neue Probleme. Ich hoffe mich ständig zu verbessern und zu erweitern und möchte von der Natur in meinem Inneren und um mich herum ständig lernen.
Otmar Rychlik, Malaktionismus, Ein Gespräch mit Hermann Nitsch, 1987- aus der angeführten Literatur

Expertin: Mag. Elke Königseder Mag. Elke Königseder
+43-1-515 60-358

elke.koenigseder@dorotheum.at

27.11.2019 - 18:00

Schätzwert:
EUR 40.000,- bis EUR 55.000,-

Hermann Nitsch *


(Wien 1938 geb.)
Schüttbild, 1984, auf der Rückseite signiert, datiert Hermann Nitsch 1984 und mit Schriftzug (von fremder Hand): „Torino 1984 Nitsch“, Dispersion auf Jute, 190 x 290 cm, gerahmt

Ausgestellt und im Katalog farbig abgebildet:
Hermann Nitsch, La Pittura dell’Orgien Mysterien Theater, Galleria Franz Paludetto, Turin 1984, Nr. 4/3
Die 17. Malaktion fand im April 1984 in der Galleria Franz Paludetto in Turin statt -
siehe: Hermann Nitsch, Das Gesamtkunstwerk des Orgien Mysterien Theaters, Verlag der Buchhandlung Walther König, 2015, S. 490 (Raumansicht der 17. Malaktion)

Provenienz:
Galleria Franz Paludetto, Turin
Privatsammlung, Italien

“alles was ist, das sein, ist bewegung und verwandlung.”
Hermann Nitsch

Noch 1963 war ich der Meinung, dass meine Malerei sich vollkommen in das O.M. Theater hineinentwickelt und aufgelöst hat. Ich wollte nicht mehr malen und dachte, die theatralische Aktion überträfe zwangsläufig alle Malerei. Heute weiß ich, dass Malaktionen und Aktionen des O.M. Theaters sich gegenseitig brauchen. Ich muss immer wieder in das „wohltemperierte Klavier“ der Malerei greifen, um mein Theater noch besser und intensiver realisieren zu können.
Es folgten weitere große Malaktionen 1984 und 1986 in Turin, Neapel und Prinzendorf. Haben sie sich von der Malrenaissance des Jahres 1983 grundsätzlich unterschieden?
Ich hoffe, dass es möglich ist, in periodischer Wiederkehr das Problem der Malerei immer wieder auf mich zu nehmen. Diese Malerei soll ja die gesamte psychophysische Stimmung der malenden Person direkt seismographieren. So werden die Resultate zwangsläufig immer anders. 1983 war es die Weiträumigkeit und Monumentalität der Schüttung, die mich interessierte. Diesen Sommer bestimmte mich mehr das sensible Auskosten und die Detailbewältigung der großen Fläche. Die Grundsituation ist immer eine andere und es stellen sich immer neue Probleme. Ich hoffe mich ständig zu verbessern und zu erweitern und möchte von der Natur in meinem Inneren und um mich herum ständig lernen.
Otmar Rychlik, Malaktionismus, Ein Gespräch mit Hermann Nitsch, 1987- aus der angeführten Literatur

Expertin: Mag. Elke Königseder Mag. Elke Königseder
+43-1-515 60-358

elke.koenigseder@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 27.11.2019 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 16.11. - 27.11.2019