Lot Nr. 355


Rudolf Polanszky *


(Wien 1951 geb.)
Ohne Titel, 2-teilig, ein Teil signiert, datiert (schwer lesbar) Polanszky 89 ?, verschiedene Materialien, Acrylglas, Holz, jeweils 57,5 x 40,5 cm, (2)

Provenienz:
Privatsammlung, Deutschland

Die Methode als stellvertretender Ritus
Durch jede neue Arbeit schaffe ich mir ein neues Umgangsfeld, ich vermehre die Umgebung meine Anordnungen durch immer neue Verhältnisse als Funktionen sich entwickelnder Reflexe und variabler Standpunkte. Bevorzugt verwende ich nach wie vor sowohl Thesen als auch Gegenstände von „außerhalb der Kunst“ und rekrutiere meine Behelfe aus einem Repertoire eingegrenzter Gelegenheiten.
Über die Techniken und Handhabungen innerhalb meiner Arbeit versuche ich letztlich Teile von vorher Unzusammenhängenden in die Bedeutung meiner Grammatik zu zerren und mit den so erzeugten oder zusammengespielten Teilen Synthesen mit dem Wert der Entdeckung zu erzielen. Innerhalb der Arbeitsmethoden simuliere ich wahlweise Erfahrungsannahmen und Reizmodelle, die mich zu einer Konzentration verschiedener Verfahrensweisen zwingen und so Zusammenhänge synthetisch generieren. Entgegen wissenschaftlichen Methoden ist das Überprüfbare von Ergebnissen dieser Art einem selbst erzeugten (internen) Apparat verpflichtet, der seine Modelle und Hypothesen im Verhältnis seiner Ergebnisse verändert. Solcherart symbiotische Aspekte stecken bei gutem Gelingen einen neuen Horizont der Vorstellung ab. Überhaupt scheint mir die Vorstellung eine wesentliche Rolle in Mechanismus des Produktiven zu spielen, so dass sie mir als zentrale Schnittstelle meiner Hypothesen und Überprüfungsvorgänge innerhalb der Arbeit scheint. Das Ende meiner Arbeit wäre die Autonomie meiner Vorstellung über sie.
Wien 20.8.1989

Aus: Rudolf Polanszky, Die Bilder als synthetisches Korrelat (zur Relation von Beziehungen), Edition Wallenstein 1989

Expertin: Mag. Elke Königseder Mag. Elke Königseder
+43-1-515 60-358

elke.koenigseder@dorotheum.at

27.11.2019 - 18:00

Schätzwert:
EUR 15.000,- bis EUR 24.000,-

Rudolf Polanszky *


(Wien 1951 geb.)
Ohne Titel, 2-teilig, ein Teil signiert, datiert (schwer lesbar) Polanszky 89 ?, verschiedene Materialien, Acrylglas, Holz, jeweils 57,5 x 40,5 cm, (2)

Provenienz:
Privatsammlung, Deutschland

Die Methode als stellvertretender Ritus
Durch jede neue Arbeit schaffe ich mir ein neues Umgangsfeld, ich vermehre die Umgebung meine Anordnungen durch immer neue Verhältnisse als Funktionen sich entwickelnder Reflexe und variabler Standpunkte. Bevorzugt verwende ich nach wie vor sowohl Thesen als auch Gegenstände von „außerhalb der Kunst“ und rekrutiere meine Behelfe aus einem Repertoire eingegrenzter Gelegenheiten.
Über die Techniken und Handhabungen innerhalb meiner Arbeit versuche ich letztlich Teile von vorher Unzusammenhängenden in die Bedeutung meiner Grammatik zu zerren und mit den so erzeugten oder zusammengespielten Teilen Synthesen mit dem Wert der Entdeckung zu erzielen. Innerhalb der Arbeitsmethoden simuliere ich wahlweise Erfahrungsannahmen und Reizmodelle, die mich zu einer Konzentration verschiedener Verfahrensweisen zwingen und so Zusammenhänge synthetisch generieren. Entgegen wissenschaftlichen Methoden ist das Überprüfbare von Ergebnissen dieser Art einem selbst erzeugten (internen) Apparat verpflichtet, der seine Modelle und Hypothesen im Verhältnis seiner Ergebnisse verändert. Solcherart symbiotische Aspekte stecken bei gutem Gelingen einen neuen Horizont der Vorstellung ab. Überhaupt scheint mir die Vorstellung eine wesentliche Rolle in Mechanismus des Produktiven zu spielen, so dass sie mir als zentrale Schnittstelle meiner Hypothesen und Überprüfungsvorgänge innerhalb der Arbeit scheint. Das Ende meiner Arbeit wäre die Autonomie meiner Vorstellung über sie.
Wien 20.8.1989

Aus: Rudolf Polanszky, Die Bilder als synthetisches Korrelat (zur Relation von Beziehungen), Edition Wallenstein 1989

Expertin: Mag. Elke Königseder Mag. Elke Königseder
+43-1-515 60-358

elke.koenigseder@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 27.11.2019 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 16.11. - 27.11.2019