Lot Nr. 363 -


George Warren Rickey


(South Bend/Indiana 1907–2002 East Chatham/New York)
Zwei offene Triangles Up IV, 1983, auf dem Sockel signiert, datiert Rickey 1983 (eingeritzt), Nr. 1 aus der Edition von 3 Exemplaren, Edelstahl, 133 x 118 x 18,3 cm

Bestätigungsschreiben:
Philip Rickey, George Rickey Estate, St. Paul USA, 7.10.2019

Provenienz:
Zabriskie Gallery, New York - dort im Jahr 1983 vom Vorbesitzer erworben

Ausgestellt:
Landhaus Galleries, Kinderhook, New York, A spring Art Event to benefit the Columbia County Council of the Arts, Juni 1983

Die Plastiken George Warren Rickeys sind nicht ein Angebot zu Handlungen des Betrachters sondern viel mehr eine Veranlassung zu meditativer Anschauung, die darin besteht, dass der Betrachter sich völlig auf die Bewegung und das Ereignis des Bewegens einlässt. „Man kann diese Anschauung nicht eigentlich abschließen, sondern nur abbrechen“ hat Max Imdahl es formuliert.
Die Formensprache Rickeys ist am Konstruktivismus orientiert: „Man muss einen Zusammenhang zwischen der strengeren Formensprache und der größeren Bewegungsvielfalt erkennen, denn je einfacher die Formen sind, desto mehr wird ihre Bewegung oder, mit Rickey selbst zu sprechen, ihre Choreographie für die Anschauung thematisch (…).“
„<Ich wünsche mir> – wie es der Künstler selbst gesagt hat – <die Bewegung langsam, so daß man auf ihre Entstehung warten und über deren Langsamkeit staunen muss>. Gerade die langsame Bewegung erweckt die Aufmerksamkeit des Beschauers, schon unter der Fragestellung, ob nun Bewegung überhaupt stattfindet oder nicht, gerade sie sensibilisiert die Bewegungserfahrung des Beschauers und stimmt ihn in Bewegung ein. Und gerade die langsame Bewegung kann den Beschauer dazu veranlassen, sich in die Anschauung wie in einen Zustand kontemplativer Selbstvergessenheit zu versenken.“
So mag der Betrachter sich nicht nur in die Bewegung vertiefen, sondern ebenso in den Schattenwurf den diese Tänze des schwingenden Dreiecks auf der Wand spiegeln.
Max Imdahl, George Warren Rickey in: Erläuterungen zur Modernen Kunst, 60 Texte von Max Imdahl, seinen Freunden und Schülern, Hrsg. Norbert Kunisch, Bochum 1990, S. 217-220, hier S. 217/218

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
+49-211-210 77 47

petra.schaepers@dorotheum.de

27.11.2019 - 18:00

Schätzwert:
EUR 60.000,- bis EUR 70.000,-

George Warren Rickey


(South Bend/Indiana 1907–2002 East Chatham/New York)
Zwei offene Triangles Up IV, 1983, auf dem Sockel signiert, datiert Rickey 1983 (eingeritzt), Nr. 1 aus der Edition von 3 Exemplaren, Edelstahl, 133 x 118 x 18,3 cm

Bestätigungsschreiben:
Philip Rickey, George Rickey Estate, St. Paul USA, 7.10.2019

Provenienz:
Zabriskie Gallery, New York - dort im Jahr 1983 vom Vorbesitzer erworben

Ausgestellt:
Landhaus Galleries, Kinderhook, New York, A spring Art Event to benefit the Columbia County Council of the Arts, Juni 1983

Die Plastiken George Warren Rickeys sind nicht ein Angebot zu Handlungen des Betrachters sondern viel mehr eine Veranlassung zu meditativer Anschauung, die darin besteht, dass der Betrachter sich völlig auf die Bewegung und das Ereignis des Bewegens einlässt. „Man kann diese Anschauung nicht eigentlich abschließen, sondern nur abbrechen“ hat Max Imdahl es formuliert.
Die Formensprache Rickeys ist am Konstruktivismus orientiert: „Man muss einen Zusammenhang zwischen der strengeren Formensprache und der größeren Bewegungsvielfalt erkennen, denn je einfacher die Formen sind, desto mehr wird ihre Bewegung oder, mit Rickey selbst zu sprechen, ihre Choreographie für die Anschauung thematisch (…).“
„<Ich wünsche mir> – wie es der Künstler selbst gesagt hat – <die Bewegung langsam, so daß man auf ihre Entstehung warten und über deren Langsamkeit staunen muss>. Gerade die langsame Bewegung erweckt die Aufmerksamkeit des Beschauers, schon unter der Fragestellung, ob nun Bewegung überhaupt stattfindet oder nicht, gerade sie sensibilisiert die Bewegungserfahrung des Beschauers und stimmt ihn in Bewegung ein. Und gerade die langsame Bewegung kann den Beschauer dazu veranlassen, sich in die Anschauung wie in einen Zustand kontemplativer Selbstvergessenheit zu versenken.“
So mag der Betrachter sich nicht nur in die Bewegung vertiefen, sondern ebenso in den Schattenwurf den diese Tänze des schwingenden Dreiecks auf der Wand spiegeln.
Max Imdahl, George Warren Rickey in: Erläuterungen zur Modernen Kunst, 60 Texte von Max Imdahl, seinen Freunden und Schülern, Hrsg. Norbert Kunisch, Bochum 1990, S. 217-220, hier S. 217/218

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
+49-211-210 77 47

petra.schaepers@dorotheum.de


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 27.11.2019 - 18:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 16.11. - 27.11.2019