Lot Nr. 20


Giacomo Balla *


(Turin 1871–1958 Rom)
Linea di velocità + paesaggio, ca. 1917, signiert; auf der Rückseite Stempel und Klebeetiketten, kolorierte und mit Tempera bemalte Papiercollage auf Karton, 15 x 30 cm, gerahmt

Das Werk ist beim Archivio Gigli, Rom unter der Nr. 2016–679 registriert. Ein Fotozertifikat liegt bei.

Provenienz:
Casa Balla, Rom (auf der Rückseite Klebeetiketten)
Sammlung Villoresi, Rom
Galleria Blu, Mailand (rückseitig Etikett)
Galleria Fonte d’Abisso, Mailand (auf der Rückseite Klebezettel)
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
Mailand, Archivi Futuristi, Galleria Fonte d’Abisso Arte, 7. April–14. Juli 1990, Ausst.-Kat. S. 25, Nr. 4 mit Abb. (auf der Rückseite Klebezettel)

Literatur:
E. Gigli, Giacomo Balla. Coloratissimo e luminosissimo, Edizioni Cinquantasei, Bologna 2013, S. 172, Nr. 56 mit Abb.

Aus der Zeit des Ersten Weltkriegs (vielleicht auch motiviert durch den Mangel an Ausgangsmaterial für die Malerei) experimentierte Balla mit einer neuen Technik: der Collage aus farbigem Papier. Die Technik eignet sich, um Werke mit einem absolut „abstrakten“ Ton zu schaffen, mit klaren à-plat Formen, wie man in dieser Collage sehen kann. Sie wird nur aus Papieren hergestellt, von denen einige bereits farbig sind, andere wiederum von Balla gefärbt und dann zusammengesetzt werden, um diese farbenfrohe Komposition aus verschiedenen Elementen zu konstruieren: Die hellen Papierformen, die in der Collage verwendet werden, sind daher mit dem ursprünglichen Schaffensprozess der Erfindung und dem letztlichen Endergebnis verbunden.
Diese Collage im Speziellen stellt die Vereinigung zweier Themen dar, die Balla sehr am Herzen liegen: Die Linie der Geschwindigkeit überlagert die Landschaft. Auf der Suche nach Synthese entwickelt der Maler das Bildthema mittels unzähliger Analysen. Ausgehend von verschiedenen spezifischen Studien (Relativbewegung, Schwalbenflug, Lichtdurchdringung, Dynamik des Autos) gelangt er zur „Linie der Geschwindigkeit“, die er selbst als „die fundamentale Grundlage meines Denkens“ definiert. Balla studierte diese Phänomene in zwei Notitzbüchern mit über 55 Zeichnungen und kombiniert sie mit anderen für ihn wichtigen Elementen wie der Verwirbelung, der Landschaft und der Geräuschwelt.....
Ballas Werk, das als „futuristische Abstraktion“ definiert wird, zeigt, dass Abstraktion nur aus real in der Natur vorkommenden Elementen erfolgen kann, welche durch Bewegung miteinander vereint werden: Linie der Geschwindigkeit + Landschaft. Die Verbindung des Blaus des Himmels mit dem Grün der Landschaft im Moment des Vorbeifahrens des Autos wird in der Geschwindigkeitslinie in dieser Collage aus farbigem Papier aus der Casa Balla realisiert.
Elena Gigli

Experte: Alessandro Rizzi Alessandro Rizzi
+39-02-303 52 41

alessandro.rizzi@dorotheum.it

26.11.2019 - 17:00

Schätzwert:
EUR 24.000,- bis EUR 32.000,-

Giacomo Balla *


(Turin 1871–1958 Rom)
Linea di velocità + paesaggio, ca. 1917, signiert; auf der Rückseite Stempel und Klebeetiketten, kolorierte und mit Tempera bemalte Papiercollage auf Karton, 15 x 30 cm, gerahmt

Das Werk ist beim Archivio Gigli, Rom unter der Nr. 2016–679 registriert. Ein Fotozertifikat liegt bei.

Provenienz:
Casa Balla, Rom (auf der Rückseite Klebeetiketten)
Sammlung Villoresi, Rom
Galleria Blu, Mailand (rückseitig Etikett)
Galleria Fonte d’Abisso, Mailand (auf der Rückseite Klebezettel)
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
Mailand, Archivi Futuristi, Galleria Fonte d’Abisso Arte, 7. April–14. Juli 1990, Ausst.-Kat. S. 25, Nr. 4 mit Abb. (auf der Rückseite Klebezettel)

Literatur:
E. Gigli, Giacomo Balla. Coloratissimo e luminosissimo, Edizioni Cinquantasei, Bologna 2013, S. 172, Nr. 56 mit Abb.

Aus der Zeit des Ersten Weltkriegs (vielleicht auch motiviert durch den Mangel an Ausgangsmaterial für die Malerei) experimentierte Balla mit einer neuen Technik: der Collage aus farbigem Papier. Die Technik eignet sich, um Werke mit einem absolut „abstrakten“ Ton zu schaffen, mit klaren à-plat Formen, wie man in dieser Collage sehen kann. Sie wird nur aus Papieren hergestellt, von denen einige bereits farbig sind, andere wiederum von Balla gefärbt und dann zusammengesetzt werden, um diese farbenfrohe Komposition aus verschiedenen Elementen zu konstruieren: Die hellen Papierformen, die in der Collage verwendet werden, sind daher mit dem ursprünglichen Schaffensprozess der Erfindung und dem letztlichen Endergebnis verbunden.
Diese Collage im Speziellen stellt die Vereinigung zweier Themen dar, die Balla sehr am Herzen liegen: Die Linie der Geschwindigkeit überlagert die Landschaft. Auf der Suche nach Synthese entwickelt der Maler das Bildthema mittels unzähliger Analysen. Ausgehend von verschiedenen spezifischen Studien (Relativbewegung, Schwalbenflug, Lichtdurchdringung, Dynamik des Autos) gelangt er zur „Linie der Geschwindigkeit“, die er selbst als „die fundamentale Grundlage meines Denkens“ definiert. Balla studierte diese Phänomene in zwei Notitzbüchern mit über 55 Zeichnungen und kombiniert sie mit anderen für ihn wichtigen Elementen wie der Verwirbelung, der Landschaft und der Geräuschwelt.....
Ballas Werk, das als „futuristische Abstraktion“ definiert wird, zeigt, dass Abstraktion nur aus real in der Natur vorkommenden Elementen erfolgen kann, welche durch Bewegung miteinander vereint werden: Linie der Geschwindigkeit + Landschaft. Die Verbindung des Blaus des Himmels mit dem Grün der Landschaft im Moment des Vorbeifahrens des Autos wird in der Geschwindigkeitslinie in dieser Collage aus farbigem Papier aus der Casa Balla realisiert.
Elena Gigli

Experte: Alessandro Rizzi Alessandro Rizzi
+39-02-303 52 41

alessandro.rizzi@dorotheum.it


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Klassische Moderne
Datum: 26.11.2019 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 16.11. - 26.11.2019