Lot Nr. 28


Giulio D’Anna *


(Villarosa 1908–1978 Messina)
L’arrivo (Gli idrovolanti capitanati da Italo Balbo sorvolano il lago Michigan), 1933, signiert D’Anna Futurista, Öl auf zusammengefügten Holztafeln, 77,7 x 115 cm, gerahmt

Fotozertifikat:
Archivio Storico dei Futuristi Siciliani, kuratiert von A. M. Ruta und Galleria Diomedea, Palermo

Provenienz:
Galleria La Palma, Syrakus (rückseitig Stempel)
Christie’s, London, 28. Februar 2018, Los 474
Privatsammlung, Italien

Ausgestellt:
Rom, Serate Futuriste, M. I. C. R. O., Mai/Juni 2005
Vittoria, Giulio D’Anna Futurismo e Aeropittura, kuratiert von Maurizio Scudiero, A. M. Ruta, S. Carbone, Galleria Edone, Mai 2019, Ausst.-Kat. S. 69 mit Abb.

In den 1920er und 1930er Jahren faszinierten epische Leistungen im Kunstflug und genossen das gleiche begeisterte, globale Publikum wie die Raumfahrtaktivitäten der 1960er Jahre. Die großen Piloten wurden als die Stars der Show geliebt und bewundert.
Nach zwei Reisen ans Mittelmeer beschloss der Luftfahrtminister Italo Balbo eine Überquerung des Südatlantiks bis nach Rio de Janeiro zu versuchen. Im Jahr 1931 gelang es ihm dann, wenn auch mit einigen Missgeschicken.
Unmittelbar danach begannen die Vorbereitungsarbeiten für die zweite Atlantiküberquerung (1. Juli – 12. August 1933), mit der Absicht, so den zehnten Jahrestag des Marsches auf Rom zu feiern. Zuvor war die schwierige Überquerung des Nordatlantiks insgesamt 78 Mal von verschiedenen Flugzeugen versucht worden, aber nur 28 dieser Versuche waren erfolgreich gewesen. Von Orbetello aus folgten Balbo und sein Wasserflugzeugteam einer Etappe über Amsterdam, Londonderry, Reykjavik, Shediac, Montreal, Chicago und New York und kehrten nach Italien zurück, wo sie in Portugal anhielten und schließlich in Rom landeten.
Das Jahr 1933 war ein wahrhaft außergewöhnliches Jahr für den italienischen Sport und die italienische Technologie: Ende Juni wurde es als gutes Zeichen interpretiert, dass Primo Carnera den Weltmeistertitel im Schwergewicht in Amerika gewann; am 10. April gewann Italien die Schneider-Trophy (Coupe d‘Aviation Maritime Jacques Schneider) mit einer Geschwindigkeit von 682 Kilometern; am 16. April siegte die Fechtmannschaft beim Monte-Carlo-Turnier; am 15. August wurde ein neuer Schnellbootrekord aufgestellt; am 16. August gewann die SS Rex das Blaue Band für ihre Atlantiküberquerung; am 17. September stellte der Läufer Luigi Beccali einen neuen Weltrekord über 1500 Meter auf.
Die Ozeanüberquerung der von Balbo angeführten italienischen Wasserflugzeuge war erfolgreich und die italienische Luftfahrt wurde auf der ganzen Welt legendär. Ein von Balbo erfundenes Spektakel wurde ebenfalls Realität: 24 Wasserflugzeuge flogen in perfekter Formation über die Wolkenkratzer von New York. Der Verkehr stand still, alle rannten zu den Fenstern, und im Hafen gaben die Schiffe einen einzigen ohrenbetäubenden Grußpfiff von sich. Die Ufer des Hudson, an denen das Team eine Seelandung machte, waren am Finaltag überfüllt wie ein Stadion.
Als Balbo in der Madison Square Bowl auf Long Island (dem größten Stadion der Vereinigten Staaten) ankam, war es voll, und es gab nochmal so viele Zuschauer draußen wie drinnen. In einer Zeit, die noch nicht an die Prominentenkultur gewöhnt war, war dieser Anblick fast noch beeindruckender als der Flug selbst.
In Chicago, wo die Weltausstellung stattfand, wurden die Piloten in einer riesigen Autokolonne sofort durch die überfüllten Straßen zu einem Stadion mit Zehntausenden von Menschen gebracht. Der Bürgermeister proklamierte den Tag „Italo Balbo Day“ und kündigte an, dass der Stadtrat beschlossen habe, eine Straße nach ihm zu benennen.
Die vielleicht kurioseste Zeremonie war die Krönung Balbos als Häuptling der Sioux mit einer gigantischen Krone aus hellen Federn und die Verleihung des Namens „Fliegender Adler“.

Expertin: Maria Cristina Corsini Maria Cristina Corsini
+39-06-699 23 671

maria.corsini@dorotheum.it

26.11.2019 - 17:00

Schätzwert:
EUR 25.000,- bis EUR 28.000,-

Giulio D’Anna *


(Villarosa 1908–1978 Messina)
L’arrivo (Gli idrovolanti capitanati da Italo Balbo sorvolano il lago Michigan), 1933, signiert D’Anna Futurista, Öl auf zusammengefügten Holztafeln, 77,7 x 115 cm, gerahmt

Fotozertifikat:
Archivio Storico dei Futuristi Siciliani, kuratiert von A. M. Ruta und Galleria Diomedea, Palermo

Provenienz:
Galleria La Palma, Syrakus (rückseitig Stempel)
Christie’s, London, 28. Februar 2018, Los 474
Privatsammlung, Italien

Ausgestellt:
Rom, Serate Futuriste, M. I. C. R. O., Mai/Juni 2005
Vittoria, Giulio D’Anna Futurismo e Aeropittura, kuratiert von Maurizio Scudiero, A. M. Ruta, S. Carbone, Galleria Edone, Mai 2019, Ausst.-Kat. S. 69 mit Abb.

In den 1920er und 1930er Jahren faszinierten epische Leistungen im Kunstflug und genossen das gleiche begeisterte, globale Publikum wie die Raumfahrtaktivitäten der 1960er Jahre. Die großen Piloten wurden als die Stars der Show geliebt und bewundert.
Nach zwei Reisen ans Mittelmeer beschloss der Luftfahrtminister Italo Balbo eine Überquerung des Südatlantiks bis nach Rio de Janeiro zu versuchen. Im Jahr 1931 gelang es ihm dann, wenn auch mit einigen Missgeschicken.
Unmittelbar danach begannen die Vorbereitungsarbeiten für die zweite Atlantiküberquerung (1. Juli – 12. August 1933), mit der Absicht, so den zehnten Jahrestag des Marsches auf Rom zu feiern. Zuvor war die schwierige Überquerung des Nordatlantiks insgesamt 78 Mal von verschiedenen Flugzeugen versucht worden, aber nur 28 dieser Versuche waren erfolgreich gewesen. Von Orbetello aus folgten Balbo und sein Wasserflugzeugteam einer Etappe über Amsterdam, Londonderry, Reykjavik, Shediac, Montreal, Chicago und New York und kehrten nach Italien zurück, wo sie in Portugal anhielten und schließlich in Rom landeten.
Das Jahr 1933 war ein wahrhaft außergewöhnliches Jahr für den italienischen Sport und die italienische Technologie: Ende Juni wurde es als gutes Zeichen interpretiert, dass Primo Carnera den Weltmeistertitel im Schwergewicht in Amerika gewann; am 10. April gewann Italien die Schneider-Trophy (Coupe d‘Aviation Maritime Jacques Schneider) mit einer Geschwindigkeit von 682 Kilometern; am 16. April siegte die Fechtmannschaft beim Monte-Carlo-Turnier; am 15. August wurde ein neuer Schnellbootrekord aufgestellt; am 16. August gewann die SS Rex das Blaue Band für ihre Atlantiküberquerung; am 17. September stellte der Läufer Luigi Beccali einen neuen Weltrekord über 1500 Meter auf.
Die Ozeanüberquerung der von Balbo angeführten italienischen Wasserflugzeuge war erfolgreich und die italienische Luftfahrt wurde auf der ganzen Welt legendär. Ein von Balbo erfundenes Spektakel wurde ebenfalls Realität: 24 Wasserflugzeuge flogen in perfekter Formation über die Wolkenkratzer von New York. Der Verkehr stand still, alle rannten zu den Fenstern, und im Hafen gaben die Schiffe einen einzigen ohrenbetäubenden Grußpfiff von sich. Die Ufer des Hudson, an denen das Team eine Seelandung machte, waren am Finaltag überfüllt wie ein Stadion.
Als Balbo in der Madison Square Bowl auf Long Island (dem größten Stadion der Vereinigten Staaten) ankam, war es voll, und es gab nochmal so viele Zuschauer draußen wie drinnen. In einer Zeit, die noch nicht an die Prominentenkultur gewöhnt war, war dieser Anblick fast noch beeindruckender als der Flug selbst.
In Chicago, wo die Weltausstellung stattfand, wurden die Piloten in einer riesigen Autokolonne sofort durch die überfüllten Straßen zu einem Stadion mit Zehntausenden von Menschen gebracht. Der Bürgermeister proklamierte den Tag „Italo Balbo Day“ und kündigte an, dass der Stadtrat beschlossen habe, eine Straße nach ihm zu benennen.
Die vielleicht kurioseste Zeremonie war die Krönung Balbos als Häuptling der Sioux mit einer gigantischen Krone aus hellen Federn und die Verleihung des Namens „Fliegender Adler“.

Expertin: Maria Cristina Corsini Maria Cristina Corsini
+39-06-699 23 671

maria.corsini@dorotheum.it


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Klassische Moderne
Datum: 26.11.2019 - 17:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 16.11. - 26.11.2019