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Lot Nr. 122


Jacob Jordaens zugeschrieben/attributed


Jacob Jordaens zugeschrieben/attributed - Meisterzeichnungen und Druckgraphik bis 1900, Aquarelle, Miniaturen

(1593–1678)
Drei Porträtstudien eines Mannes mit einer Narrenkappe, Grimassen schneidend, rote und schwarze Kreide auf Bütten, 21,5 x 16 cm, alt auf Unterlage montiert, gebräunt, etwas fleckig, Passep., gerahmt, (Sch)

Provenienz:
Privatsammlung, Österreich.

Die vorliegende Zeichnung mit drei Studien eines Mannes mit einer Narrenkappe scheint Jordaens nach einem lebenden Modell angefertigt zu haben und dürfte aus den 1640er Jahren datieren. Die Figur des Mannes taucht in zahlreichen Gemälden von Jordaens aus jener Zeit auf und ist vor allem in den verschiedenen Versionen des „Bohnenkönigs“ im Musée Royaux des Beaux-Arts, Brüssel (Inv. 3545), dem Musée du Louvre, Paris (Inv. 1406) sowie der Gemäldegalerie in Kassel (Inv. GK 108) zu sehen. Auch in dem Gemälde „Susanna und die beiden Alten“ im Statens Museum vor Kunst, Kopenhagen (Inv. KMSSp. 235) sowie dem „Bankett der Kleopatra“ in der Hermitage, St. Petersburg (Inv. 8536) sind Varianten dieser Figur zu sehen, auf die Jordaens als Prototyp immer wieder zurückgriff.

Der Kopf in der rechten unteren Ecke des vorliegenden Blattes ist zudem vergleichbar mit einem Modello im Koninklijk Museum, Antwerpen (Inv. 843), welcher vermutlich ebenfalls um 1640 in Vorbereitung einer weiteren Version des „Bohnenkönigs“ entstanden sein dürfte und den Mann in spiegelverkehrter Ansicht zeigt. Rogier D’Hulst nennt eine weitere Zeichnung zu einer vergleichbaren Figur im Mount Holyoke College, Massachussetts (R. d’Hulst, Jordaens Drawings, Brüssel 1974, Kat. A164), bei dem es sich eventuell um ein Selbstporträt des Künstlers handeln könnte. Eine weitere Zeichnung fügte er 1990 dem Supplement-Band der Zeichnungen von Jordaens hinzu („Jordaens Drawings. Supplement II“, in: Master Drawings 28, 1990, S. 153-154, Fig. 17).

Die vorliegende Zeichnung kann somit mit einer Vielzahl von Kompositionen Jordaens‘ aus den 1640er Jahren in Verbindung gebracht werden und diente dem Künstler offenbar als Prototyp, den er entsprechend seiner jeweiligen Funktion in den Gemälden abwandelte.

Die Zuschreibung an Jacob Jordaens wurde von Prof. Hans Vlieghe, Brecht Vanoppen und Jeremy Wood anhand einer hochauflösenden digitalen Photographie vorgeschlagen. Es liegt zudem eine schriftliche Mitteilung von Jeremy Wood (4. März 2020) vor.

 


© Museumslandschaft Hessen Kassel, Gemäldegalerie Alte Meister

Expertin: Mag. Astrid-Christina Schierz Mag. Astrid-Christina Schierz
+43-1-515 60-546

astrid.schierz@dorotheum.at

03.04.2020 - 14:46

Erzielter Preis: **
EUR 16.550,-
Schätzwert:
EUR 4.000,- bis EUR 6.000,-

Jacob Jordaens zugeschrieben/attributed


(1593–1678)
Drei Porträtstudien eines Mannes mit einer Narrenkappe, Grimassen schneidend, rote und schwarze Kreide auf Bütten, 21,5 x 16 cm, alt auf Unterlage montiert, gebräunt, etwas fleckig, Passep., gerahmt, (Sch)

Provenienz:
Privatsammlung, Österreich.

Die vorliegende Zeichnung mit drei Studien eines Mannes mit einer Narrenkappe scheint Jordaens nach einem lebenden Modell angefertigt zu haben und dürfte aus den 1640er Jahren datieren. Die Figur des Mannes taucht in zahlreichen Gemälden von Jordaens aus jener Zeit auf und ist vor allem in den verschiedenen Versionen des „Bohnenkönigs“ im Musée Royaux des Beaux-Arts, Brüssel (Inv. 3545), dem Musée du Louvre, Paris (Inv. 1406) sowie der Gemäldegalerie in Kassel (Inv. GK 108) zu sehen. Auch in dem Gemälde „Susanna und die beiden Alten“ im Statens Museum vor Kunst, Kopenhagen (Inv. KMSSp. 235) sowie dem „Bankett der Kleopatra“ in der Hermitage, St. Petersburg (Inv. 8536) sind Varianten dieser Figur zu sehen, auf die Jordaens als Prototyp immer wieder zurückgriff.

Der Kopf in der rechten unteren Ecke des vorliegenden Blattes ist zudem vergleichbar mit einem Modello im Koninklijk Museum, Antwerpen (Inv. 843), welcher vermutlich ebenfalls um 1640 in Vorbereitung einer weiteren Version des „Bohnenkönigs“ entstanden sein dürfte und den Mann in spiegelverkehrter Ansicht zeigt. Rogier D’Hulst nennt eine weitere Zeichnung zu einer vergleichbaren Figur im Mount Holyoke College, Massachussetts (R. d’Hulst, Jordaens Drawings, Brüssel 1974, Kat. A164), bei dem es sich eventuell um ein Selbstporträt des Künstlers handeln könnte. Eine weitere Zeichnung fügte er 1990 dem Supplement-Band der Zeichnungen von Jordaens hinzu („Jordaens Drawings. Supplement II“, in: Master Drawings 28, 1990, S. 153-154, Fig. 17).

Die vorliegende Zeichnung kann somit mit einer Vielzahl von Kompositionen Jordaens‘ aus den 1640er Jahren in Verbindung gebracht werden und diente dem Künstler offenbar als Prototyp, den er entsprechend seiner jeweiligen Funktion in den Gemälden abwandelte.

Die Zuschreibung an Jacob Jordaens wurde von Prof. Hans Vlieghe, Brecht Vanoppen und Jeremy Wood anhand einer hochauflösenden digitalen Photographie vorgeschlagen. Es liegt zudem eine schriftliche Mitteilung von Jeremy Wood (4. März 2020) vor.

 


© Museumslandschaft Hessen Kassel, Gemäldegalerie Alte Meister

Expertin: Mag. Astrid-Christina Schierz Mag. Astrid-Christina Schierz
+43-1-515 60-546

astrid.schierz@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Meisterzeichnungen und Druckgraphik bis 1900, Aquarelle, Miniaturen
Datum: 03.04.2020 - 14:46
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: online


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.