Lot Nr. 515


Émile Bernard


(Lille 1868–1941 Paris)
Aube bleue à Venise, (Venedig zur blauen Stunde), signiert, datiert
Émile Bernard 1903, Öl auf Leinwand, 148,5 x 118 cm, gerahmt

Provenienz:
Loudmer Auction, Hotel Drouot, Paris, 19.11.1995, Nr. 33;
dort vom aktuellen Eigentümer erworben;
Privatsammlung Italien.

Ausgestellt:
Paris, Petit Musée Beaudouin, Émile Bernard, Februar 1910;
Venedig, XIV. Venedig-Biennale, 1924.

Verzeichnet und abgebildet in:
Jean-Jacques Luthi, Armand Israel Émile Bernard - sa vie, son oeuvre -
catalogue raisonné, Catalogues Raisonnés ed., Paris 2014, S. 73, 227, Nr. 560.

Émile Bernard studierte bei dem Maler Fernand Cormon (1854-1924) an der École des Beaux-Arts in Paris, wo er sich mit seinen Kommilitonen Henri de Toulouse-Lautrec und Louis Anquetin anfreundete. 1885 wurde er wegen einer Meinungsverschiedenheit in Bezug auf Cormons Lehre vom Studium ausgeschlossen. Mitte 1894 heiratete er seine Frau Hanénah. Sie hatten zusammen fünf Kinder, von denen jedoch nur zwei das Erwachsenenalter erreichten. Einige Jahre später trennten sie sich, nachdem Bernard sich in Andrée Fort (1877-1963) verliebt hatte, mit der er auch ein Kind zeugte.
Die Familie reiste 1903 nach Venedig, wo Bernard mehrere Werke mit vorwiegend blauem Hintergrund schuf, wie das vorliegende Los. Dort war er beeindruckt von den Meisterwerken der italienischen Renaissance-Künstler, insbesondere von Jacopo Tintoretto (1518-1594). Diese beeinflussten auch die Entstehung des vorliegenden Loses Aube Bleue à Venise. Diese romantische venezianische Landschaft zeigt Frauen, die in lange Tücher eingehüllt sind. Sie wirken gedankenverloren mit melancholischem Blick im weichen Licht des Morgengrauens.
Sein Haus in Venedig im Campo delle Gatte war zu einem beliebten Treffpunkt geworden, der Freunde und Künstler anzog, wie Pierre Beppi-Martin (1869-1954), Henry Simpson (1853-1921) oder Siegfried Wagner, den Sohn des berühmten Komponisten Richard Wagner, um nur einige zu nennen. Nach sechs Monaten verließ er Venedig, um seine künstlerische Karriere in Paris fortzusetzen.

Experte: Gautier Gendebien Gautier Gendebien
+39-334-777 1603

Gautier.Gendebien@dorotheum.it

08.06.2020 - 16:00

Schätzwert:
EUR 40.000,- bis EUR 60.000,-

Émile Bernard


(Lille 1868–1941 Paris)
Aube bleue à Venise, (Venedig zur blauen Stunde), signiert, datiert
Émile Bernard 1903, Öl auf Leinwand, 148,5 x 118 cm, gerahmt

Provenienz:
Loudmer Auction, Hotel Drouot, Paris, 19.11.1995, Nr. 33;
dort vom aktuellen Eigentümer erworben;
Privatsammlung Italien.

Ausgestellt:
Paris, Petit Musée Beaudouin, Émile Bernard, Februar 1910;
Venedig, XIV. Venedig-Biennale, 1924.

Verzeichnet und abgebildet in:
Jean-Jacques Luthi, Armand Israel Émile Bernard - sa vie, son oeuvre -
catalogue raisonné, Catalogues Raisonnés ed., Paris 2014, S. 73, 227, Nr. 560.

Émile Bernard studierte bei dem Maler Fernand Cormon (1854-1924) an der École des Beaux-Arts in Paris, wo er sich mit seinen Kommilitonen Henri de Toulouse-Lautrec und Louis Anquetin anfreundete. 1885 wurde er wegen einer Meinungsverschiedenheit in Bezug auf Cormons Lehre vom Studium ausgeschlossen. Mitte 1894 heiratete er seine Frau Hanénah. Sie hatten zusammen fünf Kinder, von denen jedoch nur zwei das Erwachsenenalter erreichten. Einige Jahre später trennten sie sich, nachdem Bernard sich in Andrée Fort (1877-1963) verliebt hatte, mit der er auch ein Kind zeugte.
Die Familie reiste 1903 nach Venedig, wo Bernard mehrere Werke mit vorwiegend blauem Hintergrund schuf, wie das vorliegende Los. Dort war er beeindruckt von den Meisterwerken der italienischen Renaissance-Künstler, insbesondere von Jacopo Tintoretto (1518-1594). Diese beeinflussten auch die Entstehung des vorliegenden Loses Aube Bleue à Venise. Diese romantische venezianische Landschaft zeigt Frauen, die in lange Tücher eingehüllt sind. Sie wirken gedankenverloren mit melancholischem Blick im weichen Licht des Morgengrauens.
Sein Haus in Venedig im Campo delle Gatte war zu einem beliebten Treffpunkt geworden, der Freunde und Künstler anzog, wie Pierre Beppi-Martin (1869-1954), Henry Simpson (1853-1921) oder Siegfried Wagner, den Sohn des berühmten Komponisten Richard Wagner, um nur einige zu nennen. Nach sechs Monaten verließ er Venedig, um seine künstlerische Karriere in Paris fortzusetzen.

Experte: Gautier Gendebien Gautier Gendebien
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Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts
Datum: 08.06.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 27.05. - 08.06.2020