Lot Nr. 519


Franz Xaver Simm


(Wien 1853–1918 München)
“Einzug”, rückseitig alt betitelt und bezeichnet F. Simm München, Vervielfältigung vorbehalten, signiert F. Simm, Öl auf Holz, 48 x 34 cm, vertikale Sprungbildung, gerahmt

Ausgestellt:
Große Berliner Kunstausstellung, 1894;
Münchner Jahresausstellung, 1894.
Abgebildet in:
Die Gartenlaube, Ernst Keil’s Nachfolger, Leipzig 1896, Heft 4, S. 4–5, Nr. 20.
Verzeichnet in:
Friedrich von Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Hofheim am Taunus 1979, Bd. II, 2, S. 753, Nr. 32 (Der Einzug, Siegeseinzug russischer und deutscher Truppen in eine deutsche Stadt, Winter 1813).

Im vorliegenden Los führt uns Franz Xaver Simm zurück in die Napoleonische Zeit und zeigt uns den siegreichen Einzug der heimkehrenden deutschen Truppen, die jubelnd begrüßt werden. Das Bild wurde in der Zeitschrift „Gartenlaube“ 1896 abgebildet und der begleitende Text schildert uns den Eindruck, den das Bild beim damaligen Publikum hinterlassen hat. „Da sehen wir hier die junge Mutter mit ihren Kindern, die liebreizende Schwester, die vom Nähtisch aufgesprungen ist, noch die Schere in der Hand, freudig den Einzug der deutschen Regimenter begrüßen. Der kleine Sohn kann sich nicht satt sehen an dem Glanz der Waffen und der ganzen soldatischen Herrlichkeit; er schiebt mit der Hand die Gardine zurück, die ihm einen Teil des schönen Schauspiels zu verhüllen droht. Ganz anders als dieser kleine Patriot, in dem sich bereits der künftige Soldat regt und zu welchem die neugierig schauende größere Schwester ein Pendant bildet, verhält sich das kleine Mädchen im Arm der Mutter; es hat zwar ein Schnupftuch in der Hand, das ihm wohl anvertraut worden ist zum Zwecke, den tapferen Kriegern zuzuwinken; aber sein Herz ist ganz wo anders, und soweit ist es noch nicht, daß ihm die blanken Knöpfe und Epauletten den üblichen tiefen Eindruck machen könnten; es blickt ins Zimmer zurück, als suche es bei der Schwester Anerkennung für die Geschicklichkeit, mit der es seine Siegesfahne schwingt. Diese Gruppe ist in helles Licht gerückt, im Dunkel aber weilt ein französischer Offizier, offenbar ein Verwundeter und Gefangener, wie sie damals bei der Ueberfüllung der Lazarette oft in Privatwohnungen untergebracht wurden. Er trägt den Arm in der Binde; mit Schmerz und stiller Ergebung hört er draußen den Siegesmarsch.“ (Die Gartenlaube, Ernst Keil‘s Nachfolger, Leipzig 1896, Heft 4, S. 4-5, Nr. 20)

Expertin: Mag. Dimitra Reimüller Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355

19c.paintings@dorotheum.at

08.06.2020 - 16:00

Schätzwert:
EUR 12.000,- bis EUR 16.000,-

Franz Xaver Simm


(Wien 1853–1918 München)
“Einzug”, rückseitig alt betitelt und bezeichnet F. Simm München, Vervielfältigung vorbehalten, signiert F. Simm, Öl auf Holz, 48 x 34 cm, vertikale Sprungbildung, gerahmt

Ausgestellt:
Große Berliner Kunstausstellung, 1894;
Münchner Jahresausstellung, 1894.
Abgebildet in:
Die Gartenlaube, Ernst Keil’s Nachfolger, Leipzig 1896, Heft 4, S. 4–5, Nr. 20.
Verzeichnet in:
Friedrich von Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Hofheim am Taunus 1979, Bd. II, 2, S. 753, Nr. 32 (Der Einzug, Siegeseinzug russischer und deutscher Truppen in eine deutsche Stadt, Winter 1813).

Im vorliegenden Los führt uns Franz Xaver Simm zurück in die Napoleonische Zeit und zeigt uns den siegreichen Einzug der heimkehrenden deutschen Truppen, die jubelnd begrüßt werden. Das Bild wurde in der Zeitschrift „Gartenlaube“ 1896 abgebildet und der begleitende Text schildert uns den Eindruck, den das Bild beim damaligen Publikum hinterlassen hat. „Da sehen wir hier die junge Mutter mit ihren Kindern, die liebreizende Schwester, die vom Nähtisch aufgesprungen ist, noch die Schere in der Hand, freudig den Einzug der deutschen Regimenter begrüßen. Der kleine Sohn kann sich nicht satt sehen an dem Glanz der Waffen und der ganzen soldatischen Herrlichkeit; er schiebt mit der Hand die Gardine zurück, die ihm einen Teil des schönen Schauspiels zu verhüllen droht. Ganz anders als dieser kleine Patriot, in dem sich bereits der künftige Soldat regt und zu welchem die neugierig schauende größere Schwester ein Pendant bildet, verhält sich das kleine Mädchen im Arm der Mutter; es hat zwar ein Schnupftuch in der Hand, das ihm wohl anvertraut worden ist zum Zwecke, den tapferen Kriegern zuzuwinken; aber sein Herz ist ganz wo anders, und soweit ist es noch nicht, daß ihm die blanken Knöpfe und Epauletten den üblichen tiefen Eindruck machen könnten; es blickt ins Zimmer zurück, als suche es bei der Schwester Anerkennung für die Geschicklichkeit, mit der es seine Siegesfahne schwingt. Diese Gruppe ist in helles Licht gerückt, im Dunkel aber weilt ein französischer Offizier, offenbar ein Verwundeter und Gefangener, wie sie damals bei der Ueberfüllung der Lazarette oft in Privatwohnungen untergebracht wurden. Er trägt den Arm in der Binde; mit Schmerz und stiller Ergebung hört er draußen den Siegesmarsch.“ (Die Gartenlaube, Ernst Keil‘s Nachfolger, Leipzig 1896, Heft 4, S. 4-5, Nr. 20)

Expertin: Mag. Dimitra Reimüller Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355

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Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts
Datum: 08.06.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 27.05. - 08.06.2020