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Lot Nr. 114 -


Pietro Benvenuti


(Arezzo 1769–1844 Florenz)
Die Heilige Familie,
signiert und undeutlich datiert (auf dem Gürtel): PIERO. BENVENUTI 18(?),
Öl auf Leinwand, 98 x 72 cm, gerahmt

Provenienz:
in Auftrag gegeben von Angelo Maria Majola, Florenz;
Kunsthandel, Belgien;
dort erworben durch den jetzigen Besitzer

Literatur:
L. Fornasari, Pietro Benvenuti, Florenz 2004, Erwähnung auf S. 207

Gestochen:
von Giuseppe Asioli (Correggio 1783–1845), veröffentlicht in: Niccolò Palmerini, Pitture del Cavaliere Pietro Benvenuti, Pisa 1821

Wir danken Liletta Fornasari, die die Zuschreibung auf Grundlage einer hochaufgelösten Digitalfotografie bestätigt hat.

Die Komposition der vorliegenden Heiligen Familie orientiert sich an der klassischen Bildtradition des Themas und damit an einer Reihe von Werken von Raffael bis Pompeo Batoni, was auf die kulturelle Herkunft des Künstlers Pietro Benvenuti, eines führenden Malers des Florentiner Klassizismus, verweist. Die Madonna ist hier im Profil dargestellt und beobachtet, wie Josef dem Kind Kirschen, ein Symbol seines künftigen Kreuzesopfers, reicht.

Nach seiner anfänglichen Ausbildung in Florenz weilte Benvenuti von 1792 bis 1803 in Rom, wo er auf Vincenzo Camuccini und Luigi Sabatelli traf, mit denen er eine Werkstatt gründete. In dieser Zeit studierte er erwiesenermaßen die großen Meister der Renaissance, vor allem Raffael und Michelangelo, nach deren Werken er Zeichnungen anfertigte (siehe L. Fornasari, Pietro Benvenuti, Florenz 2004, S. 104ff.).

Nach seiner Rückkehr nach Florenz wurde Benvenuti zum Hofmaler von Elisa Bonaparte Baciocchi ernannt, danach wurde er Direktor der Accademia di Belle Arti. In dieser Periode entstanden seine Gemälde Judith zeigt das Haupt des Holofernes dem Volk von Betulia (Dom von Arezzo), der Treueeid der Sachsen (Galleria d’arte moderna, Palazzo Pitti, Florenz) sowie Elisa Baciocchi und ihr Hofstaat (Musées de Versailles), allesamt monumentale Leinwandbilder, die zu seinen wichtigsten Werken gezählt werden.

Der Künstler war ein gefeierter und vielbeschäftigter Porträtist, doch sind nur wenige religiöse Werke, zu denen das vorliegende Werk zählt, bekannt. Sein Schaffen fiel in eine Zeit des wachsenden Säkularismus, bedingt durch den vorherrschenden Einfluss aufklärerischen Gedankenguts.

Bei der vorliegenden Heiligen Familie handelt es sich um eine bedeutende Wiederentdeckung eines Werks, das in zeitgenössischen Quellen dokumentiert ist. Es wurde als Stich von Giuseppe Asioloi (Coreggio 1783–1845) reproduziert und in eine Sammlung von zwölf Druckgrafiken, Niccolò Palmerinis Pitture del cavaliere Pietro Benvenuti, aufgenommen, die 1821 in Pisa veröffentlicht wurde. Der Autor beschrieb die schöne Komposition, die feinen Gesichtszüge der Gottesmutter sowie die kühne Farbgebung und die kunstvolle Zurschaustellung der eleganten Faltenwürfe: „lo sfoggio di pieghe con arte, ed eleganza disposte“. Sein Text gibt auch Aufschluss über die Provenienz des Gemäldes. Es wurde 1806 für die Privatkapelle von Angelo Maria Majola in Auftrag gegeben, die sich höchstwahrscheinlich in Florenz befand, wo das Anwesen der Familie dokumentiert ist (Giornale degli avvisi ed atti giudiciali, Nr. 43, Florenz, 30. Mai 1843). 1821, als Palmerinis Buch erschien, befand sich das Gemälde noch vor Ort.

Es ist bekannt, dass Benvenuti ein weiteres Gemälde dieses Themas für Baron Degli Alessandri schuf, in dessen Palazzo er Anfang des 19. Jahrhunderts wohnte. Der Biograf Ugo Viviani (1921) berichtet, dass der Künstler nach seiner Rückkehr von Rom nach Florenz um 1803 „una Sacra Famiglia al naturale“ [„eine lebensgroße Heilige Familie“] schuf, die er Maria Luisa Borbone zum Geschenk machte und die 1830 in Spanien dokumentiert war (siehe Fornasari 2004, S. 207).

Experte: Mark MacDonnell Mark MacDonnell
+43 1 515 60 403

mark.macdonnell@dorotheum.at

09.06.2020 - 16:00

Schätzwert:
EUR 20.000,- bis EUR 30.000,-

Pietro Benvenuti


(Arezzo 1769–1844 Florenz)
Die Heilige Familie,
signiert und undeutlich datiert (auf dem Gürtel): PIERO. BENVENUTI 18(?),
Öl auf Leinwand, 98 x 72 cm, gerahmt

Provenienz:
in Auftrag gegeben von Angelo Maria Majola, Florenz;
Kunsthandel, Belgien;
dort erworben durch den jetzigen Besitzer

Literatur:
L. Fornasari, Pietro Benvenuti, Florenz 2004, Erwähnung auf S. 207

Gestochen:
von Giuseppe Asioli (Correggio 1783–1845), veröffentlicht in: Niccolò Palmerini, Pitture del Cavaliere Pietro Benvenuti, Pisa 1821

Wir danken Liletta Fornasari, die die Zuschreibung auf Grundlage einer hochaufgelösten Digitalfotografie bestätigt hat.

Die Komposition der vorliegenden Heiligen Familie orientiert sich an der klassischen Bildtradition des Themas und damit an einer Reihe von Werken von Raffael bis Pompeo Batoni, was auf die kulturelle Herkunft des Künstlers Pietro Benvenuti, eines führenden Malers des Florentiner Klassizismus, verweist. Die Madonna ist hier im Profil dargestellt und beobachtet, wie Josef dem Kind Kirschen, ein Symbol seines künftigen Kreuzesopfers, reicht.

Nach seiner anfänglichen Ausbildung in Florenz weilte Benvenuti von 1792 bis 1803 in Rom, wo er auf Vincenzo Camuccini und Luigi Sabatelli traf, mit denen er eine Werkstatt gründete. In dieser Zeit studierte er erwiesenermaßen die großen Meister der Renaissance, vor allem Raffael und Michelangelo, nach deren Werken er Zeichnungen anfertigte (siehe L. Fornasari, Pietro Benvenuti, Florenz 2004, S. 104ff.).

Nach seiner Rückkehr nach Florenz wurde Benvenuti zum Hofmaler von Elisa Bonaparte Baciocchi ernannt, danach wurde er Direktor der Accademia di Belle Arti. In dieser Periode entstanden seine Gemälde Judith zeigt das Haupt des Holofernes dem Volk von Betulia (Dom von Arezzo), der Treueeid der Sachsen (Galleria d’arte moderna, Palazzo Pitti, Florenz) sowie Elisa Baciocchi und ihr Hofstaat (Musées de Versailles), allesamt monumentale Leinwandbilder, die zu seinen wichtigsten Werken gezählt werden.

Der Künstler war ein gefeierter und vielbeschäftigter Porträtist, doch sind nur wenige religiöse Werke, zu denen das vorliegende Werk zählt, bekannt. Sein Schaffen fiel in eine Zeit des wachsenden Säkularismus, bedingt durch den vorherrschenden Einfluss aufklärerischen Gedankenguts.

Bei der vorliegenden Heiligen Familie handelt es sich um eine bedeutende Wiederentdeckung eines Werks, das in zeitgenössischen Quellen dokumentiert ist. Es wurde als Stich von Giuseppe Asioloi (Coreggio 1783–1845) reproduziert und in eine Sammlung von zwölf Druckgrafiken, Niccolò Palmerinis Pitture del cavaliere Pietro Benvenuti, aufgenommen, die 1821 in Pisa veröffentlicht wurde. Der Autor beschrieb die schöne Komposition, die feinen Gesichtszüge der Gottesmutter sowie die kühne Farbgebung und die kunstvolle Zurschaustellung der eleganten Faltenwürfe: „lo sfoggio di pieghe con arte, ed eleganza disposte“. Sein Text gibt auch Aufschluss über die Provenienz des Gemäldes. Es wurde 1806 für die Privatkapelle von Angelo Maria Majola in Auftrag gegeben, die sich höchstwahrscheinlich in Florenz befand, wo das Anwesen der Familie dokumentiert ist (Giornale degli avvisi ed atti giudiciali, Nr. 43, Florenz, 30. Mai 1843). 1821, als Palmerinis Buch erschien, befand sich das Gemälde noch vor Ort.

Es ist bekannt, dass Benvenuti ein weiteres Gemälde dieses Themas für Baron Degli Alessandri schuf, in dessen Palazzo er Anfang des 19. Jahrhunderts wohnte. Der Biograf Ugo Viviani (1921) berichtet, dass der Künstler nach seiner Rückkehr von Rom nach Florenz um 1803 „una Sacra Famiglia al naturale“ [„eine lebensgroße Heilige Familie“] schuf, die er Maria Luisa Borbone zum Geschenk machte und die 1830 in Spanien dokumentiert war (siehe Fornasari 2004, S. 207).

Experte: Mark MacDonnell Mark MacDonnell
+43 1 515 60 403

mark.macdonnell@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister
Datum: 09.06.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 02.06. - 09.06.2020