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Lot Nr. 328


Charles Amédée Philippe van Loo


(Rivoli 1719–1795 Paris)
Fête Champêtre,
Öl auf Leinwand, 91 x 121 cm, gerahmt

Wir danken Helmut Börsch-Supan, der die Zuschreibung des vorliegenden Gemäldes an Charles Amédée Philippe van Loo auf Grundlage einer Digitalfotografie bestätigt hat, für seine Hilfe bei der Katalogisierung (schriftliche Mitteilung).

Börsch-Supan vergleicht das vorliegende Gemälde mit Pendants von etwas kleinerem Format (68 x 106 cm) mit Darstellungen der Einschiffung nach Kythera und einer Fête Champêtre. Diese schuf van Loo 1750 in seiner Funktion als Hofmaler Friedrichs II. von Preußen für das „Konfidenztafelzimmer“ (das 1945 zerstörte private Speisezimmer) im Potsdamer Stadtpalast. Die Bilder waren während des Krieges ins Schloss Charlottenburg verbracht worden und befinden sich jetzt wieder in Potsdam (Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg). Eine besonders große Nähe besteht zu dem Bild mit der Tanzgesellschaft, das sogar verwandte Landschaftsdetails aufweist: Astwerk und Laub der Bäume sind identisch. Hinsichtlich der Umsetzung der Kleidung sind kleinteilige und stark bewegte Faltenwürfe typisch für van Loos Malstil. Dies verleiht seinen Kompositionen eine gewisse bemühte und übermäßige Lebendigkeit – ein auch bei seinen Porträts zu beobachtendes, charakteristisches Merkmal. Einzelne Motive wurden von Antoine Watteau und mehr noch von seinem Nachfolger Nicolas Lancret entlehnt, die beide bei Friedrich II. hoch angesehen waren.

Van Loo gehörte einer ursprünglich aus den Niederlanden stammenden französischen Künstlerfamilie an. Er wurde 1719 in Rivoli bei Turin als Sohn des Malers Jean-Baptiste van Loo geboren, der sein erster Lehrer war. Er wurde in Paris ausgebildet und unternahm ab 1713 Reisen nach Rom, Neapel, Florenz und Aix-en-Provence. 1745 kehrte er nach Paris zurück. 1748 ereilte ihn der Ruf an den Hof von Friedrich II. nach Preußen, wo eine vielseitige Laufbahn vor ihm lag: Er arbeitete dort auch als Deckenmaler und Entwerfer von Tapisserien. Als ihm der König Urlaub gewährte, kehrte er während des Siebenjährigen Kriegs (1756–1763) nach Paris zurück und war danach, zwischen 1763 und 1769, hauptsächlich als Porträtist in Berlin tätig.

Experte: Dr. Alexander Strasoldo Dr. Alexander Strasoldo
+43-1-515 60-556

alexander.strasoldo@dorotheum.at

09.06.2020 - 16:00

Schätzwert:
EUR 10.000,- bis EUR 15.000,-

Charles Amédée Philippe van Loo


(Rivoli 1719–1795 Paris)
Fête Champêtre,
Öl auf Leinwand, 91 x 121 cm, gerahmt

Wir danken Helmut Börsch-Supan, der die Zuschreibung des vorliegenden Gemäldes an Charles Amédée Philippe van Loo auf Grundlage einer Digitalfotografie bestätigt hat, für seine Hilfe bei der Katalogisierung (schriftliche Mitteilung).

Börsch-Supan vergleicht das vorliegende Gemälde mit Pendants von etwas kleinerem Format (68 x 106 cm) mit Darstellungen der Einschiffung nach Kythera und einer Fête Champêtre. Diese schuf van Loo 1750 in seiner Funktion als Hofmaler Friedrichs II. von Preußen für das „Konfidenztafelzimmer“ (das 1945 zerstörte private Speisezimmer) im Potsdamer Stadtpalast. Die Bilder waren während des Krieges ins Schloss Charlottenburg verbracht worden und befinden sich jetzt wieder in Potsdam (Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg). Eine besonders große Nähe besteht zu dem Bild mit der Tanzgesellschaft, das sogar verwandte Landschaftsdetails aufweist: Astwerk und Laub der Bäume sind identisch. Hinsichtlich der Umsetzung der Kleidung sind kleinteilige und stark bewegte Faltenwürfe typisch für van Loos Malstil. Dies verleiht seinen Kompositionen eine gewisse bemühte und übermäßige Lebendigkeit – ein auch bei seinen Porträts zu beobachtendes, charakteristisches Merkmal. Einzelne Motive wurden von Antoine Watteau und mehr noch von seinem Nachfolger Nicolas Lancret entlehnt, die beide bei Friedrich II. hoch angesehen waren.

Van Loo gehörte einer ursprünglich aus den Niederlanden stammenden französischen Künstlerfamilie an. Er wurde 1719 in Rivoli bei Turin als Sohn des Malers Jean-Baptiste van Loo geboren, der sein erster Lehrer war. Er wurde in Paris ausgebildet und unternahm ab 1713 Reisen nach Rom, Neapel, Florenz und Aix-en-Provence. 1745 kehrte er nach Paris zurück. 1748 ereilte ihn der Ruf an den Hof von Friedrich II. nach Preußen, wo eine vielseitige Laufbahn vor ihm lag: Er arbeitete dort auch als Deckenmaler und Entwerfer von Tapisserien. Als ihm der König Urlaub gewährte, kehrte er während des Siebenjährigen Kriegs (1756–1763) nach Paris zurück und war danach, zwischen 1763 und 1769, hauptsächlich als Porträtist in Berlin tätig.

Experte: Dr. Alexander Strasoldo Dr. Alexander Strasoldo
+43-1-515 60-556

alexander.strasoldo@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister
Datum: 09.06.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 02.06. - 09.06.2020