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Lot Nr. 94


François de Nomé, gen. Monsù Desiderio


(Metz um 1590 – um 1625 Neapel)
Fantastisches Kircheninterieur mit Figuren im Vordergrund,
datiert auf der linken Säule: 1619,
Öl auf Leinwand, 51 x 70 cm, gerahmt

Provenienz:
Sammlung d’Urso, Rom, 1950;
Auktion, Christie’s, London, 14. April 1978, Lot 62 (als Monsù Desiderio);
Chaucer Fine Arts, London, 1991;
Privatsammlung, Frankreich, 2004;
Kunsthandel Jean-François Heim, Paris;
europäische Privatsammlung;
dort durch den jetzigen Besitzer erworben

Ausgestellt:
Rom, Galleria dell’Obelisco, Monsù Desiderio, Rom 1950, Kat.-Nr. 1 (als Monsù Desiderio);
Leicester, The Leicester Museum and Art Gallery, Masterpieces of Reality: French 17th-Century Painting. A loan exhibition from public and private collections in Britain and Ireland, 23. Oktober 1985 – 2. Februar 1986, Kat.-Nr. 3;
Metz, Musées de la Cour d’Or, Enigma Monsù Desiderio. Un fantastique architectural au XVIIe siècle, Metz 2004, S. 142 f. (als Monsù Desiderio)

Literatur:
G. Urbani (Hg.), Monsù Desiderio, Ausstellungskatalog, Rom 1950, S. 13, Kat.-Nr. 1 (als Monsù Desiderio);
F. Sluys, Didier Barra et François de Nomé dits Monsù Desiderio, Paris 1961, S. 65, Kat.-Nr. 26, ohne Abb. (als Monsù Desiderio);
M. R. Nappi, in: G. C. Ascione (Hg.), La pittura napoletana dal Caravaggio a Luca Giordano, Ausstellungskatalog, Neapel 1982, S. 219, ohne Abb. (als Monsù Desiderio);
C. Wright (Hg.), Masterpieces of Reality, Ausstellungskatalog, Leicester 1985, S. 146, Nr. 3;
M. R. Nappi, François de Nomé e Didier Barra. L’enigma Monsù Desiderio, Mailand 1991, S. 128–130, Kat.-Nr. A65 (als Monsù Desiderio);
M. Sary, M. R. Nappi (Hg.), Enigma Monsù Desiderio. Un fantastique architectural au XVIIe siècle, Ausstellungskatalog, Woippy 2004, S. 142 f. (als Monsù Desiderio)

Dieses Gemälde gehört zu einer Gruppe von Werken Monsù Desiderios mit ähnlichen Merkmalen, die alle etwa zur gleichen Zeit entstanden sind. Ein 1617 signiertes und datiertes Gemälde befindet sich in einer mailändischen Privatsammlung, ein weiteres aus demselben Jahr in der Sammlung Capece Minutolo-Miranda in Neapel, ein drittes in Glasgow (Kelvingrove Art Gallery and Museum, Inv.-Nr. PC.132). Auch die Sammlung Harrach in Wien und eine Privatsammlung in Turin bewahren Werke Monsù Desiderios aus dieser Zeit auf (siehe Nappi 1991, Kat.-Nr. A46, A66, A69, A94, A95).

In diesen Gemälden geht es dem Künstler um die Darstellung überwältigender, von Figuren belebter Räume unbestimmter Art. Durch die perspektivische Verstärkung des Hauptschiffs im vorliegenden Fall, welche den monumentalen Charakter der Architektur hervorhebt, erzeugt der Maler ein Bild, das sich über alle Maßen zu weiten scheint. Die Architektur ist von monumentalen Vorbildern wie dem Konstantinsbogen in Rom abgeleitet, während die grotesken Motive auf dem Pilaster auf die Kirche Santa Maria delle Grazie Maggiore in Caponapoli zurückgehen. Die Haltung der Figuren ist realistischer und von der Malerei der Antwerpener Schule wie etwa den Werken Hendrick van Steenwycks im Musée des Beaux-Arts in Brüssel (Inv.-Nr. 1533) inspiriert.

François de Nomé ging 1602 nach Rom, wo er bei Balthasar Lawers (1578‒1645), einem Schüler und Assistenten Paul Brils, seine Ausbildung erhielt. Er blieb bis 1610 in der Stadt; danach ist er in Neapel dokumentiert, wo er bis zu seinem Tod lebte. Neben Paul Bril orientieren sich die Gemälde François de Només an den kunstvollen architektonischen Kompositionen von Hans Vredeman de Vries und an Theaterszenen der Kupferstecher Jacques Callot und Giulio Parigi.

Experte: Mark MacDonnell Mark MacDonnell
+43 1 515 60 403

mark.macdonnell@dorotheum.at

10.11.2020 - 16:00

Schätzwert:
EUR 30.000,- bis EUR 40.000,-

François de Nomé, gen. Monsù Desiderio


(Metz um 1590 – um 1625 Neapel)
Fantastisches Kircheninterieur mit Figuren im Vordergrund,
datiert auf der linken Säule: 1619,
Öl auf Leinwand, 51 x 70 cm, gerahmt

Provenienz:
Sammlung d’Urso, Rom, 1950;
Auktion, Christie’s, London, 14. April 1978, Lot 62 (als Monsù Desiderio);
Chaucer Fine Arts, London, 1991;
Privatsammlung, Frankreich, 2004;
Kunsthandel Jean-François Heim, Paris;
europäische Privatsammlung;
dort durch den jetzigen Besitzer erworben

Ausgestellt:
Rom, Galleria dell’Obelisco, Monsù Desiderio, Rom 1950, Kat.-Nr. 1 (als Monsù Desiderio);
Leicester, The Leicester Museum and Art Gallery, Masterpieces of Reality: French 17th-Century Painting. A loan exhibition from public and private collections in Britain and Ireland, 23. Oktober 1985 – 2. Februar 1986, Kat.-Nr. 3;
Metz, Musées de la Cour d’Or, Enigma Monsù Desiderio. Un fantastique architectural au XVIIe siècle, Metz 2004, S. 142 f. (als Monsù Desiderio)

Literatur:
G. Urbani (Hg.), Monsù Desiderio, Ausstellungskatalog, Rom 1950, S. 13, Kat.-Nr. 1 (als Monsù Desiderio);
F. Sluys, Didier Barra et François de Nomé dits Monsù Desiderio, Paris 1961, S. 65, Kat.-Nr. 26, ohne Abb. (als Monsù Desiderio);
M. R. Nappi, in: G. C. Ascione (Hg.), La pittura napoletana dal Caravaggio a Luca Giordano, Ausstellungskatalog, Neapel 1982, S. 219, ohne Abb. (als Monsù Desiderio);
C. Wright (Hg.), Masterpieces of Reality, Ausstellungskatalog, Leicester 1985, S. 146, Nr. 3;
M. R. Nappi, François de Nomé e Didier Barra. L’enigma Monsù Desiderio, Mailand 1991, S. 128–130, Kat.-Nr. A65 (als Monsù Desiderio);
M. Sary, M. R. Nappi (Hg.), Enigma Monsù Desiderio. Un fantastique architectural au XVIIe siècle, Ausstellungskatalog, Woippy 2004, S. 142 f. (als Monsù Desiderio)

Dieses Gemälde gehört zu einer Gruppe von Werken Monsù Desiderios mit ähnlichen Merkmalen, die alle etwa zur gleichen Zeit entstanden sind. Ein 1617 signiertes und datiertes Gemälde befindet sich in einer mailändischen Privatsammlung, ein weiteres aus demselben Jahr in der Sammlung Capece Minutolo-Miranda in Neapel, ein drittes in Glasgow (Kelvingrove Art Gallery and Museum, Inv.-Nr. PC.132). Auch die Sammlung Harrach in Wien und eine Privatsammlung in Turin bewahren Werke Monsù Desiderios aus dieser Zeit auf (siehe Nappi 1991, Kat.-Nr. A46, A66, A69, A94, A95).

In diesen Gemälden geht es dem Künstler um die Darstellung überwältigender, von Figuren belebter Räume unbestimmter Art. Durch die perspektivische Verstärkung des Hauptschiffs im vorliegenden Fall, welche den monumentalen Charakter der Architektur hervorhebt, erzeugt der Maler ein Bild, das sich über alle Maßen zu weiten scheint. Die Architektur ist von monumentalen Vorbildern wie dem Konstantinsbogen in Rom abgeleitet, während die grotesken Motive auf dem Pilaster auf die Kirche Santa Maria delle Grazie Maggiore in Caponapoli zurückgehen. Die Haltung der Figuren ist realistischer und von der Malerei der Antwerpener Schule wie etwa den Werken Hendrick van Steenwycks im Musée des Beaux-Arts in Brüssel (Inv.-Nr. 1533) inspiriert.

François de Nomé ging 1602 nach Rom, wo er bei Balthasar Lawers (1578‒1645), einem Schüler und Assistenten Paul Brils, seine Ausbildung erhielt. Er blieb bis 1610 in der Stadt; danach ist er in Neapel dokumentiert, wo er bis zu seinem Tod lebte. Neben Paul Bril orientieren sich die Gemälde François de Només an den kunstvollen architektonischen Kompositionen von Hans Vredeman de Vries und an Theaterszenen der Kupferstecher Jacques Callot und Giulio Parigi.

Experte: Mark MacDonnell Mark MacDonnell
+43 1 515 60 403

mark.macdonnell@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister
Datum: 10.11.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 04.11. - 10.11.2020