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Lot Nr. 201


Nicolas Poussin Umkreis


(Les Andelys 1594–1665 Rom)
Der heilige Dionysius von Paris erschreckt die Scharfrichter mit seinem abgeschlagenen Haupt,
Öl auf Leinwand, 64,5 x 84 cm, gerahmt

Provenienz:
Privatsammlung, Weiden, Deutschland

Ausgestellt:
Richard L. Feigen & Co., London, Poussin before Rome, 1594–1624, 19. Januar – 3. März 1995, Nr. 14

Literatur:
J. Thuillier, Poussin before Rome, 1594–1624, Ausstellungskatalog, London 1995, S. 68, Nr. 14 (als nach Poussin);
L. Pericolo, Philippe de Champaigne, Tournai 2002, S. 27 (als nach [?] Nicolas Poussin)

Bei dem vorliegenden Gemälde handelt es sich um eine von mehreren bekannten Fassungen einer nicht mehr auffindbaren Komposition Poussins, die vermutlich in seiner Frühzeit entstand.

Über Poussins Frühwerk und seine künstlerische Ausbildung ist nur wenig bekannt. Poussin war bereits dreißig Jahre alt und ein vollendeter Künstler, als er im April 1624 in Rom eintraf. Jacques Thuillier stellte für die Ausstellung Poussin before Rome verschiedene Fassungen von Der heilige Dionysius von Paris erschreckt die Scharfrichter zusammen; darunter fand sich auch das vorliegende Gemälde (siehe J. Thuillier in der Literatur) und eine Version des Sujets in New York (Sammlung Feigen), die er mit Vorbehalt als von Poussins Hand stammend anerkannte (Thuillier 1995, S. 72 f., Nr. 18).

Poussins Werk zeichnet sich, wie auch die vorliegende Komposition deutlich macht, durch Klarheit, Logik und Ordnung aus. Der Horizont liegt etwa auf halber Höhe, und es lassen sich drei Ebenen unterscheiden: der Vordergrund als Ort des Martyriums, der Mittelgrund mit einer darüber hinausreichenden Landschaft und schließlich der Hintergrund mit einer Bergkette. Daher ziehen die Figuren im Vordergrund die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich, der so zum Zeugen der Szene und der kontrastierenden Reaktionen der Figuren wird. Um die verschiedenen Ebenen der Komposition zu verklammern, hat der Maler rechts einen Baum ins Bild gesetzt, der über die Szene hinausragt und auf den eine Figur mit einer Federmütze geklettert ist.

Der heilige Dionysius von Paris wurde im 3. Jahrhundert von Italien ausgesandt, um Gallien zu bekehren, und gilt als der erste Bischof von Paris. Er wurde enthauptet und außerhalb der Stadt, im heutigen Saint-Denis, begraben. Der Überlieferung zufolge waren der Märtyrer und seine beiden Gefährten Eleutherius und Rusticus vor den Statthalter gebracht worden, der ihnen vor der Statue des Gottes Merkur mit einer Axt den Kopf abschlagen ließ. Dionysius erhob sich jedoch, nahm seinen Kopf in die Hand und trug ihn in Begleitung eines Engels vom Ort des Martyriums an einen zwei Meilen entfernten Ort, wo später sowohl sein Leichnam als auch der Kopf begraben wurden.

Experte: Mark MacDonnell Mark MacDonnell
+43 1 515 60 403

mark.macdonnell@dorotheum.at

10.11.2020 - 16:00

Schätzwert:
EUR 10.000,- bis EUR 15.000,-

Nicolas Poussin Umkreis


(Les Andelys 1594–1665 Rom)
Der heilige Dionysius von Paris erschreckt die Scharfrichter mit seinem abgeschlagenen Haupt,
Öl auf Leinwand, 64,5 x 84 cm, gerahmt

Provenienz:
Privatsammlung, Weiden, Deutschland

Ausgestellt:
Richard L. Feigen & Co., London, Poussin before Rome, 1594–1624, 19. Januar – 3. März 1995, Nr. 14

Literatur:
J. Thuillier, Poussin before Rome, 1594–1624, Ausstellungskatalog, London 1995, S. 68, Nr. 14 (als nach Poussin);
L. Pericolo, Philippe de Champaigne, Tournai 2002, S. 27 (als nach [?] Nicolas Poussin)

Bei dem vorliegenden Gemälde handelt es sich um eine von mehreren bekannten Fassungen einer nicht mehr auffindbaren Komposition Poussins, die vermutlich in seiner Frühzeit entstand.

Über Poussins Frühwerk und seine künstlerische Ausbildung ist nur wenig bekannt. Poussin war bereits dreißig Jahre alt und ein vollendeter Künstler, als er im April 1624 in Rom eintraf. Jacques Thuillier stellte für die Ausstellung Poussin before Rome verschiedene Fassungen von Der heilige Dionysius von Paris erschreckt die Scharfrichter zusammen; darunter fand sich auch das vorliegende Gemälde (siehe J. Thuillier in der Literatur) und eine Version des Sujets in New York (Sammlung Feigen), die er mit Vorbehalt als von Poussins Hand stammend anerkannte (Thuillier 1995, S. 72 f., Nr. 18).

Poussins Werk zeichnet sich, wie auch die vorliegende Komposition deutlich macht, durch Klarheit, Logik und Ordnung aus. Der Horizont liegt etwa auf halber Höhe, und es lassen sich drei Ebenen unterscheiden: der Vordergrund als Ort des Martyriums, der Mittelgrund mit einer darüber hinausreichenden Landschaft und schließlich der Hintergrund mit einer Bergkette. Daher ziehen die Figuren im Vordergrund die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich, der so zum Zeugen der Szene und der kontrastierenden Reaktionen der Figuren wird. Um die verschiedenen Ebenen der Komposition zu verklammern, hat der Maler rechts einen Baum ins Bild gesetzt, der über die Szene hinausragt und auf den eine Figur mit einer Federmütze geklettert ist.

Der heilige Dionysius von Paris wurde im 3. Jahrhundert von Italien ausgesandt, um Gallien zu bekehren, und gilt als der erste Bischof von Paris. Er wurde enthauptet und außerhalb der Stadt, im heutigen Saint-Denis, begraben. Der Überlieferung zufolge waren der Märtyrer und seine beiden Gefährten Eleutherius und Rusticus vor den Statthalter gebracht worden, der ihnen vor der Statue des Gottes Merkur mit einer Axt den Kopf abschlagen ließ. Dionysius erhob sich jedoch, nahm seinen Kopf in die Hand und trug ihn in Begleitung eines Engels vom Ort des Martyriums an einen zwei Meilen entfernten Ort, wo später sowohl sein Leichnam als auch der Kopf begraben wurden.

Experte: Mark MacDonnell Mark MacDonnell
+43 1 515 60 403

mark.macdonnell@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
old.masters@dorotheum.at

+43 1 515 60 403
Auktion: Alte Meister
Datum: 10.11.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 04.11. - 10.11.2020