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Lot Nr. 27 V


Franz Christoph Janneck


Franz Christoph Janneck - Weihnachtsauktion, Gemälde und Antiquitäten

(Graz 1703-1761 Wien) Christus, die Kranken heilend,Öl auf Kupfer, ca. 48 x 64 cm, signiert unten links: F. C. JANNECK FEC. (in Ligatur), vergoldeter ornamental beschnitzter Rokokorahmen, sehr guter Erhaltungszustand Ruf 20.000

Provenienz:
Sammlung C. A. Schiff, Wien 1980; Lempertz, Köln, März 1981; Dorotheum Wien, 12.-13. Juni 1990, Los 131; Dorotheum Wien, 20. März 1995, Los 141; Österreichische Privatsammlung;

Lit.: C. Pucher, Franz Christoph Janneck (1703-1761), phil. Diss. Graz, 1996, WK 184.

Frau Dr. Christina Pucher hat das Gemälde im Original begutachtet (schriftliches Gutachten vom September 2020 liegt vor). Nach ihrer Meinung ist das Gemälde eines der Hauptwerke des österreichischen Malers Franz Christoph Janneck (1703-1761). Es ist im Werksverzeichnis mit der Nr. WK 184 erfasst.

Frau Dr. Pucher schreibt: "Im Gesamtoeuvre Jannecks nehmen religiöse Themen neben Gesellschaftsszenen einen breiten Raum ein. Seine Auftraggeber sind das vermögende Bürgertum, der Adel, der Hof und der Klerus. Jannecks Gemälde haben eine Größe, die mit dem Begriff "Kabinettbild" zu umschreiben ist. So diente diese prächtige Tafel als Andachtsbild im privaten oder klösterlichen Umfeld. In bekannter Manier baut Janneck die Komposition wie eine Bühne auf. Vor antiken Ruinen schildert er in einer vielfigurigen Komposition von ihren Leiden geplagte Menschen. Zahlreiche durch expressive Bewegung verwobene Gruppen umgebe die zentrale Gestalt Christi. Sein Haupt ist von einem Nimbus umgeben. Er schreitet unter einem Baum auf den Betrachter zu, blickt ihn direkt an und lädt ihn gleichsam ein, an den Wundertaten teilzuhaben. Johannes, Petrus und weitere Jünger folgen der Szene mit Skepsis, denn am linken Bildrand betrachten, als Repoussoirgruppe gestaltet, Pharisäer mit Unmut das Geschehen. Ausdrucksstarke Physiognomien sowohl der auf Heilung hoffenden Kranken als auch der Zuschauer unterstreichen die Dramatik des Dargestellten.
Janneck setzt in der für ihn so typischen Weise die breite Palette von Farbnuancen ein, die sein malerisches Können auszeichnet. Mit der intensiven Lichtführung von links oben und der Trias der Primärfarben Rot, Gelb und Blau akzentuiert er das kompositorische Zentrum. Die Christus umgebenden Nebengruppen sind zum großen Teil farblich dem Sekundär- und Tertiärbereich mit aufwendigen Schattierungen zuzuordnen.
Diese koloristische Abstufung ist ein Charakteristikum für Jannecks Malweise. Der Ausblick auf die Hintergrundlandschaft und den leicht bewölkten Himmel suggeriert einen Tiefenraum in der linken Bildhälfte. Rechts ist er durch eine pittoreske Architekturkulisse verwehrt. Janneck geht im Sinne der Farbperspektive nach hinten hin summarischer vor und verfällt bei den Zuschauern am Rande des Geschehens in einen Duktus, der mit "en grisaille" beschrieben werden kann.

Die zeitliche Einordnung einzelner Gemälde in das Gesamtwerk Jannecks ist wie immer schwierig, da durchgehende Datierungen seiner Gemälde fehlen. Anhand des ausgereiften Figurenideals, der expressiven Bewegungsmuster, der ausgewogenen Komposition und der sparsam eingesetzten Landschaftselemente kann von einer Entstehungszeit um 1745/50 ausgegangen werden. Ähnliche Werke Jannecks aus diesem Zeitraum sind der "Einzug Christi in Jerusalem" (1966 im Dorotheum, Wien) und "Christus und der Zenturio" (2015 im Kinsky, Wien). (Anm.: beide Werke sind kleiner im Format)".

Experte: Mag. Dr. Tobias Nickel Mag. Dr. Tobias Nickel
+43-662-871671-21

experts-salzburg@dorotheum.at

18.11.2020 - 15:08

Erzielter Preis: **
EUR 33.280,-
Schätzwert:
EUR 30.000,- bis EUR 50.000,-
Startpreis:
EUR 20.000,-

Franz Christoph Janneck


(Graz 1703-1761 Wien) Christus, die Kranken heilend,Öl auf Kupfer, ca. 48 x 64 cm, signiert unten links: F. C. JANNECK FEC. (in Ligatur), vergoldeter ornamental beschnitzter Rokokorahmen, sehr guter Erhaltungszustand Ruf 20.000

Provenienz:
Sammlung C. A. Schiff, Wien 1980; Lempertz, Köln, März 1981; Dorotheum Wien, 12.-13. Juni 1990, Los 131; Dorotheum Wien, 20. März 1995, Los 141; Österreichische Privatsammlung;

Lit.: C. Pucher, Franz Christoph Janneck (1703-1761), phil. Diss. Graz, 1996, WK 184.

Frau Dr. Christina Pucher hat das Gemälde im Original begutachtet (schriftliches Gutachten vom September 2020 liegt vor). Nach ihrer Meinung ist das Gemälde eines der Hauptwerke des österreichischen Malers Franz Christoph Janneck (1703-1761). Es ist im Werksverzeichnis mit der Nr. WK 184 erfasst.

Frau Dr. Pucher schreibt: "Im Gesamtoeuvre Jannecks nehmen religiöse Themen neben Gesellschaftsszenen einen breiten Raum ein. Seine Auftraggeber sind das vermögende Bürgertum, der Adel, der Hof und der Klerus. Jannecks Gemälde haben eine Größe, die mit dem Begriff "Kabinettbild" zu umschreiben ist. So diente diese prächtige Tafel als Andachtsbild im privaten oder klösterlichen Umfeld. In bekannter Manier baut Janneck die Komposition wie eine Bühne auf. Vor antiken Ruinen schildert er in einer vielfigurigen Komposition von ihren Leiden geplagte Menschen. Zahlreiche durch expressive Bewegung verwobene Gruppen umgebe die zentrale Gestalt Christi. Sein Haupt ist von einem Nimbus umgeben. Er schreitet unter einem Baum auf den Betrachter zu, blickt ihn direkt an und lädt ihn gleichsam ein, an den Wundertaten teilzuhaben. Johannes, Petrus und weitere Jünger folgen der Szene mit Skepsis, denn am linken Bildrand betrachten, als Repoussoirgruppe gestaltet, Pharisäer mit Unmut das Geschehen. Ausdrucksstarke Physiognomien sowohl der auf Heilung hoffenden Kranken als auch der Zuschauer unterstreichen die Dramatik des Dargestellten.
Janneck setzt in der für ihn so typischen Weise die breite Palette von Farbnuancen ein, die sein malerisches Können auszeichnet. Mit der intensiven Lichtführung von links oben und der Trias der Primärfarben Rot, Gelb und Blau akzentuiert er das kompositorische Zentrum. Die Christus umgebenden Nebengruppen sind zum großen Teil farblich dem Sekundär- und Tertiärbereich mit aufwendigen Schattierungen zuzuordnen.
Diese koloristische Abstufung ist ein Charakteristikum für Jannecks Malweise. Der Ausblick auf die Hintergrundlandschaft und den leicht bewölkten Himmel suggeriert einen Tiefenraum in der linken Bildhälfte. Rechts ist er durch eine pittoreske Architekturkulisse verwehrt. Janneck geht im Sinne der Farbperspektive nach hinten hin summarischer vor und verfällt bei den Zuschauern am Rande des Geschehens in einen Duktus, der mit "en grisaille" beschrieben werden kann.

Die zeitliche Einordnung einzelner Gemälde in das Gesamtwerk Jannecks ist wie immer schwierig, da durchgehende Datierungen seiner Gemälde fehlen. Anhand des ausgereiften Figurenideals, der expressiven Bewegungsmuster, der ausgewogenen Komposition und der sparsam eingesetzten Landschaftselemente kann von einer Entstehungszeit um 1745/50 ausgegangen werden. Ähnliche Werke Jannecks aus diesem Zeitraum sind der "Einzug Christi in Jerusalem" (1966 im Dorotheum, Wien) und "Christus und der Zenturio" (2015 im Kinsky, Wien). (Anm.: beide Werke sind kleiner im Format)".

Experte: Mag. Dr. Tobias Nickel Mag. Dr. Tobias Nickel
+43-662-871671-21

experts-salzburg@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00, Sa.: 09.00 - 13.00
clients-sbg@dorotheum.at

+43 662 871671 22
Auktion: Weihnachtsauktion, Gemälde und Antiquitäten
Datum: 18.11.2020 - 15:08
Auktionsort: Salzburg
Besichtigung: online


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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