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Lot Nr. 156


Maximilian Haushofer


(Nymphenburg 1811-1866 Starnberg) Südliche Landschaft mit Rastenden und Esel bei einem Pinienhain am Meer, 1836/37, Öl auf Karton, ca. 35,5 x 45,5 cm, signiert unten links (in der Steinmauer): Haushofer, restauriert, masseverzierter vergoldeter Rahmen, dieser beschädigt Ruf 8.000

Provenienz:
Österreichische Privatsammlung.

Lit.: unpubliziert.
Vgl. I. Obermayer, Max Haushofer (1811-66). Ein Beitrag zur Münchner Landschaftsmalerei, Dissertation, Ludwig-Maximilians-Universität, München 1978, insbesondere S. 41-43, 56-63, 109-110, m. Abb.; R. Negendanck, Künstlerlandschaft Chiemsee, Fischerhude 2008, S. 8-12, 16-18, 31-32, m. Abb.; Galerie Kroupa, Haushoferova krajinárská skola, Litomysl. Die Landschaftsschule von Haushofer, Litomysl - Paris - Prag 2016.

Maximilian Haushofer gilt als der Entdecker der Fraueninsel als künstlerisches Motiv in der Zeit des Biedermeier und war Begründer der berühmten "Chiemseekolonie", die sich ein halbes Jahrhundert lang auf der Fraueninsel traf. Als Maler war Haushofer Autodidakt; für ein Studium fand er Ersatz in seinen Bekanntschaften mit verschiedenen Malern, wie Albert Zimmermann (1808-1888), Christian Morgenstern (1805-1867), Eduard Schleich d.Ä. (1812- 1874), Gottlieb Prestel (1804-1885), Andreas Achenbach(1815-1910) und Carl Rottmann (1797-1850), die ihm künstlerisch unterschiedlich zur Seite standen. 1833 entsteht Haushofers erstes Ölbild "Abend am Chiemsee", das bei der Münchner Kunstvereinsausstellung großen Anklang fand. Tagebuchaufzeichnungen, Skizzenbücher und eine selbst verfasste "Lebensbeschreibung"lassen nicht nur Haushofers Studienreisen (ab 1833) in die bayerischen Alpen oder an den Chiemsee gut verfolgen, sondern auch seine Italienreise zwischen April 1836 und Juni 1837, die ihn nach Rom, Neapel oder auch Sizilien führte.
Haushofer heiratete 1838 Anna Dumser, die Inselgastwirtstochter auf Frauenchiemsee, mit der er zwei Kinder hatte. Wegen mangelnder finanzieller Sicherheit nahm er 1844 eine Professur für Landschaftsmalerei in Prag an, die sein Schwager Christoph Christian Ruben (1805-1875) als Direktor vorschlug und die er über zwanzig Jahre ausübte Haushofer verbrachte die Ferien mit seiner Familie meist auf der Fraueninsel oder in Salzburg und anderen Regionen Österreichs.
Bei einer seiner Bergbesteigungen zog sich Haushofer im Sommer 1865 eine starke Erkältung zu, die sich zu einer Tuberkulose entwickelt haben dürfte; er erlag seiner Krankheit 1866 mit 55 Jahren in Starnberg. Das zur Auktion stehende signierte Gemälde stammt aus Haushofers frühen Schaffensjahren in Italien. Es zeigt ein Küstenstück, gerahmt von Mauerpartien und einer Agavenpflanze als Repoussoir und einem Pinienhain im linken erhöhten Mittelgrund; in den erweiterten Vordergrund fällt das Sonnenlicht auf eine Gruppe rastender Frauen mit Kindern, während ihr Esel äsend danebensteht.
Die beschauliche Figurenszene vermittelt eine ruhig-poetische Stimmung, die sich in den Segelbooten am Horizont und den Vögeln am Himmel widerspiegelt. Das Kolorit und das Licht unterstreichen diesen Landschaftscharakter: es zeigen sich überwiegend tonige weiche Akkorde und Modellierungen, die reizvoll mit der Farbpalette der lichtstrahlenden Figuren und den Blautönen von Meer und Himmel kontrastieren.

Während seiner italienischen Reisen führte Haushofer ebenfalls ein reiches Skizzenbuch mit "Orientierungsangaben", die jedoch nicht als konkrete Entwürfe für Ölbilder dienten. Diese malte Haushofer ebenfalls in der Natur, direkt auf ein handliches Stück Karton (oft ca. 35 x 51 cm). Es waren in der Regel topographische Ansichten ohne Figurenstaffage. Sie haben eher Skizzencharakter, sind meist unsigniert (oder monogrammiert), dafür mit einer Datumsangabe versehen, die sich mit den Zeichnungen und Tagebüchern verbinden lassen. Ende 1836 malte Haushofer in Rom aber auch mehr komponierte Landschaften (auf Leinwand); von diesen Atelierbildern entstanden möglicherweise einzelne noch auf Karton wie die vorliegende Darstellung.

Die südliche Landschaft mit Rastenden ist mit ihrem Ateliercharakter eine Besonderheit in Haushofers italienischem Bilderzyklus (1836/37), von dem heute weniger als 30 Gemälde verzeichnet sind - in einem künstlerischen Oeuvre, das sich zu einem großen Teil in Privatbesitz und im Besitz der Nachkommen befindet. Aus Haushofers frühesten Jahren sind bis heute kaum Gemälde in den Kunsthandel gelangt, von seinen italienischen Landschaften eine einzige. So darf unser Exponat auch unter diesem Aspekt als eindrucksvolle Neuentdeckung gelten.

Mag. Dr. Tobias Nickel

Experte: Mag. Dr. Tobias Nickel Mag. Dr. Tobias Nickel
+43-662-871671-27

experts-salzburg@dorotheum.at

18.11.2020 - 15:50

Erzielter Preis: **
EUR 10.240,-
Schätzwert:
EUR 15.000,- bis EUR 30.000,-
Startpreis:
EUR 8.000,-

Maximilian Haushofer


(Nymphenburg 1811-1866 Starnberg) Südliche Landschaft mit Rastenden und Esel bei einem Pinienhain am Meer, 1836/37, Öl auf Karton, ca. 35,5 x 45,5 cm, signiert unten links (in der Steinmauer): Haushofer, restauriert, masseverzierter vergoldeter Rahmen, dieser beschädigt Ruf 8.000

Provenienz:
Österreichische Privatsammlung.

Lit.: unpubliziert.
Vgl. I. Obermayer, Max Haushofer (1811-66). Ein Beitrag zur Münchner Landschaftsmalerei, Dissertation, Ludwig-Maximilians-Universität, München 1978, insbesondere S. 41-43, 56-63, 109-110, m. Abb.; R. Negendanck, Künstlerlandschaft Chiemsee, Fischerhude 2008, S. 8-12, 16-18, 31-32, m. Abb.; Galerie Kroupa, Haushoferova krajinárská skola, Litomysl. Die Landschaftsschule von Haushofer, Litomysl - Paris - Prag 2016.

Maximilian Haushofer gilt als der Entdecker der Fraueninsel als künstlerisches Motiv in der Zeit des Biedermeier und war Begründer der berühmten "Chiemseekolonie", die sich ein halbes Jahrhundert lang auf der Fraueninsel traf. Als Maler war Haushofer Autodidakt; für ein Studium fand er Ersatz in seinen Bekanntschaften mit verschiedenen Malern, wie Albert Zimmermann (1808-1888), Christian Morgenstern (1805-1867), Eduard Schleich d.Ä. (1812- 1874), Gottlieb Prestel (1804-1885), Andreas Achenbach(1815-1910) und Carl Rottmann (1797-1850), die ihm künstlerisch unterschiedlich zur Seite standen. 1833 entsteht Haushofers erstes Ölbild "Abend am Chiemsee", das bei der Münchner Kunstvereinsausstellung großen Anklang fand. Tagebuchaufzeichnungen, Skizzenbücher und eine selbst verfasste "Lebensbeschreibung"lassen nicht nur Haushofers Studienreisen (ab 1833) in die bayerischen Alpen oder an den Chiemsee gut verfolgen, sondern auch seine Italienreise zwischen April 1836 und Juni 1837, die ihn nach Rom, Neapel oder auch Sizilien führte.
Haushofer heiratete 1838 Anna Dumser, die Inselgastwirtstochter auf Frauenchiemsee, mit der er zwei Kinder hatte. Wegen mangelnder finanzieller Sicherheit nahm er 1844 eine Professur für Landschaftsmalerei in Prag an, die sein Schwager Christoph Christian Ruben (1805-1875) als Direktor vorschlug und die er über zwanzig Jahre ausübte Haushofer verbrachte die Ferien mit seiner Familie meist auf der Fraueninsel oder in Salzburg und anderen Regionen Österreichs.
Bei einer seiner Bergbesteigungen zog sich Haushofer im Sommer 1865 eine starke Erkältung zu, die sich zu einer Tuberkulose entwickelt haben dürfte; er erlag seiner Krankheit 1866 mit 55 Jahren in Starnberg. Das zur Auktion stehende signierte Gemälde stammt aus Haushofers frühen Schaffensjahren in Italien. Es zeigt ein Küstenstück, gerahmt von Mauerpartien und einer Agavenpflanze als Repoussoir und einem Pinienhain im linken erhöhten Mittelgrund; in den erweiterten Vordergrund fällt das Sonnenlicht auf eine Gruppe rastender Frauen mit Kindern, während ihr Esel äsend danebensteht.
Die beschauliche Figurenszene vermittelt eine ruhig-poetische Stimmung, die sich in den Segelbooten am Horizont und den Vögeln am Himmel widerspiegelt. Das Kolorit und das Licht unterstreichen diesen Landschaftscharakter: es zeigen sich überwiegend tonige weiche Akkorde und Modellierungen, die reizvoll mit der Farbpalette der lichtstrahlenden Figuren und den Blautönen von Meer und Himmel kontrastieren.

Während seiner italienischen Reisen führte Haushofer ebenfalls ein reiches Skizzenbuch mit "Orientierungsangaben", die jedoch nicht als konkrete Entwürfe für Ölbilder dienten. Diese malte Haushofer ebenfalls in der Natur, direkt auf ein handliches Stück Karton (oft ca. 35 x 51 cm). Es waren in der Regel topographische Ansichten ohne Figurenstaffage. Sie haben eher Skizzencharakter, sind meist unsigniert (oder monogrammiert), dafür mit einer Datumsangabe versehen, die sich mit den Zeichnungen und Tagebüchern verbinden lassen. Ende 1836 malte Haushofer in Rom aber auch mehr komponierte Landschaften (auf Leinwand); von diesen Atelierbildern entstanden möglicherweise einzelne noch auf Karton wie die vorliegende Darstellung.

Die südliche Landschaft mit Rastenden ist mit ihrem Ateliercharakter eine Besonderheit in Haushofers italienischem Bilderzyklus (1836/37), von dem heute weniger als 30 Gemälde verzeichnet sind - in einem künstlerischen Oeuvre, das sich zu einem großen Teil in Privatbesitz und im Besitz der Nachkommen befindet. Aus Haushofers frühesten Jahren sind bis heute kaum Gemälde in den Kunsthandel gelangt, von seinen italienischen Landschaften eine einzige. So darf unser Exponat auch unter diesem Aspekt als eindrucksvolle Neuentdeckung gelten.

Mag. Dr. Tobias Nickel

Experte: Mag. Dr. Tobias Nickel Mag. Dr. Tobias Nickel
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Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00, Sa.: 09.00 - 13.00
clients-sbg@dorotheum.at

+43 662 871671 22
Auktion: Weihnachtsauktion, Gemälde und Antiquitäten
Datum: 18.11.2020 - 15:50
Auktionsort: Salzburg
Besichtigung: online


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.