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Lot Nr. 205


Giulio Turcato *


(Mantua 1912–1995 Rom)
Dittico Blu, 1973, Öl und Mischtechnik auf Schaumgummi auf Tafel montiert,
Diptychon, 152 x 244,5 x 5 cm (Gesamtmaße), gerahmt

Das Werk ist beim Archivio Giulio Turcato, Rom, unter der Nr. 2462932637N Sez.2+Sez.3 registriert. Ein Fotozertifikat liegt bei.

Provenienz:
Sammlung Bonato De Angelis, Mailand
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
Venedig, Palazzo delle Prigioni Vecchie, Il colore di Turcato, 22. August -20. September 1974
Rom, Palazzo delle Esposizioni, Turcato, 14. November - 31. Dezember 1974,
Ausst.-Kat. S. 207 mit Abb.
Mailand, Palazzo della Permanente, Giulio Turcato, Januar 2002, Ausst.-Kat. S. 134-135 mit Abb.
Finalborgo, Chiostri di Santa Caterina, Oratorio del Disciplinati, August - September 2003
Rom, Collezione Farnesina, Viaggio nell’Arte italiana 1950–1980. 100 opere dalla Collezione Farnesina, Wanderausstellung, 2007/2008 Ausst.-Kat.
Bologna, Galleria Spazia, Giulio Turcato, Oktober 2008
Rom, Galleria Anna D’Ascanio, Guilio Turcato compie cent’anni, 16. März - 14. April 2012
La Spezia, CAMeC, Dalla forma poetica alla pittura di superficie - opere scelte dal 1945
al 1991, 6. Februar - 9. Oktober 2016
Mailand, Galleria Milano, Giulio Turcato, 27. Oktober - 27. Januar 2017
Florenz, Galleria Il Ponte, Giulio Turcato, Inventare spazi, 13. Januar - 14. April 2017

Der Künstler ist ein Astronaut, der mit seiner Vorstellungskraft arbeitet, mit einsamen Inspirationen.
Claudio Verna im Gespräch mit Giulio Turcato in Mondo Operaio, Rivista mensile del Partito Socialista Italiano, Februar 1986, S. 140 - 144

1964 begann Giulio Turcato mit der Arbeit an seinen „Mondoberflächen“. Diese Werke wurden auf der Biennale 1966 ausgestellt und bestätigten den Ruf des Künstlers als ein seltenes Talent, dessen unabhängige Kunst eine unvergleichliche Reife und Meisterschaft offenbart.

Die vibrierende Wirkung der Oberfläche, die durch das einfallende Licht erzeugt wird, verstärkt und kontrastiert teilweise mit ihrer inneren Leuchtkraft; (...) Gerinnsel, entweder in verschiedenen Farben oder in der gleichen Monochromie, unterbrechen das Oberflächenkontinuum mit einem irritierenden Effekt - all dies illustriert perfekt Turcatos Fokus auf Materialien und seine Art und Weise, mit reinen Farben zu arbeiten, um Bilder zu erzeugen.

„Der aktuelle Schwerpunkt meiner Arbeit - so Turcato im Jahr 1966 - basiert auf den Oberflächen, die ich definiert und mit verschiedenen Materialien verändert habe. Sie müssen sich sowohl in der Farbe, als auch in der Materie auf eine neue Art und Weise einprägen. Ich verwende Gummi, weil seine raue Textur voller neuer Warnungen und Wunder ist. Schliesslich habe ich gelegentlich auch Teer und andere Materialien, sowie Beruhigungsmittel verwendet (...)“.
(Flaminio Gualdoni, Percorso di Giulio Turcato in „Giulio Turcato“, S. 20)

„Die Sujets meiner Bilder sind alle unterschiedlich; sie sind jedoch durch dasselbe ästhetische Motiv vereint - es sind ideale, ambivalente, poetische Andeutungen (...) Ich vermeide die Leinwand und verwende für meine Mondflächen stattdessen andere Materialien, wie Plastik und Polystyrol, silbrig-kosmische, weiße Flächen mit fluoreszierenden und phosphoreszierenden Punkten. Meiner Meinung nach sollte sich die Bewegung eines Gemäldes entsprechend einer leuchtenden Dynamik verändern, und der Betrachter sollte sich bemühen, es auch im Dunkeln zu sehen. In diesen Darstellungen bewege ich mich manchmal auch jetzt noch.“

Giulio Turcato, handschriftliche Notizen (1974)

Turcato war einer der ersten Künstler, der mit Materialien experimentierte, die von der Industrie für synthetische Polymere hergestellt wurden, und führte eine Reihe von Arbeiten mit Schaumgummiplatten aus. Eine römischen Firma, die heute nicht mehr existiert, belieferte den Künstler. Er entschied sich für die oberflächlichen Teile (die „Haut“ oder „Kruste“), die aufgrund der Krater, die das zur Expansion des Polyurethans eingespritzte Gas hinterlassen hatte, als Abfall aus der Produktion verworfen wurden. Das „Diptychon“ aus dem Jahr 1973 sticht als eines der größten, der mit Schaumgummiplatten hergestellten Werke des Künstlers hervor.

Die Oberfläche ist ein lebhaftes, monochromes Feld blauer Farbe, das von Einsätzen oder Ausbuchtungen, schillernden Momenten und Fluoreszenzen durchzogen wird: Interpunktionen von Räumen, die das bisherige abstrakte Werk des Künstlers, das sich auf die Farbe als Lebensraum konzentrierte und das Potenzial für psychische Evokationen hatte, in eine neue materielle Richtung entwickeln. Die Ähnlichkeit zwischen der Haut des Polyurethans und der geheimnisvollen und vielgestaltigen Mondoberfläche ist augenscheinlich.

Experte: Alessandro Rizzi Alessandro Rizzi
+39-02-303 52 41

alessandro.rizzi@dorotheum.it

25.11.2020 - 16:00

Erzielter Preis: **
EUR 94.050,-
Schätzwert:
EUR 85.000,- bis EUR 120.000,-

Giulio Turcato *


(Mantua 1912–1995 Rom)
Dittico Blu, 1973, Öl und Mischtechnik auf Schaumgummi auf Tafel montiert,
Diptychon, 152 x 244,5 x 5 cm (Gesamtmaße), gerahmt

Das Werk ist beim Archivio Giulio Turcato, Rom, unter der Nr. 2462932637N Sez.2+Sez.3 registriert. Ein Fotozertifikat liegt bei.

Provenienz:
Sammlung Bonato De Angelis, Mailand
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
Venedig, Palazzo delle Prigioni Vecchie, Il colore di Turcato, 22. August -20. September 1974
Rom, Palazzo delle Esposizioni, Turcato, 14. November - 31. Dezember 1974,
Ausst.-Kat. S. 207 mit Abb.
Mailand, Palazzo della Permanente, Giulio Turcato, Januar 2002, Ausst.-Kat. S. 134-135 mit Abb.
Finalborgo, Chiostri di Santa Caterina, Oratorio del Disciplinati, August - September 2003
Rom, Collezione Farnesina, Viaggio nell’Arte italiana 1950–1980. 100 opere dalla Collezione Farnesina, Wanderausstellung, 2007/2008 Ausst.-Kat.
Bologna, Galleria Spazia, Giulio Turcato, Oktober 2008
Rom, Galleria Anna D’Ascanio, Guilio Turcato compie cent’anni, 16. März - 14. April 2012
La Spezia, CAMeC, Dalla forma poetica alla pittura di superficie - opere scelte dal 1945
al 1991, 6. Februar - 9. Oktober 2016
Mailand, Galleria Milano, Giulio Turcato, 27. Oktober - 27. Januar 2017
Florenz, Galleria Il Ponte, Giulio Turcato, Inventare spazi, 13. Januar - 14. April 2017

Der Künstler ist ein Astronaut, der mit seiner Vorstellungskraft arbeitet, mit einsamen Inspirationen.
Claudio Verna im Gespräch mit Giulio Turcato in Mondo Operaio, Rivista mensile del Partito Socialista Italiano, Februar 1986, S. 140 - 144

1964 begann Giulio Turcato mit der Arbeit an seinen „Mondoberflächen“. Diese Werke wurden auf der Biennale 1966 ausgestellt und bestätigten den Ruf des Künstlers als ein seltenes Talent, dessen unabhängige Kunst eine unvergleichliche Reife und Meisterschaft offenbart.

Die vibrierende Wirkung der Oberfläche, die durch das einfallende Licht erzeugt wird, verstärkt und kontrastiert teilweise mit ihrer inneren Leuchtkraft; (...) Gerinnsel, entweder in verschiedenen Farben oder in der gleichen Monochromie, unterbrechen das Oberflächenkontinuum mit einem irritierenden Effekt - all dies illustriert perfekt Turcatos Fokus auf Materialien und seine Art und Weise, mit reinen Farben zu arbeiten, um Bilder zu erzeugen.

„Der aktuelle Schwerpunkt meiner Arbeit - so Turcato im Jahr 1966 - basiert auf den Oberflächen, die ich definiert und mit verschiedenen Materialien verändert habe. Sie müssen sich sowohl in der Farbe, als auch in der Materie auf eine neue Art und Weise einprägen. Ich verwende Gummi, weil seine raue Textur voller neuer Warnungen und Wunder ist. Schliesslich habe ich gelegentlich auch Teer und andere Materialien, sowie Beruhigungsmittel verwendet (...)“.
(Flaminio Gualdoni, Percorso di Giulio Turcato in „Giulio Turcato“, S. 20)

„Die Sujets meiner Bilder sind alle unterschiedlich; sie sind jedoch durch dasselbe ästhetische Motiv vereint - es sind ideale, ambivalente, poetische Andeutungen (...) Ich vermeide die Leinwand und verwende für meine Mondflächen stattdessen andere Materialien, wie Plastik und Polystyrol, silbrig-kosmische, weiße Flächen mit fluoreszierenden und phosphoreszierenden Punkten. Meiner Meinung nach sollte sich die Bewegung eines Gemäldes entsprechend einer leuchtenden Dynamik verändern, und der Betrachter sollte sich bemühen, es auch im Dunkeln zu sehen. In diesen Darstellungen bewege ich mich manchmal auch jetzt noch.“

Giulio Turcato, handschriftliche Notizen (1974)

Turcato war einer der ersten Künstler, der mit Materialien experimentierte, die von der Industrie für synthetische Polymere hergestellt wurden, und führte eine Reihe von Arbeiten mit Schaumgummiplatten aus. Eine römischen Firma, die heute nicht mehr existiert, belieferte den Künstler. Er entschied sich für die oberflächlichen Teile (die „Haut“ oder „Kruste“), die aufgrund der Krater, die das zur Expansion des Polyurethans eingespritzte Gas hinterlassen hatte, als Abfall aus der Produktion verworfen wurden. Das „Diptychon“ aus dem Jahr 1973 sticht als eines der größten, der mit Schaumgummiplatten hergestellten Werke des Künstlers hervor.

Die Oberfläche ist ein lebhaftes, monochromes Feld blauer Farbe, das von Einsätzen oder Ausbuchtungen, schillernden Momenten und Fluoreszenzen durchzogen wird: Interpunktionen von Räumen, die das bisherige abstrakte Werk des Künstlers, das sich auf die Farbe als Lebensraum konzentrierte und das Potenzial für psychische Evokationen hatte, in eine neue materielle Richtung entwickeln. Die Ähnlichkeit zwischen der Haut des Polyurethans und der geheimnisvollen und vielgestaltigen Mondoberfläche ist augenscheinlich.

Experte: Alessandro Rizzi Alessandro Rizzi
+39-02-303 52 41

alessandro.rizzi@dorotheum.it


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 25.11.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: online


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.