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Lot Nr. 208


Enrico Castellani *


(Castelmassa, Rovigo 1930–2017 Viterbo)
Ohne Titel (Superficie bianca), 1963, auf der Rückseite signiert und datiert Castellani 1963, Acryl auf geformter Leinwand, 40 x 50 cm

Das Werk ist beim Archivio Fondazione Castellani, Mailand, registriert. Ein Fotozertifikat liegt bei.
Es wird in den in Vorbereitung befindlichen Band III des Werkverzeichnisses von Enrico Castellani aufgenommen (geplantes Erscheinungsdatum 2021)

Video ansehen

Provenienz:
Galerie Wulfengasse 14, Klagenfurt
Heiderose Hildebrand, Wien - Geschenk des Künstlers

Ausgestellt:
Klagenfurt, Galerie Wulfengasse 14, 3. bis 29. August 1964

Abgebildet in:
More than Zero. Hans Bischoffshausen and Galerie Hildebrand, 20. Oktober 2015,
S. 82 (Ausstellung 1964)

Enrico Castellani gehörte wie Manzoni, Bonalumi und Scheggi zu den Protagonisten des lebhaften künstlerischen Milieus im Mailand der 1960er Jahre. Der 1930 in Castelmassa geborene Künstler, der sich nach einem Studium der Bildhauerei und Architektur 1953 in Mailand niederließ, gilt als einer der innovativsten Künstler der Nachkriegszeit, als Schöpfer einer einzigartigen, wiedererkennbaren Sprache, als ‚Vorläufer des Minimalismus‘ (Germano Celant).

Wie Lucio Fontana und die anderen Vertreter der Objektkunst strebt auch Castellani danach, über die Malerei und das sich traditionell daraus ergebende Scheinbild hinauszugehen und vielmehr „selbstrepräsentierende“ Objekte zu schaffen, die in sich „bedeutungsvoll“ sind.

Nach der kurzen, aber bedeutsamen Erfahrung von Azimuth (1959) widmete sich der Künstler getreu einer persönlichen, revolutionären Suche, die auf der geduldigen, ständigen Wiederholung ein und derselben Geste beruht, die einerseits identisch und dann wieder äußerst neu ist. 1959 gab Castellani seine informelle Forschung auf und begann, den Bildträger der Leinwand zu deformieren, um ihn so in Beziehung zum Raum zu setzen und ihn durch „Extroflexionen“ (Ausbuchtungen) wahrnehmbar zu machen, eine Technik, die er von diesem Zeitpunkt an ohne Variationen anwenden würde.

Zu den Experimenten jener frühen Jahre gehört auch das vorliegende Werk Superficie bianca, eine historische Arbeit aus dem Jahr 1963: Leinwand in Relief, weiß.

Die Leinwand zeichnet sich durch eine sehr ausgeprägte Textur mit einer perfekt erkennbaren Webart aus, ihr innerer Rhythmus variiert in Verbindung mit den Nägeln, die in einem perfekten Gleichgewicht kontrastierender Kräfte ein elegantes Wechselmuster von leeren und vollen Räumen, von Licht und Schatten erzeugen.
Die Wahl von Weiß betont die Objektivität und die Immaterialität des Werkes.
Mit einer minimalistischen und zugleich spannungsgeladenen Sprache befreite sich der Künstler von allen beschreibenden, sentimentalen Metaphern und erreichte so eine vollständige Unpersönlichkeit des Objekts, in der es nichts zu interpretieren und nichts zu sehen gibt, außer dem, was dieses Objekt ist.

Expertin: Mag. Patricia Pálffy Mag. Patricia Pálffy
+43-1-515 60-386

patricia.palffy@dorotheum.at

25.11.2020 - 16:00

Erzielter Preis: **
EUR 174.100,-
Schätzwert:
EUR 100.000,- bis EUR 150.000,-

Enrico Castellani *


(Castelmassa, Rovigo 1930–2017 Viterbo)
Ohne Titel (Superficie bianca), 1963, auf der Rückseite signiert und datiert Castellani 1963, Acryl auf geformter Leinwand, 40 x 50 cm

Das Werk ist beim Archivio Fondazione Castellani, Mailand, registriert. Ein Fotozertifikat liegt bei.
Es wird in den in Vorbereitung befindlichen Band III des Werkverzeichnisses von Enrico Castellani aufgenommen (geplantes Erscheinungsdatum 2021)

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Provenienz:
Galerie Wulfengasse 14, Klagenfurt
Heiderose Hildebrand, Wien - Geschenk des Künstlers

Ausgestellt:
Klagenfurt, Galerie Wulfengasse 14, 3. bis 29. August 1964

Abgebildet in:
More than Zero. Hans Bischoffshausen and Galerie Hildebrand, 20. Oktober 2015,
S. 82 (Ausstellung 1964)

Enrico Castellani gehörte wie Manzoni, Bonalumi und Scheggi zu den Protagonisten des lebhaften künstlerischen Milieus im Mailand der 1960er Jahre. Der 1930 in Castelmassa geborene Künstler, der sich nach einem Studium der Bildhauerei und Architektur 1953 in Mailand niederließ, gilt als einer der innovativsten Künstler der Nachkriegszeit, als Schöpfer einer einzigartigen, wiedererkennbaren Sprache, als ‚Vorläufer des Minimalismus‘ (Germano Celant).

Wie Lucio Fontana und die anderen Vertreter der Objektkunst strebt auch Castellani danach, über die Malerei und das sich traditionell daraus ergebende Scheinbild hinauszugehen und vielmehr „selbstrepräsentierende“ Objekte zu schaffen, die in sich „bedeutungsvoll“ sind.

Nach der kurzen, aber bedeutsamen Erfahrung von Azimuth (1959) widmete sich der Künstler getreu einer persönlichen, revolutionären Suche, die auf der geduldigen, ständigen Wiederholung ein und derselben Geste beruht, die einerseits identisch und dann wieder äußerst neu ist. 1959 gab Castellani seine informelle Forschung auf und begann, den Bildträger der Leinwand zu deformieren, um ihn so in Beziehung zum Raum zu setzen und ihn durch „Extroflexionen“ (Ausbuchtungen) wahrnehmbar zu machen, eine Technik, die er von diesem Zeitpunkt an ohne Variationen anwenden würde.

Zu den Experimenten jener frühen Jahre gehört auch das vorliegende Werk Superficie bianca, eine historische Arbeit aus dem Jahr 1963: Leinwand in Relief, weiß.

Die Leinwand zeichnet sich durch eine sehr ausgeprägte Textur mit einer perfekt erkennbaren Webart aus, ihr innerer Rhythmus variiert in Verbindung mit den Nägeln, die in einem perfekten Gleichgewicht kontrastierender Kräfte ein elegantes Wechselmuster von leeren und vollen Räumen, von Licht und Schatten erzeugen.
Die Wahl von Weiß betont die Objektivität und die Immaterialität des Werkes.
Mit einer minimalistischen und zugleich spannungsgeladenen Sprache befreite sich der Künstler von allen beschreibenden, sentimentalen Metaphern und erreichte so eine vollständige Unpersönlichkeit des Objekts, in der es nichts zu interpretieren und nichts zu sehen gibt, außer dem, was dieses Objekt ist.

Expertin: Mag. Patricia Pálffy Mag. Patricia Pálffy
+43-1-515 60-386

patricia.palffy@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 25.11.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: online


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.