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Lot Nr. 209


Jan J. Schoonhoven *


(Delft 1914–1994)
Ohne Titel, 1964, rückseitig signiert, datiert J. J. Schoonhoven 1964, Wellkartonrelief und Karton, 80,5 x 59 x 3 cm

Die vorliegende Arbeit wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis Jan Schoonhovens aufgenommen.

Wir danken Antoon Melissen, Berlin, für die wissenschaftliche Unterstützung bei der Katalogisierung des vorliegenden Werkes.

Provenienz:
Galerie Wulfengasse 14, Klagenfurt
Heiderose Hildebrand, Wien - Geschenk des Künstlers

Ausgestellt:
Klagenfurt, Galerie Wulfengasse 14, Jan Schoonhoven, 1965

Im Juli 1962 stellten Jan Schoonhoven und die anderen Mitglieder der niederländischen „Nul“-Gruppe (Armando, Jan Henderikse und Henk Peeters) in der Galerie Wulfengasse 14 in Klagenfurt aus. „Neue holländische Tendenzen“ war ihre erste Ausstellung im Ausland, die einen Übergang von der Informel-Malerei zu nichtmalerischen Werken im Geiste von ZERO zeigte. Schoonhoven arbeitete seit 1960 an seinen unverwechselbaren monochromen weißen Reliefs aus Pappmaschee, Papier und Karton. Diese Werke brachten ihm letztendlich die internationale Anerkennung als einer der führenden ZERO-Künstler Europas ein.

In einem Text des Künstlers aus dem Jahr 1965 mit dem Titel: „Zero“, De nieuwe stijl. Werk van de internationale avant-garde 1, schrieb Schoonhoven über sein Konzept von ZERO, „(...) Realität in ihrer Wesentlichkeit künstlerisch zu erfassen, (...) bestimmte Dinge in isolierter Klarheit darzustellen.
Es geht darum, die Wirklichkeit als Kunst zu erden, auf unpersönliche Weise.“ Das vorliegende Relief ohne Titel aus dem Jahr 1964 ist eine bemerkenswerte Demonstration dieser reduktionistischen Ideen.

Das Konzept für dieses Relief steht in engem Zusammenhang mit der Ausstellung „ZERO-0-Nul“ im Gemeentemuseum in Den Haag von 1964 (siehe Foto), in der auch Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker ausstellten.
Um sich von der deutschen ZERO-Gruppe zu unterscheiden, konzentrierten sich die niederländischen Künstler auf die Schaffung von Installationen aus vorgefertigten Objekten und industriellen Materialien. Zur Vorbereitung besuchten die Künstler auf der Suche nach geeigneten Materialien eine Farbenfabrik. Auf dem Dachboden der Fabrik stolperte Schoonhoven über einen Vorrat an gefalteten Kartons. Diese Schachteln erinnerten ihn an seine früheren Reliefs aus horizontalen Kartonstreifen, die ebenfalls 1962 in Klagenfurt ausgestellt worden waren.
„Diese [Schachteln] bildeten eine komplette Wand ähnlich meinen Reliefs (...) So kamen sie also ins Museum.“

In Schoonhovens unbetitelter Installation von 1964 erzeugen Streifen aus Wellpappe ein Muster aus Licht und Schatten, verstärkt durch eine lose Struktur der Anordnung. Die Installation inspirierte ihn zu einer Reihe von Reliefs, die dieses Konzept weiter vertiefen.
Als eines der frühesten Beispiele gilt die vorliegende Arbeit. Diese Werke waren möglicherweise seine „deutlichsten ZERO-Reliefs“ nach Schoonhoven: „Ich hatte immer das Gefühl, dass diese [Werke] hauptsächlich aus ZERO-Theorien entstanden sind, bei denen es darum geht, Materialien zu isolieren, um ihnen eine neue Realität zu geben.“

Antoon Melissen ist Kunsthistoriker, Autor und Kurator, spezialisiert auf niederländische Kunst im internationalen Kontext aus den späten 1950er, 1960er und 1970er Jahren.

Expertin: Mag. Patricia Pálffy Mag. Patricia Pálffy
+43-1-515 60-386

patricia.palffy@dorotheum.at

25.11.2020 - 16:00

Erzielter Preis: **
EUR 69.050,-
Schätzwert:
EUR 50.000,- bis EUR 70.000,-

Jan J. Schoonhoven *


(Delft 1914–1994)
Ohne Titel, 1964, rückseitig signiert, datiert J. J. Schoonhoven 1964, Wellkartonrelief und Karton, 80,5 x 59 x 3 cm

Die vorliegende Arbeit wird in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis Jan Schoonhovens aufgenommen.

Wir danken Antoon Melissen, Berlin, für die wissenschaftliche Unterstützung bei der Katalogisierung des vorliegenden Werkes.

Provenienz:
Galerie Wulfengasse 14, Klagenfurt
Heiderose Hildebrand, Wien - Geschenk des Künstlers

Ausgestellt:
Klagenfurt, Galerie Wulfengasse 14, Jan Schoonhoven, 1965

Im Juli 1962 stellten Jan Schoonhoven und die anderen Mitglieder der niederländischen „Nul“-Gruppe (Armando, Jan Henderikse und Henk Peeters) in der Galerie Wulfengasse 14 in Klagenfurt aus. „Neue holländische Tendenzen“ war ihre erste Ausstellung im Ausland, die einen Übergang von der Informel-Malerei zu nichtmalerischen Werken im Geiste von ZERO zeigte. Schoonhoven arbeitete seit 1960 an seinen unverwechselbaren monochromen weißen Reliefs aus Pappmaschee, Papier und Karton. Diese Werke brachten ihm letztendlich die internationale Anerkennung als einer der führenden ZERO-Künstler Europas ein.

In einem Text des Künstlers aus dem Jahr 1965 mit dem Titel: „Zero“, De nieuwe stijl. Werk van de internationale avant-garde 1, schrieb Schoonhoven über sein Konzept von ZERO, „(...) Realität in ihrer Wesentlichkeit künstlerisch zu erfassen, (...) bestimmte Dinge in isolierter Klarheit darzustellen.
Es geht darum, die Wirklichkeit als Kunst zu erden, auf unpersönliche Weise.“ Das vorliegende Relief ohne Titel aus dem Jahr 1964 ist eine bemerkenswerte Demonstration dieser reduktionistischen Ideen.

Das Konzept für dieses Relief steht in engem Zusammenhang mit der Ausstellung „ZERO-0-Nul“ im Gemeentemuseum in Den Haag von 1964 (siehe Foto), in der auch Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker ausstellten.
Um sich von der deutschen ZERO-Gruppe zu unterscheiden, konzentrierten sich die niederländischen Künstler auf die Schaffung von Installationen aus vorgefertigten Objekten und industriellen Materialien. Zur Vorbereitung besuchten die Künstler auf der Suche nach geeigneten Materialien eine Farbenfabrik. Auf dem Dachboden der Fabrik stolperte Schoonhoven über einen Vorrat an gefalteten Kartons. Diese Schachteln erinnerten ihn an seine früheren Reliefs aus horizontalen Kartonstreifen, die ebenfalls 1962 in Klagenfurt ausgestellt worden waren.
„Diese [Schachteln] bildeten eine komplette Wand ähnlich meinen Reliefs (...) So kamen sie also ins Museum.“

In Schoonhovens unbetitelter Installation von 1964 erzeugen Streifen aus Wellpappe ein Muster aus Licht und Schatten, verstärkt durch eine lose Struktur der Anordnung. Die Installation inspirierte ihn zu einer Reihe von Reliefs, die dieses Konzept weiter vertiefen.
Als eines der frühesten Beispiele gilt die vorliegende Arbeit. Diese Werke waren möglicherweise seine „deutlichsten ZERO-Reliefs“ nach Schoonhoven: „Ich hatte immer das Gefühl, dass diese [Werke] hauptsächlich aus ZERO-Theorien entstanden sind, bei denen es darum geht, Materialien zu isolieren, um ihnen eine neue Realität zu geben.“

Antoon Melissen ist Kunsthistoriker, Autor und Kurator, spezialisiert auf niederländische Kunst im internationalen Kontext aus den späten 1950er, 1960er und 1970er Jahren.

Expertin: Mag. Patricia Pálffy Mag. Patricia Pálffy
+43-1-515 60-386

patricia.palffy@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 25.11.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: online


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.