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Lot Nr. 217


Hans Hartung *


(Leipzig 1904–1989 Antibes)
T1989-E21, 1989, rückseitig signiert, datiert und mit 26.2.89 / Phc 4.3.89 / Ph AB 40 du 1.3.89 bezeichnet, Acryl auf Leinwand, 200 x 250 cm, gerahmt

Das vorliegende Werk ist bei der Fondation Hans Hartung et Anna-Eva Bergman, Antibes registriert und wird in den in Vorbereitung befindlichen Catalogue Raisonné de l’oeuvre de Hans Hartung aufgenommen.

Provenienz:
Galerie Sapone, Nizza (Fotozertifikat vorhanden)
Galleria Arte 92, Mailand
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
Mailand, Galleria Arte 92, Hans Hartung, 2002, Ausst.-Kat. S. 65 mit Abb.

Der deutsch-französische Künstler Hans Hartung, ein entschlossener Verfechter der Abstraktion, gilt als einer der wichtigsten Vertreter des europäischen Informel. Seine Abkehr von der figurativen Malerei hin zur Erprobung einer abstrakten Formen- und Strukturensprache setzt in den 1930er Jahren ein und zieht sich durch sein gesamtes Oeuvre. Für Hartung steht die intuitive, emotionale Malgeste im Vordergrund. Und auch wenn seine frühen Werke spontan und expressiv dahingeworfen erscheinen, sind sie doch Resultat eines peniblen und bewusst durchdachten Schaffensprozesses.

Wirklich spontan arbeitet er erst in den späteren Werkgruppen, indem er die Technik des Spritzens und Sprühens sowie die Verwendung von Acrylfarben etabliert. An die Stelle des feinen Pinsels treten Pressluftpistolen, Reisigbesen, Rechen, Bürsten und Palmwedel. Der durch eine Kriegsverletzung an den Rollstuhl gefesselte Künstler bedient sich unterschiedlichster Utensilien, die von ihm durchnummeriert und benannt werden – eine Art Systematisierung und Vorbereitung für die künstlerische Produktion, die dann relativ schnell erfolgte.

Im Gegensatz zum Frühwerk rückt der Künstler nun von der Leinwand zurück und sucht in der befreiten Distanz zum Bild Licht- und Farbphänomene zu produzieren. Gerade das Spiel aus Licht und Schatten, Struktur, Textur und Luftigkeit werden zu den formgebenden Elementen der späten Werke. Dafür entwickelt er eine Ritztechnik, indem er mit Rebmesser auf der feuchten Farbe kratz-zeichnet und in den Linien den hellen Untergrund aufscheinen lässt. Die dadurch erzielte Lichteinlassung in sein Werk lässt Turbulenzen und antithetische Empfindungen entstehen. Die Sprache derer er sich bedient, umfasst die ganze Bandbreite an Emotionen; manche Arbeiten strahlen Ruhe aus, andere Schwermut, heftige Dynamik, Ordnung oder Unordnung.

Das im Todesjahr des Künstlers entstandene Werk „T1989-E21“ ist von eben dieser Gegensätzlichkeit geprägt. Links ein hellgraues abfallendes Liniengetümmel, aufgetragen durch Sprühen vor einem luftigen, hellen Hintergrund. Rechts hebt sich ein dunkles Gewirr an schwarzen Tupfen und Strichen, die nach allen Seiten ziehen, von einem grünen Hintergrund ab. Die Antipole durchgreifen einander zaghaft, komplettieren einander aber in ihrer Dynamik. Das verbindende Element wird durch ein kompaktes rotes Farbfeld mittig am unteren Bildrand verkörpert. In seiner Dichte und Präsenz verzahnt es die beiden Einheiten zu einem Ganzen.

„Es ist diese Lust, die mich treibt: jene Leidenschaft, diese Spur meiner Gestik auf der Leinwand oder auf dem Papier zu hinterlassen.
Dabei geht es um die Aktion des Malens, Zeichnens, Kratzens, Schabens.“
Hans Hartung

Experte: Alessandro Rizzi Alessandro Rizzi
+39-02-303 52 41

alessandro.rizzi@dorotheum.it

25.11.2020 - 16:00

Erzielter Preis: **
EUR 192.400,-
Schätzwert:
EUR 160.000,- bis EUR 220.000,-

Hans Hartung *


(Leipzig 1904–1989 Antibes)
T1989-E21, 1989, rückseitig signiert, datiert und mit 26.2.89 / Phc 4.3.89 / Ph AB 40 du 1.3.89 bezeichnet, Acryl auf Leinwand, 200 x 250 cm, gerahmt

Das vorliegende Werk ist bei der Fondation Hans Hartung et Anna-Eva Bergman, Antibes registriert und wird in den in Vorbereitung befindlichen Catalogue Raisonné de l’oeuvre de Hans Hartung aufgenommen.

Provenienz:
Galerie Sapone, Nizza (Fotozertifikat vorhanden)
Galleria Arte 92, Mailand
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
Mailand, Galleria Arte 92, Hans Hartung, 2002, Ausst.-Kat. S. 65 mit Abb.

Der deutsch-französische Künstler Hans Hartung, ein entschlossener Verfechter der Abstraktion, gilt als einer der wichtigsten Vertreter des europäischen Informel. Seine Abkehr von der figurativen Malerei hin zur Erprobung einer abstrakten Formen- und Strukturensprache setzt in den 1930er Jahren ein und zieht sich durch sein gesamtes Oeuvre. Für Hartung steht die intuitive, emotionale Malgeste im Vordergrund. Und auch wenn seine frühen Werke spontan und expressiv dahingeworfen erscheinen, sind sie doch Resultat eines peniblen und bewusst durchdachten Schaffensprozesses.

Wirklich spontan arbeitet er erst in den späteren Werkgruppen, indem er die Technik des Spritzens und Sprühens sowie die Verwendung von Acrylfarben etabliert. An die Stelle des feinen Pinsels treten Pressluftpistolen, Reisigbesen, Rechen, Bürsten und Palmwedel. Der durch eine Kriegsverletzung an den Rollstuhl gefesselte Künstler bedient sich unterschiedlichster Utensilien, die von ihm durchnummeriert und benannt werden – eine Art Systematisierung und Vorbereitung für die künstlerische Produktion, die dann relativ schnell erfolgte.

Im Gegensatz zum Frühwerk rückt der Künstler nun von der Leinwand zurück und sucht in der befreiten Distanz zum Bild Licht- und Farbphänomene zu produzieren. Gerade das Spiel aus Licht und Schatten, Struktur, Textur und Luftigkeit werden zu den formgebenden Elementen der späten Werke. Dafür entwickelt er eine Ritztechnik, indem er mit Rebmesser auf der feuchten Farbe kratz-zeichnet und in den Linien den hellen Untergrund aufscheinen lässt. Die dadurch erzielte Lichteinlassung in sein Werk lässt Turbulenzen und antithetische Empfindungen entstehen. Die Sprache derer er sich bedient, umfasst die ganze Bandbreite an Emotionen; manche Arbeiten strahlen Ruhe aus, andere Schwermut, heftige Dynamik, Ordnung oder Unordnung.

Das im Todesjahr des Künstlers entstandene Werk „T1989-E21“ ist von eben dieser Gegensätzlichkeit geprägt. Links ein hellgraues abfallendes Liniengetümmel, aufgetragen durch Sprühen vor einem luftigen, hellen Hintergrund. Rechts hebt sich ein dunkles Gewirr an schwarzen Tupfen und Strichen, die nach allen Seiten ziehen, von einem grünen Hintergrund ab. Die Antipole durchgreifen einander zaghaft, komplettieren einander aber in ihrer Dynamik. Das verbindende Element wird durch ein kompaktes rotes Farbfeld mittig am unteren Bildrand verkörpert. In seiner Dichte und Präsenz verzahnt es die beiden Einheiten zu einem Ganzen.

„Es ist diese Lust, die mich treibt: jene Leidenschaft, diese Spur meiner Gestik auf der Leinwand oder auf dem Papier zu hinterlassen.
Dabei geht es um die Aktion des Malens, Zeichnens, Kratzens, Schabens.“
Hans Hartung

Experte: Alessandro Rizzi Alessandro Rizzi
+39-02-303 52 41

alessandro.rizzi@dorotheum.it


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 25.11.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: online


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.