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Lot Nr. 238


Peter Halley


(New York 1953 geb.)
Adhesive Causality, 2010, auf der Rückseite signiert und datiert 2009, Acryl, fluoreszierendes Acryl und Roll-a-Tex auf Leinwand, 203,5 x 208,5 cm

Zu diesem Werk liegt ein vom Künstler signiertes Fotozertifikat vor.
Wir danken Peter Halley Studio, New York, für die freundliche Unterstützung bei der Katalogisierung des vorliegenden Werkes.

Provenienz:
Mary Boone Gallery, New York (direkt vom Künstler erworben; rückseitig Etikett)
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
New York, Mary Boone Gallery, Peter Halley,
13. Februar - 20. März 2010

Der Einsatz des Geometrischen dominiert die Landschaft. Der Raum wird in diskrete, isolierte Zellen unterteilt, deren Ausdehnung und Funktion explizit festgelegt ist.
Die Zellen werden durch komplexe Netzwerke von Korridoren und Straßen erreicht, die mit vorgeschriebenen Geschwindigkeiten und zu vorgeschriebenen Zeiten befahren werden müssen.
Die ständige Zunahme der Komplexität und des Umfangs dieser Geometrien verwandelt die Landschaft kontinuierlich.
Mit der Geometrisierung der Landschaft geht die Geometrisierung des Denkens einher.
Die spezifische Realität wird durch die Vorherrschaft des Modells verdrängt.
Und das Modell wird wiederum der Landschaft aufgezwungen, wodurch die Realität in einem Prozess immer vollständigerer Zirkularität weiter verdrängt wird.
Peter Halley, The Employment of the Geometric

Seit den frühen 1980er Jahren beschäftig sich Peter Halley mit der Beziehung zwischen modernen Zeichensystemen, Raum und Subjekt. Dabei interessiert er sich für die den Menschen umgebenden räumlichen Netzwerke, Kommunikationsformen und technoiden Codesysteme – sei es Straßen und Wege, Fernsehen, Telefon oder das Internet – als eine Geometrisierung des sozialen Raums.

Als selbsternannter „techno skeptic“ erkennt er die das Individuum durch Industrialisierung und Digitalisierung determinierenden massiven, mit Macht aufgeladenen Netzwerke, die Verlust von Kontrolle und Entscheidungsfreiheit mit sich bringen. Aufgrund der Skepsis gegenüber der technologischen Gliederung der Welt, die er als Gefängnis der Wahrnehmung empfindet, bezeichnet Halley seine geometrischen Farbfelder als „prisons“ oder „cells“. Ganz im Sinne des Existenzialismus stellt der Künstler die Frage nach der menschlichen Isolation und Entfremdung in einem unpersönlichen, industrialisierten Gefüge, wofür er sich in seinen Werken eben der Allegorie des Gefängnisses und der Zelle bedient. Das Changieren zwischen physischer Isolation und dem Verbundensein durch technologische Pfade zieht sich durch das gesamte Oeuvre Halleys.

Während die frühen Arbeiten eine Welt repräsentieren, in der ein einzelner Kanal zu einem einzigen Ziel führt, sind die Arbeiten der 1990er und 2000er Jahren im Sinne der Postmoderne von wuchernden, unkontrollierten Kanälen dominiert. Dabei spielt die Geometrie als sturkturbildendes Element die wesentliche Rolle. Halley stellt die Frage, zu welchem Zweck die geometrische Form in die Kultur eingezogen ist und weshalb die moderne Gesellschaft von ihr derart besessen ist, sodass sie geometrische Lebenswelten von wachsender Komplexität und Exklusivität baut und darin lebt. Halleys Bildthema ist niemals die menschliche Figur. Und dennoch hält sie Einzug in seine Malerei, wenn diese Abbildung der Sprache ist – wir sprechen vom Gehirn als „Computer“, darüber Energie „aufzuladen („recharging“)“ or „to hooking up“.

Seine Malerei ist konstruktivistische Farbfeldmalerei, die kompositorisch mit dem Verhältnis zwischen meist rechteckigen Formen und den Farbflächen spielt. Als drittes Element erweitert er seine Formensprache um unterschiedliche Farbqualitäten- und -oberflächen, etwa durch die Verwendung von Neon- und Industriefarben, die die Aufmerksamkeit wie Leuchtreklame auf sich ziehen – oder die Beimischung von Sand oder anderer Partikel. Damit integriert Halley ein dreidimensionales Relief in seine Arbeiten. Ein weiteres wesentliches Charakteristikum seiner Arbeiten ist die Verwendung von „Roll-a-Tex“, eine Art rauer Putz, der im Baugewerbe für die Texturierung der Wände Verwendung findet.

Durch den Einsatz dieser industriell-kommerziellen Materialien wurden Halleys Arbeiten häufig mit den Stichwörtern Minimal Art oder Neo-Geometric Conceptualism versehen, die dem kulturkritischen Ansatz sowie dem enormen intellektuellen Gehalt nicht gerecht werden. Vielmehr gehört Peter Halley zu den bedeutendsten Malern der Abstraktion seiner Generation.

Experte: Alessandro Rizzi Alessandro Rizzi
+39-02-303 52 41

alessandro.rizzi@dorotheum.it

25.11.2020 - 16:00

Erzielter Preis: **
EUR 125.300,-
Schätzwert:
EUR 100.000,- bis EUR 150.000,-

Peter Halley


(New York 1953 geb.)
Adhesive Causality, 2010, auf der Rückseite signiert und datiert 2009, Acryl, fluoreszierendes Acryl und Roll-a-Tex auf Leinwand, 203,5 x 208,5 cm

Zu diesem Werk liegt ein vom Künstler signiertes Fotozertifikat vor.
Wir danken Peter Halley Studio, New York, für die freundliche Unterstützung bei der Katalogisierung des vorliegenden Werkes.

Provenienz:
Mary Boone Gallery, New York (direkt vom Künstler erworben; rückseitig Etikett)
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
New York, Mary Boone Gallery, Peter Halley,
13. Februar - 20. März 2010

Der Einsatz des Geometrischen dominiert die Landschaft. Der Raum wird in diskrete, isolierte Zellen unterteilt, deren Ausdehnung und Funktion explizit festgelegt ist.
Die Zellen werden durch komplexe Netzwerke von Korridoren und Straßen erreicht, die mit vorgeschriebenen Geschwindigkeiten und zu vorgeschriebenen Zeiten befahren werden müssen.
Die ständige Zunahme der Komplexität und des Umfangs dieser Geometrien verwandelt die Landschaft kontinuierlich.
Mit der Geometrisierung der Landschaft geht die Geometrisierung des Denkens einher.
Die spezifische Realität wird durch die Vorherrschaft des Modells verdrängt.
Und das Modell wird wiederum der Landschaft aufgezwungen, wodurch die Realität in einem Prozess immer vollständigerer Zirkularität weiter verdrängt wird.
Peter Halley, The Employment of the Geometric

Seit den frühen 1980er Jahren beschäftig sich Peter Halley mit der Beziehung zwischen modernen Zeichensystemen, Raum und Subjekt. Dabei interessiert er sich für die den Menschen umgebenden räumlichen Netzwerke, Kommunikationsformen und technoiden Codesysteme – sei es Straßen und Wege, Fernsehen, Telefon oder das Internet – als eine Geometrisierung des sozialen Raums.

Als selbsternannter „techno skeptic“ erkennt er die das Individuum durch Industrialisierung und Digitalisierung determinierenden massiven, mit Macht aufgeladenen Netzwerke, die Verlust von Kontrolle und Entscheidungsfreiheit mit sich bringen. Aufgrund der Skepsis gegenüber der technologischen Gliederung der Welt, die er als Gefängnis der Wahrnehmung empfindet, bezeichnet Halley seine geometrischen Farbfelder als „prisons“ oder „cells“. Ganz im Sinne des Existenzialismus stellt der Künstler die Frage nach der menschlichen Isolation und Entfremdung in einem unpersönlichen, industrialisierten Gefüge, wofür er sich in seinen Werken eben der Allegorie des Gefängnisses und der Zelle bedient. Das Changieren zwischen physischer Isolation und dem Verbundensein durch technologische Pfade zieht sich durch das gesamte Oeuvre Halleys.

Während die frühen Arbeiten eine Welt repräsentieren, in der ein einzelner Kanal zu einem einzigen Ziel führt, sind die Arbeiten der 1990er und 2000er Jahren im Sinne der Postmoderne von wuchernden, unkontrollierten Kanälen dominiert. Dabei spielt die Geometrie als sturkturbildendes Element die wesentliche Rolle. Halley stellt die Frage, zu welchem Zweck die geometrische Form in die Kultur eingezogen ist und weshalb die moderne Gesellschaft von ihr derart besessen ist, sodass sie geometrische Lebenswelten von wachsender Komplexität und Exklusivität baut und darin lebt. Halleys Bildthema ist niemals die menschliche Figur. Und dennoch hält sie Einzug in seine Malerei, wenn diese Abbildung der Sprache ist – wir sprechen vom Gehirn als „Computer“, darüber Energie „aufzuladen („recharging“)“ or „to hooking up“.

Seine Malerei ist konstruktivistische Farbfeldmalerei, die kompositorisch mit dem Verhältnis zwischen meist rechteckigen Formen und den Farbflächen spielt. Als drittes Element erweitert er seine Formensprache um unterschiedliche Farbqualitäten- und -oberflächen, etwa durch die Verwendung von Neon- und Industriefarben, die die Aufmerksamkeit wie Leuchtreklame auf sich ziehen – oder die Beimischung von Sand oder anderer Partikel. Damit integriert Halley ein dreidimensionales Relief in seine Arbeiten. Ein weiteres wesentliches Charakteristikum seiner Arbeiten ist die Verwendung von „Roll-a-Tex“, eine Art rauer Putz, der im Baugewerbe für die Texturierung der Wände Verwendung findet.

Durch den Einsatz dieser industriell-kommerziellen Materialien wurden Halleys Arbeiten häufig mit den Stichwörtern Minimal Art oder Neo-Geometric Conceptualism versehen, die dem kulturkritischen Ansatz sowie dem enormen intellektuellen Gehalt nicht gerecht werden. Vielmehr gehört Peter Halley zu den bedeutendsten Malern der Abstraktion seiner Generation.

Experte: Alessandro Rizzi Alessandro Rizzi
+39-02-303 52 41

alessandro.rizzi@dorotheum.it


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 25.11.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: online


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.