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Lot Nr. 241


Stephan Balkenhol *


(Fritzlar 1957 geb.)
Ohne Titel, 2002, Holz, bemalt und geschnitzt, 200 x 200 cm

Provenienz:
Akinci Gallery, Amsterdam
dort vom heutigen Besitzer erworben
Europäische Privatsammlung

Mit seinen Skulpturen, die für gewöhnlich aus einem massiven Holzblock geschnitzt sind, gehörte Stephan Balkenhol zu den ersten Künstlern seiner Generation, die den menschlichen Körper wieder in die zeitgenössische Bildhauerei einführten. Mit Hammer und Meißel schlägt der Künstler seine Figuren aus dem Baumstamm heraus. Er bemüht sich nicht, die Späne und Spuren der Werkzeuge zu verbergen, die im Holz mit seinen Ästen, Maserungen und Rissen sichtbar sind. Vielmehr wird dies ein Teil des Werkes - ein Erbe, das ihm möglicherweise sein minimalistischer Lehrer Ulrich Rückriem übermittelte. In den meisten Aspekten folgte Balkenhol jedoch nicht den minimalistischen und konzeptuellen Tendenzen, mit denen er sich als junger Bildhauer konfrontierte. Inspiriert durch die sozialen und politischen Veränderungen der 80er Jahre hielt es der Künstler für notwendig, die menschliche Figur „zur Wiederaufnahme einer unterbrochenen Tradition“ neu zu erfinden.

Eingebettet in die zeitliche und stilistische Kontinuität, die von der ägyptischen Antike über die mittelalterliche polychrome Holzbildhauerei bis zum Renaissance-Porträt reicht, sind Stephan Balkenhols begehrte Statuen Archetypen, die sich direkt an den Betrachter richten und Bewusstseinslagen über das Menschsein hervorrufen, anstatt sie in eine private Mythologie oder eine eigenwillige Vorliebe des Künstlers zu zwängen. In den 1990er Jahren erweiterte Balkenhol sein künstlerisches Vokabular um Tiere und Hybriden und zuletzt auch um Architektur. Sein Werk umfasst außerdem Zeichnungen und Fotografien.
Die konsequente Einfachheit von Balkenhols Skulpturen, von denen jede von Hand, ohne Hilfe von Assistenten und mit minimalem Einsatz von Maschinen gefertigt wurde, macht sie in einer fragmentierten und mediatisierten modernen Umwelt umso relevanter. Mitte der 1980er Jahre begann Balkenhol, Aufträge für Arbeiten im Freien zu übernehmen. Er installierte zwei seiner Skulpturen an der Londoner Themse, indem er eine auf einer Boje und eine weitere in der Nähe der Blackfriars Bridge platzierte. Es gibt Installationen am Eingang des Hamburger Zoos, im Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt, in Kassel und Leipzig, Deutschland, im Forum Romanum in Rom und in Chicago und San Francisco, USA.
Im Mai 2018 wurde im Rahmen des Projekts 11 Brunnen in Sneek, Friesland, Niederlande, ein Brunnen von Stephan Balkenhol enthüllt.
(Stephan Balkenhol - AKINCI / zeitgenössischer deutscher Bildhauer)

Video ansehen

Expertin: Mag. Patricia Pálffy Mag. Patricia Pálffy
+43-1-515 60-386

patricia.palffy@dorotheum.at

25.11.2020 - 16:00

Erzielter Preis: **
EUR 75.300,-
Schätzwert:
EUR 60.000,- bis EUR 90.000,-

Stephan Balkenhol *


(Fritzlar 1957 geb.)
Ohne Titel, 2002, Holz, bemalt und geschnitzt, 200 x 200 cm

Provenienz:
Akinci Gallery, Amsterdam
dort vom heutigen Besitzer erworben
Europäische Privatsammlung

Mit seinen Skulpturen, die für gewöhnlich aus einem massiven Holzblock geschnitzt sind, gehörte Stephan Balkenhol zu den ersten Künstlern seiner Generation, die den menschlichen Körper wieder in die zeitgenössische Bildhauerei einführten. Mit Hammer und Meißel schlägt der Künstler seine Figuren aus dem Baumstamm heraus. Er bemüht sich nicht, die Späne und Spuren der Werkzeuge zu verbergen, die im Holz mit seinen Ästen, Maserungen und Rissen sichtbar sind. Vielmehr wird dies ein Teil des Werkes - ein Erbe, das ihm möglicherweise sein minimalistischer Lehrer Ulrich Rückriem übermittelte. In den meisten Aspekten folgte Balkenhol jedoch nicht den minimalistischen und konzeptuellen Tendenzen, mit denen er sich als junger Bildhauer konfrontierte. Inspiriert durch die sozialen und politischen Veränderungen der 80er Jahre hielt es der Künstler für notwendig, die menschliche Figur „zur Wiederaufnahme einer unterbrochenen Tradition“ neu zu erfinden.

Eingebettet in die zeitliche und stilistische Kontinuität, die von der ägyptischen Antike über die mittelalterliche polychrome Holzbildhauerei bis zum Renaissance-Porträt reicht, sind Stephan Balkenhols begehrte Statuen Archetypen, die sich direkt an den Betrachter richten und Bewusstseinslagen über das Menschsein hervorrufen, anstatt sie in eine private Mythologie oder eine eigenwillige Vorliebe des Künstlers zu zwängen. In den 1990er Jahren erweiterte Balkenhol sein künstlerisches Vokabular um Tiere und Hybriden und zuletzt auch um Architektur. Sein Werk umfasst außerdem Zeichnungen und Fotografien.
Die konsequente Einfachheit von Balkenhols Skulpturen, von denen jede von Hand, ohne Hilfe von Assistenten und mit minimalem Einsatz von Maschinen gefertigt wurde, macht sie in einer fragmentierten und mediatisierten modernen Umwelt umso relevanter. Mitte der 1980er Jahre begann Balkenhol, Aufträge für Arbeiten im Freien zu übernehmen. Er installierte zwei seiner Skulpturen an der Londoner Themse, indem er eine auf einer Boje und eine weitere in der Nähe der Blackfriars Bridge platzierte. Es gibt Installationen am Eingang des Hamburger Zoos, im Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt, in Kassel und Leipzig, Deutschland, im Forum Romanum in Rom und in Chicago und San Francisco, USA.
Im Mai 2018 wurde im Rahmen des Projekts 11 Brunnen in Sneek, Friesland, Niederlande, ein Brunnen von Stephan Balkenhol enthüllt.
(Stephan Balkenhol - AKINCI / zeitgenössischer deutscher Bildhauer)

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Expertin: Mag. Patricia Pálffy Mag. Patricia Pálffy
+43-1-515 60-386

patricia.palffy@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 25.11.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: online


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.