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Lot Nr. 248


Christo * (Javacheff Christo)


(Gabrovo, Bulgarien 1935–2020 New York)
The Umbrellas (Joint Project for Japan and USA), 1989, betitelt, signiert und datiert Christo 1989, mit Technikangaben, Graphit, Kohle, Pastell, Fotografie von Wolfgang Volz, Stift, Emailfarbe und topografische Karte, auf starkem Papier,
in 2 Teilen: 165 x 38 cm und 165 x 106,6 cm, in Plexiglasbox

Wir danken Studio Christo, New York, für die Bestätigung der Registrierung dieses Werkes im Archiv.

Provenienz:
Galerie Guy Pieters, Knokke-Zoute
dort vom heutigen Besitzer erworben
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
Knokke-Zoute, Guy Pieters Gallery, Christo. The Umbrellas. Joint Project for Japan and USA,
18. Juni - 13. Juli 1989, Ausst.-Kat. 90/91 mit Abb.

„Sich den Dingen vollkommen hingeben“
Christo über sein legendäres Projekt The Umbrellas
Im Gespräch mit Daryl Wee

Darryl Wee:
“The Umbrellas” ist das einzige Projekt, das dann tatsächlich auf zwei Kontinenten stattfand. Wie kam es zu der Idee, eine Arbeit in Japan und den USA zugleich zu realisieren?

Christo:
The Umbrellas war darauf ausgelegt, die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den zwei reichsten Ländern der damaligen Zeit, Japan und den USA, hervorzuheben. Auf gewisse Weise spiegelt das auch der Prozess, die notwendige Genehmigung zu erhalten, wider. In Japan mussten wir mit 459 Reisbauern in der Präfektur von Ibaraki verhandeln, während wir in Kalifornien lediglich 25 Cowboys und Ranchern gegenüber saßen.
Dennoch hatten wir in Kalifornien enorme Probleme, die Erlaubnis der Rancher zu bekommen. In Japan mussten wir zwar viel mehr Leute überzeugen, aber es war überhaupt nicht kompliziert. Im Gegenzug hatten wir große Schwierigkeiten damit, die Regierung von Ibaraki und die zentrale Regierungsbehörde in Tokio dazu zu bringen, unser Projekt zu genehmigen, während es mit dem Staat von Kalifornien und der Bundesbehörde ein Leichtes war.

Eine weitere Schwierigkeit war die Personalbeschaffung. Für alle unsere Projekte benötigen wir Hilfskräfte, die über dem Mindestlohn bezahlt werden – Bau- und Bühnenarbeiter, Schreiner, Leute, die zum Beispiel dabei helfen, die Verankerung der Regenschirme zu fabrizieren. Diese Hilfskräfte anzuheuern, war extrem schwierig, es gab ja noch kein Internet. Wir wandten uns an in die verschiedenen Hochschulen in Süd-Kalifornien, an Hochschulen hier in Japan, sprachen junge Leute an, häufig direkt nach ihren Vorlesungen.

Ich erinnere mich lebhaft daran, wie ich an der UCLA, der Universität von Kalifornien in Los Angeles, einen Vortrag über The Umbrellas gehalten habe, und die ersten Fragen des amerikanischen Publikums waren, was es gekostet und wer das bezahlt hat.
Auf einer ähnlichen Veranstaltung an der Universität von Tokio hingegen, waren die ersten Fragen: Warum Gelb? Und warum Blau? Das sind zwar ganz einfache Beispiele, aber sie reflektieren wirklich die verschiedenen gesellschaftlichen Wertevorstellungen und das Leben der Menschen.
(Deutsche Bank – Artmag – 98)

Expertin: Mag. Patricia Pálffy Mag. Patricia Pálffy
+43-1-515 60-386

patricia.palffy@dorotheum.at

25.11.2020 - 16:00

Erzielter Preis: **
EUR 186.300,-
Schätzwert:
EUR 120.000,- bis EUR 180.000,-

Christo * (Javacheff Christo)


(Gabrovo, Bulgarien 1935–2020 New York)
The Umbrellas (Joint Project for Japan and USA), 1989, betitelt, signiert und datiert Christo 1989, mit Technikangaben, Graphit, Kohle, Pastell, Fotografie von Wolfgang Volz, Stift, Emailfarbe und topografische Karte, auf starkem Papier,
in 2 Teilen: 165 x 38 cm und 165 x 106,6 cm, in Plexiglasbox

Wir danken Studio Christo, New York, für die Bestätigung der Registrierung dieses Werkes im Archiv.

Provenienz:
Galerie Guy Pieters, Knokke-Zoute
dort vom heutigen Besitzer erworben
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
Knokke-Zoute, Guy Pieters Gallery, Christo. The Umbrellas. Joint Project for Japan and USA,
18. Juni - 13. Juli 1989, Ausst.-Kat. 90/91 mit Abb.

„Sich den Dingen vollkommen hingeben“
Christo über sein legendäres Projekt The Umbrellas
Im Gespräch mit Daryl Wee

Darryl Wee:
“The Umbrellas” ist das einzige Projekt, das dann tatsächlich auf zwei Kontinenten stattfand. Wie kam es zu der Idee, eine Arbeit in Japan und den USA zugleich zu realisieren?

Christo:
The Umbrellas war darauf ausgelegt, die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den zwei reichsten Ländern der damaligen Zeit, Japan und den USA, hervorzuheben. Auf gewisse Weise spiegelt das auch der Prozess, die notwendige Genehmigung zu erhalten, wider. In Japan mussten wir mit 459 Reisbauern in der Präfektur von Ibaraki verhandeln, während wir in Kalifornien lediglich 25 Cowboys und Ranchern gegenüber saßen.
Dennoch hatten wir in Kalifornien enorme Probleme, die Erlaubnis der Rancher zu bekommen. In Japan mussten wir zwar viel mehr Leute überzeugen, aber es war überhaupt nicht kompliziert. Im Gegenzug hatten wir große Schwierigkeiten damit, die Regierung von Ibaraki und die zentrale Regierungsbehörde in Tokio dazu zu bringen, unser Projekt zu genehmigen, während es mit dem Staat von Kalifornien und der Bundesbehörde ein Leichtes war.

Eine weitere Schwierigkeit war die Personalbeschaffung. Für alle unsere Projekte benötigen wir Hilfskräfte, die über dem Mindestlohn bezahlt werden – Bau- und Bühnenarbeiter, Schreiner, Leute, die zum Beispiel dabei helfen, die Verankerung der Regenschirme zu fabrizieren. Diese Hilfskräfte anzuheuern, war extrem schwierig, es gab ja noch kein Internet. Wir wandten uns an in die verschiedenen Hochschulen in Süd-Kalifornien, an Hochschulen hier in Japan, sprachen junge Leute an, häufig direkt nach ihren Vorlesungen.

Ich erinnere mich lebhaft daran, wie ich an der UCLA, der Universität von Kalifornien in Los Angeles, einen Vortrag über The Umbrellas gehalten habe, und die ersten Fragen des amerikanischen Publikums waren, was es gekostet und wer das bezahlt hat.
Auf einer ähnlichen Veranstaltung an der Universität von Tokio hingegen, waren die ersten Fragen: Warum Gelb? Und warum Blau? Das sind zwar ganz einfache Beispiele, aber sie reflektieren wirklich die verschiedenen gesellschaftlichen Wertevorstellungen und das Leben der Menschen.
(Deutsche Bank – Artmag – 98)

Expertin: Mag. Patricia Pálffy Mag. Patricia Pálffy
+43-1-515 60-386

patricia.palffy@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 25.11.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: online


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.