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Lot Nr. 259


Pierre Alechinsky *


(Brüssel 1927 geb.; lebt und arbeitet in Paris)
Les inondés, 1959, signiert; auf der Rückseite signiert, betitelt und datiert IV 59, Öl auf Leinwand, 97 x 130 cm, gerahmt

Zu diesem Werk liegt ein vom Künstler signiertes Fotozertifikat vor.

Provenienz:
Galerie Ariel, Paris
Galerie de France, Paris
Galleria Muciaccia, Rom
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
Amsterdam, Kunstkring, Alechinsky, peintures; Reinhoud, sculptures, 31. März - 30. April 1961, Ausst.-Kat.
Amsterdam, Stedelijk Museum, Alechinsky + Reinhoud, 26. Mai - 26. Juni 1961, Ausst.-Kat. Nr. 24

Der belgisch-französische Künstler Pierre Alechinsky ist in den späten 1940er und 1950er Jahren als jüngstes Mitglied der Künstlergruppe CoBrA bekannt geworden. Die Künstlergruppe rund um Karel Appel, Asger Jorn oder Corneille war in Copenhagen, Brüssel und Amsterdam aktiv – daraus ergibt sich eben der Name der Gruppe – und zelebrierte die gestische, intuitive Abstraktion in Verbindung mit dem europäischen Expressionismus.

Alechinsky entwickelt die Formensprache der autonomen Bildwelt und expressiven Figuration auf zahlreichen Reisen weiter. Immer wieder entdeckt er neue Gestaltungsmittel und ungewöhnliche Trägermaterialien. Aufenthalte in Japan und New York führen ihn zur Kalligaphie einerseits und zum Action Painting andererseits: Das Malerische wird vom Graphischen herausgefordert, kontrastiert und komplementiert. Außerdem integriert Alechinsky ab Mitte der 1960er Jahre Navigationskarten, Textfragmente, Rechnungen oder Aktien in seine Arbeiten. Das variationsreiche Werk des Künstlers zeigt eine autonome Bilderwelt mit expressiver Figuration, die die Faszination an der Darstellung des Irrealen, Unterbewussten und Zufälligen widerspiegelt. Dabei spannt Alechinsky einen Bogen zwischen der westeuropäischen und ostasiatischen Kultur.

Les inondés aus dem Jahre 1959 zeigt auf einer querformatigen Leinwand ein wirres Durcheinander. Die Überschwemmung rollt auf den Betrachter zu und zieht ihn in den Bildraum. Dynamik und Plastizität werden durch die pastosen Pinselstriche, die feineren schwarzen Linien und die Spontanität des Farbauftrags evoziert. Alechinsky arbeitet schnell und intuitiv, versieht die Leinwand mit unterschiedlichen Texturen, bedient sich sogar des Pinselstiels, um graphische Muster in die teigige Farbe zu kratzen. Die Vorliebe für das Graphische zeigt sich in den durch schwarze Linien eingerahmten pastosen Farbfeldern, wodurch das Gemälde eine ganz eigene Art der Vitalität erlangt.

Die Komposition ist auf die Mitte hin ausgerichtet – so wie es später bei den sogenannten „remarques marginales“ der Fall sein wird. Die ab 1965 entstandenen zeichnerischen „Randbemerkungen“ zeigen ein mit Acrylfarbe auf Papier gemaltes zentrales Motiv, dass an allen Seiten von einer Tuschezeichnung eingefasst wird. Die vollendete Leinwand wird später auf Leinwand aufgezogen. Les inondés nimmt in der kompositorischen Anordnung der Bildelemente die Methode der Randbemerkungen vorweg, die halbkreisförmigen Striche sind auf die Bildmitte hin ausgerichtet. Das Zentrum beherbergt schwarzes Liniengetümmel auf roten und weißen Farbfeldern. Die Komplementärkontraste unterstreichen die Dynamik der Formen. Die Pastosität nimmt nach außen hin ab, die Farbe ist beinahe lasierend aufgetragen.

“Wenn ich male, befreie ich Monster . . . Sie sind die Manifestationen all der Zweifel, der Suche und des Forschens nach Sinn und Ausdruck, die alle Künstler erleben . . . Man wählt den Inhalt nicht aus, man unterwirft sich ihm.“
Pierre Alechinsky

Experte: Alessandro Rizzi Alessandro Rizzi
+39-02-303 52 41

alessandro.rizzi@dorotheum.it

25.11.2020 - 16:00

Schätzwert:
EUR 130.000,- bis EUR 180.000,-

Pierre Alechinsky *


(Brüssel 1927 geb.; lebt und arbeitet in Paris)
Les inondés, 1959, signiert; auf der Rückseite signiert, betitelt und datiert IV 59, Öl auf Leinwand, 97 x 130 cm, gerahmt

Zu diesem Werk liegt ein vom Künstler signiertes Fotozertifikat vor.

Provenienz:
Galerie Ariel, Paris
Galerie de France, Paris
Galleria Muciaccia, Rom
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
Amsterdam, Kunstkring, Alechinsky, peintures; Reinhoud, sculptures, 31. März - 30. April 1961, Ausst.-Kat.
Amsterdam, Stedelijk Museum, Alechinsky + Reinhoud, 26. Mai - 26. Juni 1961, Ausst.-Kat. Nr. 24

Der belgisch-französische Künstler Pierre Alechinsky ist in den späten 1940er und 1950er Jahren als jüngstes Mitglied der Künstlergruppe CoBrA bekannt geworden. Die Künstlergruppe rund um Karel Appel, Asger Jorn oder Corneille war in Copenhagen, Brüssel und Amsterdam aktiv – daraus ergibt sich eben der Name der Gruppe – und zelebrierte die gestische, intuitive Abstraktion in Verbindung mit dem europäischen Expressionismus.

Alechinsky entwickelt die Formensprache der autonomen Bildwelt und expressiven Figuration auf zahlreichen Reisen weiter. Immer wieder entdeckt er neue Gestaltungsmittel und ungewöhnliche Trägermaterialien. Aufenthalte in Japan und New York führen ihn zur Kalligaphie einerseits und zum Action Painting andererseits: Das Malerische wird vom Graphischen herausgefordert, kontrastiert und komplementiert. Außerdem integriert Alechinsky ab Mitte der 1960er Jahre Navigationskarten, Textfragmente, Rechnungen oder Aktien in seine Arbeiten. Das variationsreiche Werk des Künstlers zeigt eine autonome Bilderwelt mit expressiver Figuration, die die Faszination an der Darstellung des Irrealen, Unterbewussten und Zufälligen widerspiegelt. Dabei spannt Alechinsky einen Bogen zwischen der westeuropäischen und ostasiatischen Kultur.

Les inondés aus dem Jahre 1959 zeigt auf einer querformatigen Leinwand ein wirres Durcheinander. Die Überschwemmung rollt auf den Betrachter zu und zieht ihn in den Bildraum. Dynamik und Plastizität werden durch die pastosen Pinselstriche, die feineren schwarzen Linien und die Spontanität des Farbauftrags evoziert. Alechinsky arbeitet schnell und intuitiv, versieht die Leinwand mit unterschiedlichen Texturen, bedient sich sogar des Pinselstiels, um graphische Muster in die teigige Farbe zu kratzen. Die Vorliebe für das Graphische zeigt sich in den durch schwarze Linien eingerahmten pastosen Farbfeldern, wodurch das Gemälde eine ganz eigene Art der Vitalität erlangt.

Die Komposition ist auf die Mitte hin ausgerichtet – so wie es später bei den sogenannten „remarques marginales“ der Fall sein wird. Die ab 1965 entstandenen zeichnerischen „Randbemerkungen“ zeigen ein mit Acrylfarbe auf Papier gemaltes zentrales Motiv, dass an allen Seiten von einer Tuschezeichnung eingefasst wird. Die vollendete Leinwand wird später auf Leinwand aufgezogen. Les inondés nimmt in der kompositorischen Anordnung der Bildelemente die Methode der Randbemerkungen vorweg, die halbkreisförmigen Striche sind auf die Bildmitte hin ausgerichtet. Das Zentrum beherbergt schwarzes Liniengetümmel auf roten und weißen Farbfeldern. Die Komplementärkontraste unterstreichen die Dynamik der Formen. Die Pastosität nimmt nach außen hin ab, die Farbe ist beinahe lasierend aufgetragen.

“Wenn ich male, befreie ich Monster . . . Sie sind die Manifestationen all der Zweifel, der Suche und des Forschens nach Sinn und Ausdruck, die alle Künstler erleben . . . Man wählt den Inhalt nicht aus, man unterwirft sich ihm.“
Pierre Alechinsky

Experte: Alessandro Rizzi Alessandro Rizzi
+39-02-303 52 41

alessandro.rizzi@dorotheum.it


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 25.11.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: online