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Lot Nr. 266


Arnulf Rainer *


(Baden bei Wien 1929 geb.)
„Das überschmierte Weibchen“, 1966/73/75, Fingermalerei, signiert Rainer und mit über Weibchen (?) bezeichnet, auf der Rückseite signiert, datiert und betitelt A. Rainer 1966/73/75 „Überschmiertes Weibchen“, Öl auf Karton auf Holz, 88 x 61 cm, in zum Teil bemaltem Alurahmen, 89 x 62 cm

Ausgestellt und mit ganzseitiger Farbabbildung im Katalog:
Arnulf Rainer: abgrundtiefe. perspektive. Retrospektive 1947–1997, Kunsthalle Krems, Verlag Christian Brandstätter , 1997, S. 190

Provenienz:
Privatsammlung, Deutschland

Ich wußte nicht wozu, wohin, wie lange, als ich 1952 begann, über fremde oder eigene Bilder zu malen. Erst langsam im Laufe der Jahre entwickelten sich geschlossene schwarze Flächen oder Strichbündel, in denen ich mich selber erkannte.
Diese Bilder korrigiere ich heute noch, immer weiter zu einer völligen Verdunklung, obwohl ich längst vergessen habe, was darunter war. Am liebsten arbeite ich an der Übermalung einer Übermalung. Ich wollte nie zerstören, sondern vervollkommen. Ein gewisser positiver Kontakt zur überarbeiteten Bildform war für mich allerdings notwendig. Obwohl nicht ausschließlich, so betreibe ich die künstlerische Arbeit in erster Linie als Selbstgespräch. Wie sich etwa der Traum im Tiefschlaf fortsetzt, so ist die Übermalung die Entwicklung dieses Selbstgespräches in ein Schweigen. Ein kommunizierbares, denn sonst würden mir andere nicht vor allem jene Bilder entreißen, welche ich aus reiner Selbstkommunikation schaffe und von denen ich hoffe, sie eines Tages zum Ausdruck einer gänzlichen Ruhe, eben jenes Tiefschlafs, führen zu können.
Je bedeckter das Bild, um so schwieriger ist jeder weitere Schritt bis zur völligen Geschlossenheit. Erst jahrelange Arbeit an einem Werk löscht alle billigen oder kostbaren Effekte. Heute, auch mit anderen künstlerischen Problemen beschäftigt, male ich an diesen Werken, soweit sie noch in meinem Besitz sind, durchschnittlich einen Pinselstrich im Monat. Bis zu meinem Ableben werden sie sich so noch stark verändern. …
Arnulf Rainer

Expertin: Mag. Elke Königseder Mag. Elke Königseder
+43-1-515 60-358

elke.koenigseder@dorotheum.at

25.11.2020 - 16:00

Erzielter Preis: **
EUR 81.550,-
Schätzwert:
EUR 55.000,- bis EUR 70.000,-

Arnulf Rainer *


(Baden bei Wien 1929 geb.)
„Das überschmierte Weibchen“, 1966/73/75, Fingermalerei, signiert Rainer und mit über Weibchen (?) bezeichnet, auf der Rückseite signiert, datiert und betitelt A. Rainer 1966/73/75 „Überschmiertes Weibchen“, Öl auf Karton auf Holz, 88 x 61 cm, in zum Teil bemaltem Alurahmen, 89 x 62 cm

Ausgestellt und mit ganzseitiger Farbabbildung im Katalog:
Arnulf Rainer: abgrundtiefe. perspektive. Retrospektive 1947–1997, Kunsthalle Krems, Verlag Christian Brandstätter , 1997, S. 190

Provenienz:
Privatsammlung, Deutschland

Ich wußte nicht wozu, wohin, wie lange, als ich 1952 begann, über fremde oder eigene Bilder zu malen. Erst langsam im Laufe der Jahre entwickelten sich geschlossene schwarze Flächen oder Strichbündel, in denen ich mich selber erkannte.
Diese Bilder korrigiere ich heute noch, immer weiter zu einer völligen Verdunklung, obwohl ich längst vergessen habe, was darunter war. Am liebsten arbeite ich an der Übermalung einer Übermalung. Ich wollte nie zerstören, sondern vervollkommen. Ein gewisser positiver Kontakt zur überarbeiteten Bildform war für mich allerdings notwendig. Obwohl nicht ausschließlich, so betreibe ich die künstlerische Arbeit in erster Linie als Selbstgespräch. Wie sich etwa der Traum im Tiefschlaf fortsetzt, so ist die Übermalung die Entwicklung dieses Selbstgespräches in ein Schweigen. Ein kommunizierbares, denn sonst würden mir andere nicht vor allem jene Bilder entreißen, welche ich aus reiner Selbstkommunikation schaffe und von denen ich hoffe, sie eines Tages zum Ausdruck einer gänzlichen Ruhe, eben jenes Tiefschlafs, führen zu können.
Je bedeckter das Bild, um so schwieriger ist jeder weitere Schritt bis zur völligen Geschlossenheit. Erst jahrelange Arbeit an einem Werk löscht alle billigen oder kostbaren Effekte. Heute, auch mit anderen künstlerischen Problemen beschäftigt, male ich an diesen Werken, soweit sie noch in meinem Besitz sind, durchschnittlich einen Pinselstrich im Monat. Bis zu meinem Ableben werden sie sich so noch stark verändern. …
Arnulf Rainer

Expertin: Mag. Elke Königseder Mag. Elke Königseder
+43-1-515 60-358

elke.koenigseder@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst I
Datum: 25.11.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: online


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.