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Lot Nr. 11 -


Marc Chagall *


(Witebsk 1887–1985 Saint-Paul de Vence)
Les Paysans, 1964, signiert Marc Chagall, Gouache, Aquarell, Tusche gewässerte Tusche und Tuschpinsel auf Papier, 62,2 x 48,2 cm, gerahmt

Wir danken dem Comité Chagall, Paris, für die freundliche Bestätigung der Echtheit dieses Werkes.

Provenienz:
Galerie Maeght, Paris
nach 1964 in Israel erworben

Ausgestellt:
Tel Aviv, Tel Aviv Museum of Art, 1996, mit Abb.

Literatur:
IFAR Journal, Band 10, Nr. 3/4, 2008-09, Abb. S. 59

Chagall zerlegt nicht die Dinge, er zerlegt seine Erinnerungen. „Meine Bilder sind“ - so sagt er - „gemalte Zusammenordungen von inneren Bildern, die mich besitzen. „Wie in einem zauberischen Kaleidoskop kommen die einzelnen inneren Bilder zusammen und funktionieren im bildnerischen Zusammenhang wie einzelne gegenstandsbestimmende Hauptworte, die lange Erinnerungsketten evozieren. Da steht ein naiv definierter Prospekt russischer Häuser und Kuppelkirchen für den dichterischen Hintergrund von Witebsk; Magd, Kuh oder Bauer evozieren das ländlichen Leben; ein Jude mit seinem Sack und rituelle Zeichen und Szenen rufen die jüdischen Legenden herbei; Sternzeichen und abstrakte Konstellationen des Raumes rufen das Kosmische herauf. Aus solchen hinweisenden >Hauptworten< setzt sich der dichterische Satz zusammen.“

in: Werner Haftmann, Marc Chagall, Köln: DuMont, 1988, Seite 18.

„Die Sterne waren meine besten Freunde. Die Luft war voll von Legenden und Phantomen, voller Fabel- und Märchenwesen, die plötzlich über das Dach hinwegflogen, so dass man eins war mit dem Firmament.“
Marc Chagall

Chagalls Erfahrung des Landlebens und Eindrücke des Alltagslebens in seiner russischen Heimat waren wichtige Inspirationsquellen während seiner gesamten Karriere.

In diesem Werk skizziert er eine nächtliche Landschaft mit einer Bäuerin, die eine kleine Ziege im Arm hält, dargestellt mit schwarzer Tinte und spärlichen Farbakzenten. Den Hintergrund der Dorfhütten im oberen Teil des Bildes erweitert er um frei schwebende Porträts und Figuren, die einen Raum der Erinnerung und Phantasie wachrufen - ein Kennzeichen seiner Werke.

Besonders anmutig ist seine Variation der runden, schützenden Haltung der Bäuerin in der Mutter-Kind-Figur oben. Chagalls kleine Erfindungen am Rande und mehrdeutige Handlungsstränge schaffen eine Art Öffnung im Gemälde, einen Ort, an dem das Fremde und Wunderbare im Alltag ausbrechen kann.

Expertin: Mag. Patricia Pálffy Mag. Patricia Pálffy
+43-1-515 60-386

patricia.palffy@dorotheum.at

24.11.2020 - 16:00

Schätzwert:
EUR 170.000,- bis EUR 220.000,-

Marc Chagall *


(Witebsk 1887–1985 Saint-Paul de Vence)
Les Paysans, 1964, signiert Marc Chagall, Gouache, Aquarell, Tusche gewässerte Tusche und Tuschpinsel auf Papier, 62,2 x 48,2 cm, gerahmt

Wir danken dem Comité Chagall, Paris, für die freundliche Bestätigung der Echtheit dieses Werkes.

Provenienz:
Galerie Maeght, Paris
nach 1964 in Israel erworben

Ausgestellt:
Tel Aviv, Tel Aviv Museum of Art, 1996, mit Abb.

Literatur:
IFAR Journal, Band 10, Nr. 3/4, 2008-09, Abb. S. 59

Chagall zerlegt nicht die Dinge, er zerlegt seine Erinnerungen. „Meine Bilder sind“ - so sagt er - „gemalte Zusammenordungen von inneren Bildern, die mich besitzen. „Wie in einem zauberischen Kaleidoskop kommen die einzelnen inneren Bilder zusammen und funktionieren im bildnerischen Zusammenhang wie einzelne gegenstandsbestimmende Hauptworte, die lange Erinnerungsketten evozieren. Da steht ein naiv definierter Prospekt russischer Häuser und Kuppelkirchen für den dichterischen Hintergrund von Witebsk; Magd, Kuh oder Bauer evozieren das ländlichen Leben; ein Jude mit seinem Sack und rituelle Zeichen und Szenen rufen die jüdischen Legenden herbei; Sternzeichen und abstrakte Konstellationen des Raumes rufen das Kosmische herauf. Aus solchen hinweisenden >Hauptworten< setzt sich der dichterische Satz zusammen.“

in: Werner Haftmann, Marc Chagall, Köln: DuMont, 1988, Seite 18.

„Die Sterne waren meine besten Freunde. Die Luft war voll von Legenden und Phantomen, voller Fabel- und Märchenwesen, die plötzlich über das Dach hinwegflogen, so dass man eins war mit dem Firmament.“
Marc Chagall

Chagalls Erfahrung des Landlebens und Eindrücke des Alltagslebens in seiner russischen Heimat waren wichtige Inspirationsquellen während seiner gesamten Karriere.

In diesem Werk skizziert er eine nächtliche Landschaft mit einer Bäuerin, die eine kleine Ziege im Arm hält, dargestellt mit schwarzer Tinte und spärlichen Farbakzenten. Den Hintergrund der Dorfhütten im oberen Teil des Bildes erweitert er um frei schwebende Porträts und Figuren, die einen Raum der Erinnerung und Phantasie wachrufen - ein Kennzeichen seiner Werke.

Besonders anmutig ist seine Variation der runden, schützenden Haltung der Bäuerin in der Mutter-Kind-Figur oben. Chagalls kleine Erfindungen am Rande und mehrdeutige Handlungsstränge schaffen eine Art Öffnung im Gemälde, einen Ort, an dem das Fremde und Wunderbare im Alltag ausbrechen kann.

Expertin: Mag. Patricia Pálffy Mag. Patricia Pálffy
+43-1-515 60-386

patricia.palffy@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Klassische Moderne
Datum: 24.11.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: online