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Lot Nr. 19


Felice Casorati *


(Novara 1883–1963 Turin)
Ragazza seduta (con la mano sul cuore), 1938, signiert, Öl auf Leinwand, 65.5 x 55.5 cm, gerahmt

Das Werk ist beim Archivio Felice Casorati unter der Nr. 1374 registriert. Ein Fotozertifikat vom 21. Januar 2010 liegt bei.

Provenienz:
Sammlung Sergio Colongo, Biella
dort in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre vom jetzigen Besitzer erworben

Literatur:
G. Bertolino, F. Poli, Felice Casorati. Catalogo generale. I dipinti (1904–1963), Bd. II, Turin 2004, Nr. 640 mit Abb.

Dieses Porträt entstand, während Felice Casorati in Turin lebte, wohin er fast 20 Jahre zuvor gezogen war. Turin war im Vergleich zu Venedig, Mailand und Neapel - Städte, in denen er zuvor gelebt hatte - aus kultureller Sicht ein lebendiger Ort. Was die figurative Kunst betraf, wirkte Turin damals jedoch eher provinziell. Von den zwanziger Jahren an schien Felice Casorati in Turin seine Heimatstadt gefunden zu haben. Umgeben von der spirituellen und melancholischen Atmosphäre der Stadt, fühlte er sich dort als Künstler ohne viele Konkurrenten zunehmend wohler.
„Ich lebe in Turin (...) in dieser nicht touristischen Stadt, die ich wegen ihrer Rätselhaftigkeit und ihrer verschleierten Schönheit liebe, an diesem Ort, der so rätselhaft und beunruhigend ist wie eine Kabbala, die jeden Tag enthüllt werden muss, wo der Nebel mehr scheint als die Sonne und der Sinn für Dimension primär ist, nur in dieser Stadt mit vielen Quadraten könnte man sich meine Bilder vorstellen“ (Felice Casorati, Werkverzeichnis, S. 42).
In den 1930er Jahren verlief Casoratis künstlerische Laufbahn zunehmend in geregelten Bahnen (er hatte an verschiedenen Editionen nationaler und internationaler Ausstellungen teilgenommen, war mehr als sechsmal zur Biennale von Venedig eingeladen worden usw.), und er schien vor allem dank seiner Heirat mit der britischen Künstlerin Daphne Maugham und der Geburt ihres Sohnes Francesco einen neuen Frieden gefunden zu haben. Sie verbrachten viel Zeit am Land zusammen, wo sie ein Haus besaßen.
„(...) Durch Episoden von Schmerz und Freude, Unwissenheit und Wissen, Siegen und Fehlern und vor allem durch meine Kunst erreichte ich langsam eine menschliche Reife. Von diesem Moment an wurde meine Arbeit friedlicher (...) Ich gewann immer mehr Vertrauen in mich selbst.“ (Felice Casorati, Werkverzeichnis, S. 84).
Ragazza seduta, 1938 entstanden, zeigt eine junge Frau, die sich hinsetzt und ihre Hand auf das Herz legt. In vielen von Casoratis Porträts spielen die Hände eine wichtige Rolle, um den Gemütszustand der dargestellten Person auszudrücken. Dieses Werk reflektiert deutlich Casoratis friedliche menschliche und künstlerische Phase durch die Verwendung von Pastellfarben, die sein Werk in diesen Jahren charakterisieren, sowie durch den verträumten und entspannten Ausdruck der Dargestellten.

Expertin: Flaminia Allvin Flaminia Allvin
+39-06-699 23 671

flaminia.allvin@dorotheum.it

24.11.2020 - 16:00

Schätzwert:
EUR 55.000,- bis EUR 60.000,-

Felice Casorati *


(Novara 1883–1963 Turin)
Ragazza seduta (con la mano sul cuore), 1938, signiert, Öl auf Leinwand, 65.5 x 55.5 cm, gerahmt

Das Werk ist beim Archivio Felice Casorati unter der Nr. 1374 registriert. Ein Fotozertifikat vom 21. Januar 2010 liegt bei.

Provenienz:
Sammlung Sergio Colongo, Biella
dort in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre vom jetzigen Besitzer erworben

Literatur:
G. Bertolino, F. Poli, Felice Casorati. Catalogo generale. I dipinti (1904–1963), Bd. II, Turin 2004, Nr. 640 mit Abb.

Dieses Porträt entstand, während Felice Casorati in Turin lebte, wohin er fast 20 Jahre zuvor gezogen war. Turin war im Vergleich zu Venedig, Mailand und Neapel - Städte, in denen er zuvor gelebt hatte - aus kultureller Sicht ein lebendiger Ort. Was die figurative Kunst betraf, wirkte Turin damals jedoch eher provinziell. Von den zwanziger Jahren an schien Felice Casorati in Turin seine Heimatstadt gefunden zu haben. Umgeben von der spirituellen und melancholischen Atmosphäre der Stadt, fühlte er sich dort als Künstler ohne viele Konkurrenten zunehmend wohler.
„Ich lebe in Turin (...) in dieser nicht touristischen Stadt, die ich wegen ihrer Rätselhaftigkeit und ihrer verschleierten Schönheit liebe, an diesem Ort, der so rätselhaft und beunruhigend ist wie eine Kabbala, die jeden Tag enthüllt werden muss, wo der Nebel mehr scheint als die Sonne und der Sinn für Dimension primär ist, nur in dieser Stadt mit vielen Quadraten könnte man sich meine Bilder vorstellen“ (Felice Casorati, Werkverzeichnis, S. 42).
In den 1930er Jahren verlief Casoratis künstlerische Laufbahn zunehmend in geregelten Bahnen (er hatte an verschiedenen Editionen nationaler und internationaler Ausstellungen teilgenommen, war mehr als sechsmal zur Biennale von Venedig eingeladen worden usw.), und er schien vor allem dank seiner Heirat mit der britischen Künstlerin Daphne Maugham und der Geburt ihres Sohnes Francesco einen neuen Frieden gefunden zu haben. Sie verbrachten viel Zeit am Land zusammen, wo sie ein Haus besaßen.
„(...) Durch Episoden von Schmerz und Freude, Unwissenheit und Wissen, Siegen und Fehlern und vor allem durch meine Kunst erreichte ich langsam eine menschliche Reife. Von diesem Moment an wurde meine Arbeit friedlicher (...) Ich gewann immer mehr Vertrauen in mich selbst.“ (Felice Casorati, Werkverzeichnis, S. 84).
Ragazza seduta, 1938 entstanden, zeigt eine junge Frau, die sich hinsetzt und ihre Hand auf das Herz legt. In vielen von Casoratis Porträts spielen die Hände eine wichtige Rolle, um den Gemütszustand der dargestellten Person auszudrücken. Dieses Werk reflektiert deutlich Casoratis friedliche menschliche und künstlerische Phase durch die Verwendung von Pastellfarben, die sein Werk in diesen Jahren charakterisieren, sowie durch den verträumten und entspannten Ausdruck der Dargestellten.

Expertin: Flaminia Allvin Flaminia Allvin
+39-06-699 23 671

flaminia.allvin@dorotheum.it


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kundendienst@dorotheum.at

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Auktion: Klassische Moderne
Datum: 24.11.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: online