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Lot Nr. 26 -


Emil Nolde *


(Nolde, Schleswig 1867–1956 Seebüll)
Zigeunermädchen in rot-violettem Kleid, 1921, signiert Nolde, Aquarell auf dünnem Japan, 46,5 x 33,8 cm, gerahmt

Das Werk entsteht im Frühjahr 1921 auf Noldes Reise nach Spanien während seines Aufenthalts in Granada,

Fotozertifikat:
Prof. Dr. Manfred Reuther, Seebüll, 1. März 2018. Die vorliegende Arbeit ist im Archiv unter Nr. „Nolde A-72/2018“ registriert.

Literatur:
Emil Nolde, Reisen-Achtung-Befreiung (1919–1949),
Köln 1967, S. 45f.

Provenienz:
Europäische Privatsammlung

Das Aquarell nimmt in Emil Noldes Gesamtwerk in allen Schaffensperioden einen hohen Stellenwert ein. Besonders seit seiner Südseereise in den Jahren 1913/14 fertigte er seine berühmten, leuchtenden Aquarelle an. Nolde befreite die Farben von ihren formalen Gegebenheiten und experimentierte mit den unterschiedlichsten Maltechniken.
Das hier dargestellte Aquarell entstand sehr wahrscheinlich im Frühjahr 1921 während Noldes Spanienreise bei einem Aufenthalt in Granada. „Granada, die kulturgesättigte Stadt der maurischen Zeit, die Stadt mit ihren schönen Palästen, ihren träumenden Teichen, ihrem steinernen Löwenhof, ihrer spielenden Ornamentik, alles fröhlich und leicht,“ erinnerte sich Nolde später an seine Reise, die er gemeinsam mit seiner Frau unternahm. Insbesondere über die Sinti und Roma in Granada schrieb Nolde: „Die Lage von Granada ist herrlich schön. Es waren aber doch wohl die vielen Zigeuner, die uns besonders interessierten, dreitausend sollen es sein […] Sie erinnerten an die harmlos schönen Naturvölker der Südsee, entfernt und anders, und doch ähnlich in ihrer menschlich losen Ungebundenheit. Hier waren es die braunhäutigen, schwarzhaarigen Zigeuner, mitten unter denen wir standen und ich arbeitend lebte.“ Während seines über einmonatigen Aufenthalt in Granada schuf Nolde eine Vielzahl von Porträts und Studien. Vermutlich – so wirken die Darstellungen – malte Nolde seine Aquarelle direkt am Geschehen, ohne Skizzen und ohne die Ruhe des Ateliers.
Das Aquarell „Zigeunermädchen in rot-violettem Kleid“ zeigt eine ebensolche junge Frau mit dunkler Haut und dunklen Haaren, im seitlichen Profil vor einem ebenfalls dunklen und nicht näher definierten blauschwarzem Hintergrund. Skizzenhaft umreißt Emil Nolde die Silhouette der jungen Frau mit einem markanten Ohrring.
Nass in nass trug er die Farben in einem kräftigen Blau, Schwarz, Braun und Rot-Violett auf das dünne Japanpapier auf. Seine Fokussierung auf das Antlitz der jungen Frau steigert die Leuchtkraft der Farben und es wird deutlich, dass vor allem die Wirkung der Farbe im Mittelpunkt seines Interesses stand.

Alle Zitate aus: Nolde, Emil. Reisen, Ächtung, Befreiung. 1919–1946, hrsg. durch die Ada und Emil Nolde Stiftung, Seebüll, Köln 1967, S. 45f.

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
+49-211-210 77 47

petra.schaepers@dorotheum.de

24.11.2020 - 16:00

Erzielter Preis: **
EUR 176.847,-
Schätzwert:
EUR 120.000,- bis EUR 150.000,-

Emil Nolde *


(Nolde, Schleswig 1867–1956 Seebüll)
Zigeunermädchen in rot-violettem Kleid, 1921, signiert Nolde, Aquarell auf dünnem Japan, 46,5 x 33,8 cm, gerahmt

Das Werk entsteht im Frühjahr 1921 auf Noldes Reise nach Spanien während seines Aufenthalts in Granada,

Fotozertifikat:
Prof. Dr. Manfred Reuther, Seebüll, 1. März 2018. Die vorliegende Arbeit ist im Archiv unter Nr. „Nolde A-72/2018“ registriert.

Literatur:
Emil Nolde, Reisen-Achtung-Befreiung (1919–1949),
Köln 1967, S. 45f.

Provenienz:
Europäische Privatsammlung

Das Aquarell nimmt in Emil Noldes Gesamtwerk in allen Schaffensperioden einen hohen Stellenwert ein. Besonders seit seiner Südseereise in den Jahren 1913/14 fertigte er seine berühmten, leuchtenden Aquarelle an. Nolde befreite die Farben von ihren formalen Gegebenheiten und experimentierte mit den unterschiedlichsten Maltechniken.
Das hier dargestellte Aquarell entstand sehr wahrscheinlich im Frühjahr 1921 während Noldes Spanienreise bei einem Aufenthalt in Granada. „Granada, die kulturgesättigte Stadt der maurischen Zeit, die Stadt mit ihren schönen Palästen, ihren träumenden Teichen, ihrem steinernen Löwenhof, ihrer spielenden Ornamentik, alles fröhlich und leicht,“ erinnerte sich Nolde später an seine Reise, die er gemeinsam mit seiner Frau unternahm. Insbesondere über die Sinti und Roma in Granada schrieb Nolde: „Die Lage von Granada ist herrlich schön. Es waren aber doch wohl die vielen Zigeuner, die uns besonders interessierten, dreitausend sollen es sein […] Sie erinnerten an die harmlos schönen Naturvölker der Südsee, entfernt und anders, und doch ähnlich in ihrer menschlich losen Ungebundenheit. Hier waren es die braunhäutigen, schwarzhaarigen Zigeuner, mitten unter denen wir standen und ich arbeitend lebte.“ Während seines über einmonatigen Aufenthalt in Granada schuf Nolde eine Vielzahl von Porträts und Studien. Vermutlich – so wirken die Darstellungen – malte Nolde seine Aquarelle direkt am Geschehen, ohne Skizzen und ohne die Ruhe des Ateliers.
Das Aquarell „Zigeunermädchen in rot-violettem Kleid“ zeigt eine ebensolche junge Frau mit dunkler Haut und dunklen Haaren, im seitlichen Profil vor einem ebenfalls dunklen und nicht näher definierten blauschwarzem Hintergrund. Skizzenhaft umreißt Emil Nolde die Silhouette der jungen Frau mit einem markanten Ohrring.
Nass in nass trug er die Farben in einem kräftigen Blau, Schwarz, Braun und Rot-Violett auf das dünne Japanpapier auf. Seine Fokussierung auf das Antlitz der jungen Frau steigert die Leuchtkraft der Farben und es wird deutlich, dass vor allem die Wirkung der Farbe im Mittelpunkt seines Interesses stand.

Alle Zitate aus: Nolde, Emil. Reisen, Ächtung, Befreiung. 1919–1946, hrsg. durch die Ada und Emil Nolde Stiftung, Seebüll, Köln 1967, S. 45f.

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
+49-211-210 77 47

petra.schaepers@dorotheum.de


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Klassische Moderne
Datum: 24.11.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: online


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.