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Lot Nr. 28 -


Henri Matisse *


(Cateau-Cambrésis 1869–1954 Nizza)
Tête de jeune fille, 1950, signiert, datiert H. Matisse Mai 50,
Tusche auf feinem Velinpapier, 52 x 40 cm, gerahmt

Echtheitsbestätigung:
Wanda de Guébriant, Archives Matisse, Paris, 13.5.2015 auf der Rückseite des Werkes:
„Dessin réalisé par Henri Matisse à Nice en 1950, no. Q23 bis des archives de l’ artiste.“

Provenienz:
Sammlung Madame Lang, Paris
Nachlassverkauf
Musée Galliéra, Paris, 4. März 1972, Los 36
Galerie Renou et Colle, Paris
O’ Hana Gallery, London
Sotheby’s Johannesburg, 4. März 1975, Los 31
Privatsammlung, USA (1975–2014)
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
London, O’ Hana Gallery, Summer Exhibition of Paintings
and Sculpture of the Nineteenth and Twentieth Centuries,
Mai-September 1972

Die Arbeit Tête de jeune Fille ist datiert in das Jahr 1950 und entstand in Henri Matisses letzten Lebensjahren in denen er sich, bedingt durch eine schwere Erkrankung, immer mehr von den klassischen Techniken der Malerei abwendete. In dieser Zeit beschränkte er sich auf wesentliche Betonungen. Die daraus resultierende Reduktion der Form bis hin zur völligen Abstraktion, erzeugt eine dynamische Reaktion des Bildinhalts.
So ist auch der dargestellte Kopf eines jungen Mädchens in dem Werk Tête de jeune Fille mit wenigen Umrisslinien in schwarzer Tinte auf feinem Papier skizziert. Die schwarz-weiße Illustration zeigt das Bildnis einer uns unbekannten jungen Frau. Die schwungvollen, spannungsgeladenen Linien verleihen der Silhouette eine sinnliche und elegante Darstellung. Die Arbeit zeigt eines der Hauptmotive, mit dem sich Matisse während seiner gesamten Karriere wiederholt beschäftigte: das Frauenportrait. Tête de jeune Fille bezieht sich auf eine umfangreiche Gruppe von Zeichnungen, die in ihrer Variation immer ein ähnliches Motiv zeigen: das Gesicht einer jungen Frau in verschiedenen Bildausschnitten.
Matisse greift mit diesem Bildmotiv ein beliebtes Genre der Kunst auf. Das Spiel mit Variationen der Portraitmalerei kann den Menschen im Bild in seiner Gänze abbilden. Dabei soll sein Wesen unabhängig von der exakten Wiedergabe seiner physiologischen Erscheinung zu erkennen sein – die Individualität und Intimität soll sichtbar werden. Insbesondere das Abbild des menschlichen Gesichtes ist, durch individuelle Mimik und konkrete Gestik, ein adäquates Körperteil, um die portraitierte Person abzubilden und zu repräsentieren. Dabei reduziert Matisse das Abbild der jungen Frau beinahe bis zur Unkenntlichkeit und nur wenige Linien modellieren ihr Gesicht. Die Konzentration des Rezipienten verweilt nicht auf einem konkreten Punkt, sondern sein Blick wird durch die schwungvollen Linien kontinuierlich in Bewegung versetzt. Matisse übersetzt, mithilfe der schwarzen Linien auf weißem Papier, die Gefühle der Protagonistin und beschreibt mit dem Werk ihren inneren Zustand. Der Prozess des Zeichnens resultiert in einer gefühlsgeleiteten Wahrnehmung der Dinge, die wiederum in die Eleganz und Schönheit einer feinen Linie transformiert wird.

„Bei der Zeichnung eines Gesichts kommt es nicht auf die Richtigkeit der Proportionen an, sondern auf ein geistiges Leuchten, das sich in ihm spiegelt. Ebenso können zwei Zeichnungen des gleichen Gesichts ein Wesen darstellen, auch wenn die Proportionen auf beiden Zeichnungen ganz verschieden sind.“

Henri Matisse, in: Jazz. Paris 1947; deutsch Stuttgart 1948

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
+49-211-210 77 47

petra.schaepers@dorotheum.de

24.11.2020 - 16:00

Schätzwert:
EUR 180.000,- bis EUR 240.000,-

Henri Matisse *


(Cateau-Cambrésis 1869–1954 Nizza)
Tête de jeune fille, 1950, signiert, datiert H. Matisse Mai 50,
Tusche auf feinem Velinpapier, 52 x 40 cm, gerahmt

Echtheitsbestätigung:
Wanda de Guébriant, Archives Matisse, Paris, 13.5.2015 auf der Rückseite des Werkes:
„Dessin réalisé par Henri Matisse à Nice en 1950, no. Q23 bis des archives de l’ artiste.“

Provenienz:
Sammlung Madame Lang, Paris
Nachlassverkauf
Musée Galliéra, Paris, 4. März 1972, Los 36
Galerie Renou et Colle, Paris
O’ Hana Gallery, London
Sotheby’s Johannesburg, 4. März 1975, Los 31
Privatsammlung, USA (1975–2014)
Europäische Privatsammlung

Ausgestellt:
London, O’ Hana Gallery, Summer Exhibition of Paintings
and Sculpture of the Nineteenth and Twentieth Centuries,
Mai-September 1972

Die Arbeit Tête de jeune Fille ist datiert in das Jahr 1950 und entstand in Henri Matisses letzten Lebensjahren in denen er sich, bedingt durch eine schwere Erkrankung, immer mehr von den klassischen Techniken der Malerei abwendete. In dieser Zeit beschränkte er sich auf wesentliche Betonungen. Die daraus resultierende Reduktion der Form bis hin zur völligen Abstraktion, erzeugt eine dynamische Reaktion des Bildinhalts.
So ist auch der dargestellte Kopf eines jungen Mädchens in dem Werk Tête de jeune Fille mit wenigen Umrisslinien in schwarzer Tinte auf feinem Papier skizziert. Die schwarz-weiße Illustration zeigt das Bildnis einer uns unbekannten jungen Frau. Die schwungvollen, spannungsgeladenen Linien verleihen der Silhouette eine sinnliche und elegante Darstellung. Die Arbeit zeigt eines der Hauptmotive, mit dem sich Matisse während seiner gesamten Karriere wiederholt beschäftigte: das Frauenportrait. Tête de jeune Fille bezieht sich auf eine umfangreiche Gruppe von Zeichnungen, die in ihrer Variation immer ein ähnliches Motiv zeigen: das Gesicht einer jungen Frau in verschiedenen Bildausschnitten.
Matisse greift mit diesem Bildmotiv ein beliebtes Genre der Kunst auf. Das Spiel mit Variationen der Portraitmalerei kann den Menschen im Bild in seiner Gänze abbilden. Dabei soll sein Wesen unabhängig von der exakten Wiedergabe seiner physiologischen Erscheinung zu erkennen sein – die Individualität und Intimität soll sichtbar werden. Insbesondere das Abbild des menschlichen Gesichtes ist, durch individuelle Mimik und konkrete Gestik, ein adäquates Körperteil, um die portraitierte Person abzubilden und zu repräsentieren. Dabei reduziert Matisse das Abbild der jungen Frau beinahe bis zur Unkenntlichkeit und nur wenige Linien modellieren ihr Gesicht. Die Konzentration des Rezipienten verweilt nicht auf einem konkreten Punkt, sondern sein Blick wird durch die schwungvollen Linien kontinuierlich in Bewegung versetzt. Matisse übersetzt, mithilfe der schwarzen Linien auf weißem Papier, die Gefühle der Protagonistin und beschreibt mit dem Werk ihren inneren Zustand. Der Prozess des Zeichnens resultiert in einer gefühlsgeleiteten Wahrnehmung der Dinge, die wiederum in die Eleganz und Schönheit einer feinen Linie transformiert wird.

„Bei der Zeichnung eines Gesichts kommt es nicht auf die Richtigkeit der Proportionen an, sondern auf ein geistiges Leuchten, das sich in ihm spiegelt. Ebenso können zwei Zeichnungen des gleichen Gesichts ein Wesen darstellen, auch wenn die Proportionen auf beiden Zeichnungen ganz verschieden sind.“

Henri Matisse, in: Jazz. Paris 1947; deutsch Stuttgart 1948

Expertin: Dr. Petra Maria Schäpers Dr. Petra Maria Schäpers
+49-211-210 77 47

petra.schaepers@dorotheum.de


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kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Klassische Moderne
Datum: 24.11.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: online