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Lot Nr. 453


César (César Baldaccini) *


César (César Baldaccini) * - Zeitgenössische Kunst II

(Marseille 1921–1998 Paris)
Fanta-Cola, 1989, komprimierte Dosen, 31,5 x 15 x 15 cm

Das Werk ist in den Archives Denyse Durand-Ruel, Rueil-Malmaison, Frankreich, mit der Nr. 7716 registriert.

Zu diesem Werk liegt ein von Jean Ferrero (Galerie Ferrero, Nizza) signiertes Fotozertifikat vor.

Provenienz:
Europäische Privatsammlung (direkt vom Künstler erworben)

„Neben der von Pierre Restany beeinflussten Tätigkeit der Neuen Realisten, die in der breiten Öffentlichkeit eine zeitlang als analog zur europäischen Pop Art angesehen wurde, gab es in Frankreich weitere wichtige Gruppen, deren Ausstellungen die vielfältigen Tendenzen der politisch und soziologisch durchdrungenen ‚neuen figurativen Kunst‘ präsentierten. 1961, nur ein Jahr nach der Gründung der rasant prominent gewordenen Nouveaux Réalisme, organisierten Künstler wie Jacques Monory, Bernard Rancillac, Valerio Adami, Peter Klasen und Gerard Fromanger in Paris die Ausstellung „Nouvelle figuration“. [...] Der Künstler und Theoretiker Bernard Rancillac formulierte seinen ästhetischen Anspruch nicht nur als Gegenpol zur lyrischen, informellen Abstraktion oder gar zur geometrischen, kinetischen Abstraktion der Pariser Galerienszene der fünfziger Jahre, sondern auch als Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit: Der Künstler versuchte, die sichtbare Wirklichkeit nicht nur darzustellen, sondern sie auch zu interpretieren und kritisch zu erforschen. 1965 vereinte die große Ausstellung „Narrative Figuration“ 68 Künstler in Paris. Die Titel beider Ausstellungen zeigen deutlich die Rückkehr des Figürlichen, d.h. des künstlerischen Engagements, die Wirklichkeit im Bild widerzuspiegeln und das Thema sowohl als Erzählung als auch als Kommentar zur gesellschaftlichen Wirklichkeit zu definieren. [...] Die Krise der informellen Malerei weckte das Interesse junger figurativer Künstler an einer neuen, objektiven, unpersönlichen, figurativen Kunst, die die Gegenstände des Alltags und Fragmente alltäglicher Situationen, wie Werbung, Schaufenster, Zeitungen, Bildzeitschriften oder Comics, ohne ästhetische Vorurteile innerhalb der autonomen Welt des Bildes präsentiert sieht. [...] Die Tätigkeit der Gruppe „Figuration Narrative“ war eine der konsequentesten, ästhetisch und politisch klarsten Aussagen der 60er und 70er Jahre in der europäischen Kunstszene. Sie spezifizierte bildhafte Verweise in Bezug auf politische, soziologische und ideologische Realitäten und betrachtete die Kunst bzw. künstlerische Tätigkeit als eine zeitgleiche subversive und analytische Auseinandersetzung mit der sozialen, politischen, ideologischen und mentalen Situation, sowie dem Machtmechanismus und den Manipulationsmethoden.“
Seine Technik konzentriert sich auf flache Farbflächen, starke Farbkontraste, Schematisierung der Formen und Nahaufnahmen - wie auch die vorliegende Arbeit „Les baigneuses“ zeigt.
(Lorand Hegyi, Figuration narrative - criticism of the sculptural in the late-modern consumer society, in La figuration narrative, Vienna, 2002)

Experte: Alessandro Rizzi Alessandro Rizzi
+39-02-303 52 41

alessandro.rizzi@dorotheum.it

26.11.2020 - 16:00

Erzielter Preis: **
EUR 27.800,-
Schätzwert:
EUR 14.000,- bis EUR 18.000,-

César (César Baldaccini) *


(Marseille 1921–1998 Paris)
Fanta-Cola, 1989, komprimierte Dosen, 31,5 x 15 x 15 cm

Das Werk ist in den Archives Denyse Durand-Ruel, Rueil-Malmaison, Frankreich, mit der Nr. 7716 registriert.

Zu diesem Werk liegt ein von Jean Ferrero (Galerie Ferrero, Nizza) signiertes Fotozertifikat vor.

Provenienz:
Europäische Privatsammlung (direkt vom Künstler erworben)

„Neben der von Pierre Restany beeinflussten Tätigkeit der Neuen Realisten, die in der breiten Öffentlichkeit eine zeitlang als analog zur europäischen Pop Art angesehen wurde, gab es in Frankreich weitere wichtige Gruppen, deren Ausstellungen die vielfältigen Tendenzen der politisch und soziologisch durchdrungenen ‚neuen figurativen Kunst‘ präsentierten. 1961, nur ein Jahr nach der Gründung der rasant prominent gewordenen Nouveaux Réalisme, organisierten Künstler wie Jacques Monory, Bernard Rancillac, Valerio Adami, Peter Klasen und Gerard Fromanger in Paris die Ausstellung „Nouvelle figuration“. [...] Der Künstler und Theoretiker Bernard Rancillac formulierte seinen ästhetischen Anspruch nicht nur als Gegenpol zur lyrischen, informellen Abstraktion oder gar zur geometrischen, kinetischen Abstraktion der Pariser Galerienszene der fünfziger Jahre, sondern auch als Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit: Der Künstler versuchte, die sichtbare Wirklichkeit nicht nur darzustellen, sondern sie auch zu interpretieren und kritisch zu erforschen. 1965 vereinte die große Ausstellung „Narrative Figuration“ 68 Künstler in Paris. Die Titel beider Ausstellungen zeigen deutlich die Rückkehr des Figürlichen, d.h. des künstlerischen Engagements, die Wirklichkeit im Bild widerzuspiegeln und das Thema sowohl als Erzählung als auch als Kommentar zur gesellschaftlichen Wirklichkeit zu definieren. [...] Die Krise der informellen Malerei weckte das Interesse junger figurativer Künstler an einer neuen, objektiven, unpersönlichen, figurativen Kunst, die die Gegenstände des Alltags und Fragmente alltäglicher Situationen, wie Werbung, Schaufenster, Zeitungen, Bildzeitschriften oder Comics, ohne ästhetische Vorurteile innerhalb der autonomen Welt des Bildes präsentiert sieht. [...] Die Tätigkeit der Gruppe „Figuration Narrative“ war eine der konsequentesten, ästhetisch und politisch klarsten Aussagen der 60er und 70er Jahre in der europäischen Kunstszene. Sie spezifizierte bildhafte Verweise in Bezug auf politische, soziologische und ideologische Realitäten und betrachtete die Kunst bzw. künstlerische Tätigkeit als eine zeitgleiche subversive und analytische Auseinandersetzung mit der sozialen, politischen, ideologischen und mentalen Situation, sowie dem Machtmechanismus und den Manipulationsmethoden.“
Seine Technik konzentriert sich auf flache Farbflächen, starke Farbkontraste, Schematisierung der Formen und Nahaufnahmen - wie auch die vorliegende Arbeit „Les baigneuses“ zeigt.
(Lorand Hegyi, Figuration narrative - criticism of the sculptural in the late-modern consumer society, in La figuration narrative, Vienna, 2002)

Experte: Alessandro Rizzi Alessandro Rizzi
+39-02-303 52 41

alessandro.rizzi@dorotheum.it


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 10.00 - 17.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Zeitgenössische Kunst II
Datum: 26.11.2020 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: online


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.