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Lot Nr. 195-038959/0009 -


Anton Einsle


(Wien 1801-1871) Gisela von Teltscher (1866 - 7. Juni 1884), 1870, Öl auf Leinwand, ca. 41,7 x 33,8 cm, signiert und datiert unten rechts: "A. E. 870"; rückseitig Zettel mit alter handschriftlicher Bezeichnung:"Gisela von Teltscher / nata: 1866 / denata: 7. Juni 1884 / gemalt vom Hofmaler Anton Einsle / ihrem Grossvater mütterlicherseits", Retuschen, alter Keilrahmen mit Platte hinterlegt bzw. stabilisiert, in blattvergoldetem Biedermeierrahmen, dieser leicht beschädigt Ruf 1.000

Provenienz: Besitz des Künstlers; an seine Tochter, Marie von Teltscher (1839-1892), geb. Einsle; Johann Friedrich Freiherr von Koblitz-Willmburg (1895-1944) und Franziska Freifrau Koblitz von Willmburg (1910-2000), geb. Gräfin Czernin von und zu Chudenitz; Martin Freiherr Koblitz von Willmburg an ihre Tochter, Gabrielle Baronesse von Furstenberg (1935-2019), geb. Koblitz von Willmburg; nach ihrem Tod an ihren Mann, George Michael Freiherr von Furstenberg. Lit: unpubliziert.

Einsles Töchter Marie (1839-1892) und Anna (1852-1922) hatten jeweils Kinder in ihren Ehen – bei Anna ein Sohn und zwei Töchter, bei Marie zwei Töchter namens Eugenie und Gisela von Teltscher. Gisela wurde als Enkelin des Künstlers 1866 geboren, fünf Jahre vor dessen Tod.

Das vorliegende Bildnis dürfte sich in dem von Tietze nur summarisch beschriebenen Sammlungsbestand von Koblitz-Willmburg befunden haben. („Die übrigen aus den Sechziger- und Siebzigerjahren.“ – Tietze 1919, S. 48). Es ist das einzige der sechs zur Versteigerung stehenden Werke, das Einsle signiert und datiert hat (unten rechts: „. E. (1)870“). Er malte somit seine Enkelin im Alter von vier Jahren, also etwas älter als ihre Mutter in dem zuvor präsentierten Kinderporträt.

Gisela von Teltscher ist in einem schlichten Brustbild vor neutralem, bräunlichem Hintergrund dargestellt, in den von links oben Licht einfällt. Ihr Oberkörper ist nach rechts gedreht, während sie im Dreiviertelprofil über ihre rechte Schulter blickt. Der Gesichtsausdruck des Mädchens wirkt fas älter als ihr kindliches Alter, nur verhalten deutet sich ein Lächeln auf ihrem Mund an, der wie ihre Wangen oder ihr Ohr in lebendigen Rosatönen gehalten ist. Es ist der auffälligste Farbakzent in einer sonst mehr tonigen-monochromen Gesamterscheinung, bei der vor allem Giselas blasse Haut und weiße Chemise vor dem überwiegend dunklen Hintergrund hell strahlen.

Es ist erneut ein liebevoller natürlicher Blick des Malers auf eines seiner Familienmitglieder im behüteten Kindesalter. Gisela von Teltscher blieb jedoch ein langes Leben verwehrt; sie starb noch vor ihrer Mutter mit nur 18 Jahren (aus heute unbekanntem Grund). In diesem Spätwerk von 1870 verwendete Einsle nochmals den seit dem Biedermeier üblichen Porträttypus und zeigt das Kind in einem Realismus, der auch in der malerischen Ausführung deutlich wird.

Der frühere kontrollierte Farbauftrag für glatte Körper- und Gewandpartien ist zwar nur noch teilweise vorhanden, doch Einsle erweist sich auch in seinen letzten Jahren als Meister der Wiedergabe von Licht und Stofflichkeit. Es überwiegt ein lockerer flüssiger Pinselduktus, der sich in der lebendigen Gesichtsoberfläche zeigt und in der Chemise beinahe „impressionistisch“ wirkt – insgesamt ein zeitlos moderner Charakter, mit dem das 150 Jahre alte Gemälde beeindruckt.

Tobias Nickel

Experte: Mag. Dr. Tobias Nickel Mag. Dr. Tobias Nickel
+43-662-871671-27

experts-salzburg@dorotheum.at

18.12.2020 - 13:33

Startpreis:
EUR 1.000,-

Anton Einsle


(Wien 1801-1871) Gisela von Teltscher (1866 - 7. Juni 1884), 1870, Öl auf Leinwand, ca. 41,7 x 33,8 cm, signiert und datiert unten rechts: "A. E. 870"; rückseitig Zettel mit alter handschriftlicher Bezeichnung:"Gisela von Teltscher / nata: 1866 / denata: 7. Juni 1884 / gemalt vom Hofmaler Anton Einsle / ihrem Grossvater mütterlicherseits", Retuschen, alter Keilrahmen mit Platte hinterlegt bzw. stabilisiert, in blattvergoldetem Biedermeierrahmen, dieser leicht beschädigt Ruf 1.000

Provenienz: Besitz des Künstlers; an seine Tochter, Marie von Teltscher (1839-1892), geb. Einsle; Johann Friedrich Freiherr von Koblitz-Willmburg (1895-1944) und Franziska Freifrau Koblitz von Willmburg (1910-2000), geb. Gräfin Czernin von und zu Chudenitz; Martin Freiherr Koblitz von Willmburg an ihre Tochter, Gabrielle Baronesse von Furstenberg (1935-2019), geb. Koblitz von Willmburg; nach ihrem Tod an ihren Mann, George Michael Freiherr von Furstenberg. Lit: unpubliziert.

Einsles Töchter Marie (1839-1892) und Anna (1852-1922) hatten jeweils Kinder in ihren Ehen – bei Anna ein Sohn und zwei Töchter, bei Marie zwei Töchter namens Eugenie und Gisela von Teltscher. Gisela wurde als Enkelin des Künstlers 1866 geboren, fünf Jahre vor dessen Tod.

Das vorliegende Bildnis dürfte sich in dem von Tietze nur summarisch beschriebenen Sammlungsbestand von Koblitz-Willmburg befunden haben. („Die übrigen aus den Sechziger- und Siebzigerjahren.“ – Tietze 1919, S. 48). Es ist das einzige der sechs zur Versteigerung stehenden Werke, das Einsle signiert und datiert hat (unten rechts: „. E. (1)870“). Er malte somit seine Enkelin im Alter von vier Jahren, also etwas älter als ihre Mutter in dem zuvor präsentierten Kinderporträt.

Gisela von Teltscher ist in einem schlichten Brustbild vor neutralem, bräunlichem Hintergrund dargestellt, in den von links oben Licht einfällt. Ihr Oberkörper ist nach rechts gedreht, während sie im Dreiviertelprofil über ihre rechte Schulter blickt. Der Gesichtsausdruck des Mädchens wirkt fas älter als ihr kindliches Alter, nur verhalten deutet sich ein Lächeln auf ihrem Mund an, der wie ihre Wangen oder ihr Ohr in lebendigen Rosatönen gehalten ist. Es ist der auffälligste Farbakzent in einer sonst mehr tonigen-monochromen Gesamterscheinung, bei der vor allem Giselas blasse Haut und weiße Chemise vor dem überwiegend dunklen Hintergrund hell strahlen.

Es ist erneut ein liebevoller natürlicher Blick des Malers auf eines seiner Familienmitglieder im behüteten Kindesalter. Gisela von Teltscher blieb jedoch ein langes Leben verwehrt; sie starb noch vor ihrer Mutter mit nur 18 Jahren (aus heute unbekanntem Grund). In diesem Spätwerk von 1870 verwendete Einsle nochmals den seit dem Biedermeier üblichen Porträttypus und zeigt das Kind in einem Realismus, der auch in der malerischen Ausführung deutlich wird.

Der frühere kontrollierte Farbauftrag für glatte Körper- und Gewandpartien ist zwar nur noch teilweise vorhanden, doch Einsle erweist sich auch in seinen letzten Jahren als Meister der Wiedergabe von Licht und Stofflichkeit. Es überwiegt ein lockerer flüssiger Pinselduktus, der sich in der lebendigen Gesichtsoberfläche zeigt und in der Chemise beinahe „impressionistisch“ wirkt – insgesamt ein zeitlos moderner Charakter, mit dem das 150 Jahre alte Gemälde beeindruckt.

Tobias Nickel

Experte: Mag. Dr. Tobias Nickel Mag. Dr. Tobias Nickel
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Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00, Sa.: 09.00 - 13.00
clients-sbg@dorotheum.at

+43 662 871671 22
Auktion: Schmuck, Kunst & Antiquitäten
Datum: 18.12.2020 - 13:33
Auktionsort: Salzburg
Besichtigung: 11.12. - 17.12.2020