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Lot Nr. 93


Österreichischer Künstler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts


Malerpalette mit einem Trompe-l'oeil-Bildnis des k. k. Hofschauspielers Adolph Sonnenthal (Pest 1834-1909 Prag) umgeben von Darstellungen seiner erfolgreichsten Rollen, Öl auf Holz, ca. 62 x 80 cm, (Rei)

Provenienz:
Privatsammlung Österreich.

Bei diesem Los handelt es sich um ein außergewöhnliches Objekt in mehrfacher Hinsicht: Im Zentrum der Komposition findet sich ein Portrait des k. k. Hofschauspielers Adolf Sonnenthal im Trompe-l‘oeil-Effekt , das wie eine angeheftete Fotografie wirkt, umgeben von Darstellungen des Schauspielers in seinen erfolgreichsten Rollen, die auch die Vielfältigkeit seines schauspielerischen Könnens abbilden: wir sehen ihn im Uhrzeigersinn oben links beginnend als Nathan den Weisen, die Hand auf einem aufgeschlagenen Buch ruhend, daneben als Wallenstein aus Schillers gleichnamigen Drama, als Wilhelm Tell, auf seine Armbrust aufgestützt, als Mohren Othello, mittig rechts könnte man ihn als Faust vermuten und am unteren Rand sehen wir ihn in einigen Boulevard-Rollen, wie dem Fabricius mit Zylinder.
Sonnenthal gehörte zu den erfolgreichsten Schauspielern seiner Zeit. Der Sohn eines Kaufmanns aus Pest entdeckte schon früh seine Leidenschaft für die Bühne und bahnte sich auch gegen einigen Widerstand seiner Familie seinen Weg als Schauspieler. Mit Unterstützung des Burgschauspielers Bogumil Dawison, der sein Talent erkannte, erhielt er ein erstes Engagement in Temesvàr, von dem aus sich sein Ruf bald verbreitete. Es folgte eine steile Karriere mit Stationen in Königsberg und Dresden, bis er 1856 erstmals am Burgtheater in Wien auftrat. Dort konnte er so erfolgreich reüssieren, dass er nach drei Jahren, im Alter von nur 25 Jahren, zum k. k. Hofschauspieler ernannt wurde. Ab diesem Zeitpunkt prägte er die Wiener Theaterszene über mehrere Jahrzehnte. Zu seinem 25-jährigen Dienstjubiläum ernannte ihn Kaiser Franz Joseph zum Ritter des Ordens der Eisernen Krone.
Zwischen den Rollenportraits findet sich in der Mitte eine Darstellung des alten Kärntnertor-Theaters und rechts am Rand das neue Burgtheater, die sicherlich auf Bonmot anspielen, Sonnenthal habe vor dem Abbruch des Kärntnertortheaters die letzten Worte auf dessen Bühne gesprochen und im neuen Burgtheater die ersten! Abgerundet wird diese Hommage durch ein Gedicht, das mit den Versen beginnt:„Seelenmaler sind wir alle / der eine gut, der andere schlecht / als Menschenmaler bist du einzig/ und deine Farb ist treu und echt.“ In diesem Sinne handelt es sich bei der vorliegenden Palette sicherlich um ein Freundschaftsgeschenk, das Sonnenthal vermutlich zu seinem Abschied vom Burgtheater mit dem 1. Mai 1888 überreicht wurde. Solche „bemalten“ Paletten kamen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Mode, zunächst noch auf „echten“ Malerpaletten ausgeführt, entweder durch einen Künstler, der seine beliebtesten Motive „en miniature“ wiederholte oder durch eine Gruppe von Künstlern, die jeweils ein kleines Bildchen beisteuerten. Die hier gezeigte Palette ist von vorneherein nie als „Malerwerkzeug“, sondern gleich als Bildträger entstanden, die das große Format und das Gewicht bezeugen: es wäre gar nicht möglich sie auf einer Hand zu balancieren. (KN)

Expertin: Mag. Dimitra Reimüller Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355

19c.paintings@dorotheum.at

06.05.2021 - 15:15

Erzielter Preis: **
EUR 1.920,-
Schätzwert:
EUR 2.000,- bis EUR 2.400,-
Startpreis:
EUR 1.500,-

Österreichischer Künstler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts


Malerpalette mit einem Trompe-l'oeil-Bildnis des k. k. Hofschauspielers Adolph Sonnenthal (Pest 1834-1909 Prag) umgeben von Darstellungen seiner erfolgreichsten Rollen, Öl auf Holz, ca. 62 x 80 cm, (Rei)

Provenienz:
Privatsammlung Österreich.

Bei diesem Los handelt es sich um ein außergewöhnliches Objekt in mehrfacher Hinsicht: Im Zentrum der Komposition findet sich ein Portrait des k. k. Hofschauspielers Adolf Sonnenthal im Trompe-l‘oeil-Effekt , das wie eine angeheftete Fotografie wirkt, umgeben von Darstellungen des Schauspielers in seinen erfolgreichsten Rollen, die auch die Vielfältigkeit seines schauspielerischen Könnens abbilden: wir sehen ihn im Uhrzeigersinn oben links beginnend als Nathan den Weisen, die Hand auf einem aufgeschlagenen Buch ruhend, daneben als Wallenstein aus Schillers gleichnamigen Drama, als Wilhelm Tell, auf seine Armbrust aufgestützt, als Mohren Othello, mittig rechts könnte man ihn als Faust vermuten und am unteren Rand sehen wir ihn in einigen Boulevard-Rollen, wie dem Fabricius mit Zylinder.
Sonnenthal gehörte zu den erfolgreichsten Schauspielern seiner Zeit. Der Sohn eines Kaufmanns aus Pest entdeckte schon früh seine Leidenschaft für die Bühne und bahnte sich auch gegen einigen Widerstand seiner Familie seinen Weg als Schauspieler. Mit Unterstützung des Burgschauspielers Bogumil Dawison, der sein Talent erkannte, erhielt er ein erstes Engagement in Temesvàr, von dem aus sich sein Ruf bald verbreitete. Es folgte eine steile Karriere mit Stationen in Königsberg und Dresden, bis er 1856 erstmals am Burgtheater in Wien auftrat. Dort konnte er so erfolgreich reüssieren, dass er nach drei Jahren, im Alter von nur 25 Jahren, zum k. k. Hofschauspieler ernannt wurde. Ab diesem Zeitpunkt prägte er die Wiener Theaterszene über mehrere Jahrzehnte. Zu seinem 25-jährigen Dienstjubiläum ernannte ihn Kaiser Franz Joseph zum Ritter des Ordens der Eisernen Krone.
Zwischen den Rollenportraits findet sich in der Mitte eine Darstellung des alten Kärntnertor-Theaters und rechts am Rand das neue Burgtheater, die sicherlich auf Bonmot anspielen, Sonnenthal habe vor dem Abbruch des Kärntnertortheaters die letzten Worte auf dessen Bühne gesprochen und im neuen Burgtheater die ersten! Abgerundet wird diese Hommage durch ein Gedicht, das mit den Versen beginnt:„Seelenmaler sind wir alle / der eine gut, der andere schlecht / als Menschenmaler bist du einzig/ und deine Farb ist treu und echt.“ In diesem Sinne handelt es sich bei der vorliegenden Palette sicherlich um ein Freundschaftsgeschenk, das Sonnenthal vermutlich zu seinem Abschied vom Burgtheater mit dem 1. Mai 1888 überreicht wurde. Solche „bemalten“ Paletten kamen in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Mode, zunächst noch auf „echten“ Malerpaletten ausgeführt, entweder durch einen Künstler, der seine beliebtesten Motive „en miniature“ wiederholte oder durch eine Gruppe von Künstlern, die jeweils ein kleines Bildchen beisteuerten. Die hier gezeigte Palette ist von vorneherein nie als „Malerwerkzeug“, sondern gleich als Bildträger entstanden, die das große Format und das Gewicht bezeugen: es wäre gar nicht möglich sie auf einer Hand zu balancieren. (KN)

Expertin: Mag. Dimitra Reimüller Mag. Dimitra Reimüller
+43-1-515 60-355

19c.paintings@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Ölgemälde und Aquarelle des 19. Jahrhunderts
Datum: 06.05.2021 - 15:15
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 03.05. - 06.05.2021


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

Es können keine Kaufaufträge über Internet mehr abgegeben werden. Die Auktion befindet sich in Vorbereitung bzw. wurde bereits durchgeführt.