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Lot Nr. 1


Alfons Walde *


(Oberndorf 1891–1958 Kitzbühel)
Der Aufstieg der Schifahrer, um 1927, signiert A. Walde, Öl auf Karton, 41 x 66 cm, gerahmt

Registriert:
Archiv Alfons Walde

Provenienz:
Familienbesitz, Deutschland

Mitte der zwanziger Jahre verdichtete Walde den ganzen Zauber der Schiwelt in Kitzbühel: Schifahrer auf der Piste, mondäne, in Pelzmäntel verhüllte Damen am Rande der Piste, in Konversation und geziertem Getue das Milieu des Après-Ski. Mit einer sensiblen Raffinesse hatte hier Walde dieses Milieu eingefangen, das auch für seine Kunst ein fruchtbarer Boden werden sollte. Er sah sich in diese Gesellschaft eingespannt, fand Kontakte und oberflächliche Freundschaften, fand aber auch eine Vielfalt von Eindrücken für sein künstlerisches Werk. Die aus diesen Begegnungen geprägten Schilderungen sind fast einem privaten und intimen Bereich zuzuordnen: Es ist wieder die Welt der Frau, die ihn in allen Bereichen faszinierte: „Ich habe einen Monat in Berliner Gesellschaft eine Menge Schitouren hier gemacht und war sehr froh um diese Zerstreuung. Es waren originelle Weiber dabei, dafür heißts jetzt arbeiten und verdienen. Heraus ist das Geld rascher wie herin“ (Brief an Ambrosi nach Rom, 1925). Später, 1927: „Danke Gott, daß du alleine bist. Die Gesellschaft ist d. Feind der Arbeit“.
Dieser Lebensbereich gehört unmittelbar zum Menschen und zum Werk Waldes, ohne Kenntnis dieser Umstände sind seine Bildmotive schwer verständlich; dies gilt für beide Gruppen: für Wintersportbilder wie auch für die Milieuschilderungen. Wenn aber rückblickend die heutige Vorstellung des Menschen und Künstlers nur auf diese eine Facette des Erlebnisbereiches in Kitzbühel bezogen wird – wie dies in vielen Erinnerungen und Informationen angeklungen ist –, übersieht man die präzise künstlerische Potenz des Malers Walde, der – wie es heute scheint – in keiner anderen Phase so durchschlagend neue Wege beschritt wie in der Mitte der zwanziger Jahre. Daß es für ihn notwendig schien, durch Bildverkäufe seinen Lebensunterhalt zu sichern, ist ein rein menschliches Problem. Nur von dieser gesicherten Basis aus konnte er auch seine eigenen Vorstellungen, die er gerade in jenen Jahren neu konzipiert hatte, verfolgen und zu einem neuen Fundament für seine künstlerischen Ideen gelangen.
Fern des spätimpressionistischen Schneezaubers von Esterle oder Rasim, aber verwandt mit den melodiösen Nuancierungen der Frühjahrsmotive Artur Nikodems und den massivgebauten Winterlandschaften Wilhelm Nikolaus Prachenskys hatte Walde diesem Metier „Schnee“ vor allem in Verbindung mit dem szenischen Menschenbild eine eigene bildhafte Existenz gegeben.

Aus: Gert Ammann. Alfons Walde, 4. Auflage, Verlagsanstalt Tyrolia, 2001

Expertin: Mag. Elke Königseder Mag. Elke Königseder
+43-1-515 60-358

elke.koenigseder@dorotheum.at

22.06.2021 - 16:00

Erzielter Preis: **
EUR 965.300,-
Schätzwert:
EUR 320.000,- bis EUR 500.000,-

Alfons Walde *


(Oberndorf 1891–1958 Kitzbühel)
Der Aufstieg der Schifahrer, um 1927, signiert A. Walde, Öl auf Karton, 41 x 66 cm, gerahmt

Registriert:
Archiv Alfons Walde

Provenienz:
Familienbesitz, Deutschland

Mitte der zwanziger Jahre verdichtete Walde den ganzen Zauber der Schiwelt in Kitzbühel: Schifahrer auf der Piste, mondäne, in Pelzmäntel verhüllte Damen am Rande der Piste, in Konversation und geziertem Getue das Milieu des Après-Ski. Mit einer sensiblen Raffinesse hatte hier Walde dieses Milieu eingefangen, das auch für seine Kunst ein fruchtbarer Boden werden sollte. Er sah sich in diese Gesellschaft eingespannt, fand Kontakte und oberflächliche Freundschaften, fand aber auch eine Vielfalt von Eindrücken für sein künstlerisches Werk. Die aus diesen Begegnungen geprägten Schilderungen sind fast einem privaten und intimen Bereich zuzuordnen: Es ist wieder die Welt der Frau, die ihn in allen Bereichen faszinierte: „Ich habe einen Monat in Berliner Gesellschaft eine Menge Schitouren hier gemacht und war sehr froh um diese Zerstreuung. Es waren originelle Weiber dabei, dafür heißts jetzt arbeiten und verdienen. Heraus ist das Geld rascher wie herin“ (Brief an Ambrosi nach Rom, 1925). Später, 1927: „Danke Gott, daß du alleine bist. Die Gesellschaft ist d. Feind der Arbeit“.
Dieser Lebensbereich gehört unmittelbar zum Menschen und zum Werk Waldes, ohne Kenntnis dieser Umstände sind seine Bildmotive schwer verständlich; dies gilt für beide Gruppen: für Wintersportbilder wie auch für die Milieuschilderungen. Wenn aber rückblickend die heutige Vorstellung des Menschen und Künstlers nur auf diese eine Facette des Erlebnisbereiches in Kitzbühel bezogen wird – wie dies in vielen Erinnerungen und Informationen angeklungen ist –, übersieht man die präzise künstlerische Potenz des Malers Walde, der – wie es heute scheint – in keiner anderen Phase so durchschlagend neue Wege beschritt wie in der Mitte der zwanziger Jahre. Daß es für ihn notwendig schien, durch Bildverkäufe seinen Lebensunterhalt zu sichern, ist ein rein menschliches Problem. Nur von dieser gesicherten Basis aus konnte er auch seine eigenen Vorstellungen, die er gerade in jenen Jahren neu konzipiert hatte, verfolgen und zu einem neuen Fundament für seine künstlerischen Ideen gelangen.
Fern des spätimpressionistischen Schneezaubers von Esterle oder Rasim, aber verwandt mit den melodiösen Nuancierungen der Frühjahrsmotive Artur Nikodems und den massivgebauten Winterlandschaften Wilhelm Nikolaus Prachenskys hatte Walde diesem Metier „Schnee“ vor allem in Verbindung mit dem szenischen Menschenbild eine eigene bildhafte Existenz gegeben.

Aus: Gert Ammann. Alfons Walde, 4. Auflage, Verlagsanstalt Tyrolia, 2001

Expertin: Mag. Elke Königseder Mag. Elke Königseder
+43-1-515 60-358

elke.koenigseder@dorotheum.at


Käufer Hotline Mo.-Fr.: 09.00 - 18.00
kundendienst@dorotheum.at

+43 1 515 60 200
Auktion: Moderne
Datum: 22.06.2021 - 16:00
Auktionsort: Wien | Palais Dorotheum
Besichtigung: 17.06. - 22.06.2021


** Kaufpreis inkl. Käufergebühr und Mehrwertsteuer

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